KONSUMENT.AT - Nomophobie - No-Mobile-Phone-Phobia

Nomophobie

Ein Dasein ohne Handy

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KONSUMENT 2/2020 veröffentlicht: 30.01.2020

Inhalt

In den vergangenen Monaten haben wir in KONSUMENT diverse Ängste thematisiert. Nicht dabei war die Nomophobie. Der Begriff stammt aus dem Englischen und bezeichnet die Angst, kein funktionierendes Mobiltelefon mehr zur Hand zu haben und von allen Kontakten abgeschnitten zu sein (No-Mobile-Phone-Phobia).

Extrem Gernot Schönfeldinger (Bild: Alice Thörisch/VKI)

„Diese Sorgen möchte ich haben“, mag sich nun der eine oder andere denken. Ja, sicher, jedes Verhalten kann in ein Extrem umschlagen und krankhafte Züge annehmen. Andererseits hatten wir Menschen immer schon – und speziell seit der industriellen Revolution – ein Händchen dafür, uns von begrenzt verfügbaren Ressourcen abhängig zu machen.

Das Smartphone ist nur ein weiterer Aspekt davon, mittlerweile freilich ein zentraler. Wir sind es gewohnt, mit der Welt und vor allem mit den Menschen, die uns wichtig sind, in ständigem ortsunabhängigem Kontakt zu sein, Begriffe zu googeln, Routen zu suchen, Fotos zu versenden, Informationen per E-Mail einzuholen. Das ist Teil unseres Lebens, und wenn die Verbindung abreißt, dann ist das vergleichbar mit einem Sendeausfall während des Samstag-Hauptabendprogramms vor 50 Jahren. Auch das wollte mit Sicherheit keine der vor dem TV-Apparat versammelten Personen erleben.

Low-Battery-Anxiety: Angst vor niedrigem Akkustand

Vor technischen Pannen sind wir heute wie damals nicht gefeit und auch nicht davor, das Smartphone liegen oder fallen zu lassen. Für eine Angst zumindest habe ich hier und jetzt eine Lösung: Die Nomophobie geht nämlich oft einher mit der Low-Battery-Anxiety, der Angst vor einem niedrigen Akkustand. Das muss wirklich nicht sein, denn Powerbanks sind mittlerweile sehr handlich und kosten nicht die Welt. Ich habe für vieles Verständnis, aber wer es nicht einmal schafft, sich für solche Fälle abzusichern, der hat auch den Hausverstand aufs Handy übertragen.

 

„Wir Menschen haben uns schon immer freiwillig in Abhängigkeiten begeben, das Smartphone ist nur ein weiterer Aspekt dieses Verhaltens.“


Dieses und viele weitere Themen finden Sie auch in meinem Technik-Blog unter: VKI-Blog: Technik-Spielplatz

 

 

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