KONSUMENT.AT - Musikdownloads aus dem Internet - „Finger weg von Tauschbörsen!“

Musikdownloads aus dem Internet

Neun Anbieter im Vergleich

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Konsument 11/2006 veröffentlicht: 16.10.2006

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„Finger weg von Tauschbörsen!“

Interview: Dr. Thomas Höhne ist  Rechtsanwalt in Wien und u.a. Spezialist für Urheberrecht

Immer noch gibt es Musiktauschbörsen im Internet, über die man kostenlos Musik beziehen kann. Ist die Bereitstellung von Uploads und der Bezug von Downloads  strafbar und was sind die Konsequenzen?

Höhne: Der bloße Download ist nicht strafbar. Allerdings sind die Tauschbörsen so programmiert, dass ein Download nicht möglich ist, ohne gleichzeitig das eigene Musikarchiv für den Upload zur Verfügung zu stellen. Kann man nicht verhindern, dass man selbst gleichzeitig für andere Teilnehmer Titel zur Verfügung stellt, wird man, ob man will oder nicht, zum illegalen Verbreiter von Musik, an der man keine Rechte hat – und das ist strafbar.
Das Uploaden stellt ganz eindeutig eine Verletzung von Urheberrechten dar. Die Musikindustrie geht jetzt auch in Österreich rigoros gegen Filesharer vor. Betroffene sehen sich mit Forderungen von bis zu 5000 Euro konfrontiert. Meist kommt es zu außergerichtlichen Einigungen. Ich kann nur raten: Finger weg davon!

Bei den kostenpflichtigen Anbietern gibt es große Preisunterschiede. Kann ich als Konsument davon ausgehen, dass auch bei Billiganbietern wie allofmp3 alles in Ordnung ist?

Zunächst: Der Preis allein kann ja kein Maßstab für Rechtsmäßigkeit oder Rechtswidrigkeit sein. Für die Beurteilung sind die jeweiligen Geschäftsbedingungen maßgeblich. Und da wird es für die Konsumenten natürlich schwer. Umso mehr, als im Fall des russischen Anbieters allofmp3 wichtige Rechtsfragen für Österreich nicht abschließend geklärt sind. Nach dem deutschen Urheberrecht wird es für den Nutzer jedenfalls dann gefährlich, wenn ein Download aus einer „offensichtlich rechtswidrigen Quelle“ stammt. Aus meiner Sicht ist für den durchschnittlichen Nutzer allofmp3 nicht „offensichtlich rechtswidrig“. Denn die haben ja eine Lizenz – und ob die nun für Österreich ausreicht, können die Nutzer ja nicht feststellen. Mir ist auch kein Fall bekannt, dass die Musikindustrie gegen Kunden von allofmp3 in Österreich vorgegangen wäre. 

Wie ist es mit der weiteren Nutzung der gekauften Musik? Darf ich sie beliebig vervielfältigen, solange sie für den eigenen Gebrauch bestimmt ist?

Es gilt der Grundsatz: Was ich rechtmäßig erworben habe, darf ich selbstverständlich für eigene Zwecke vervielfältigen. Die Anzahl der Kopien kann allerdings durch besondere Lizenzvereinbarungen, die man sich anschauen muss,  limitiert werden.

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Kommentare

  • allofmp3, one4music.at
    von C-Haberl am 25.11.2009 um 19:06
    Dieser Test sollte mir eigentlich helfen, mp3-Musik gut aus dem Internet zu laden (es wäre mein erste Mal) aber: bei allofmp3 komme ich auf eine Presseseite und nicht weiter und one4music.at ist nicht aufrufbar! Wie haben Sie diese Sites getestet?