KONSUMENT.AT - Nintendo Switch - 5.000 Beschwerden: Controller als Problem

Nintendo Switch

Klage wegen „eingebautem Verschleiß“

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KONSUMENT 11/2020 veröffentlicht: 22.10.2020

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Unsere französische Partnerorganisation Que Choisir hat Klage gegen den japanischen Spielekonsolenhersteller Nintendo eingereicht. Sie wirft dem Unternehmen vor, dass die beliebte Spielekonsole Switch zu schnell kaputt wird.

Genau lautet die Klage auf „geplante Obsoleszenz“, also den eingebauten Verschleiß. Bei der Switch seien die Controller das Problem: Sie stecken oft fest, und das meist weniger als ein Jahr nach dem Kauf der Konsole. Mehr als 5.000 Switch-Nutzer hätten sich bereits über das Problem beschwert, sagen die Verbraucherschützer. 65 Prozent der Betroffenen berichteten, die Fehlfunktion sei innerhalb eines Jahres nach dem Kauf aufgetreten. Das Problem sei bereits seit drei Jahren bekannt, erklärte Que Choisir.

Nintendo müsse den Mangel endlich beheben – also entweder einen anderen Chip verbauen oder die Switch besser gegen Schweiß und Schmutz abdichten. Die französischen Verbraucherschützer hatten Nintendo schon vor einem Jahr kritisiert. Nintendo Frankreich bot daraufhin Anfang des Jahres an, kaputte Spielekonsolen kostenlos zu reparieren – auch Geräte mit abgelaufener Garantie. Que Choisir pocht aber auf Behebung des Problems, da es weiterhin viele Beschwerden gebe.

Wichtiges Signal an die Industrie

In Frankreich ist eingebauter Verschleiß seit 2015 strafbar und wird als Betrug geahndet. Bei Verstößen drohen zwei Jahre Haft und eine Geldstrafe, die bis zu fünf Prozent des Jahresumsatzes eines Unternehmens betragen kann. Im Gesetz wird „geplante Obsoleszenz“ so definiert: „Alle Techniken, mit denen ein Anbieter vorsätzlich die Lebensdauer eines Produktes verkürzt, damit die Austausch-Rate erhöht wird.“ Das Verbot ist vor Gericht nur schwer durchzusetzen, weil den Unternehmen Vorsatz nachgewiesen werden muss. Das Gesetz hat deshalb mehr pädagogische als juristische Funktion. Experten werten das Verbot in Frankreich daher als Signal an die Industrie.

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