KONSUMENT.AT - Online-Shopping - Widerrufsrecht in der EU

Online-Shopping

Hürden im Web

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KONSUMENT 11/2011 veröffentlicht: 27.10.2011

Inhalt

Widerrufsrecht in der EU

Laut EU-Fernabsatzrichtlinie besteht in jedem Mitgliedstaat das Recht, von einem im Internet getätigten Kauf innerhalb einer bestimmten Widerrufsfrist zurückzutreten. Bestimmte Käufe, wie Freizeitdienstleistungen oder nach Kundenspezifikation angefertigte Waren (z.B. ein Maßanzug) sind allerdings vom Widerrufsrecht ausgenommen. Die Richtlinie legt Mindestrechte fest; es steht den Mitgliedstaaten allerdings frei, strengere Regelungen zu erlassen. So kommt es etwa, dass es Unterschiede bei der Dauer des Widerrufsrechts gibt, also dem Zeitraum, in dem Sie entscheiden müssen, ob Sie ein bestelltes Produkt behalten oder zurückschicken.

Gesetze nicht eingehalten

Die Untersuchung zeigte, dass einige Händler eine kürzere Widerrufsfrist angegeben haben als die gesetzlich vorgeschriebene oder dass sie wissen wollten, warum die Ware retourniert wurde, obwohl der Widerruf keine Angabe von Gründen erfordert. In anderen Fällen wurden die Versandkosten vom Händler nicht an den Käufer rückerstattet; und in einigen wenigen Fällen weigerten sich die Anbieter überhaupt, die Ware zurückzunehmen und ein Widerrufsrecht einzuräumen. Das ist bei verderblichen Gütern denkbar, aber nicht bei einer Flasche Alkohol, wie sie einer der anonymen Shopper bei einem österreichischen Onlinehändler bestellt hatte; der berief sich bei der Ablehnung des Widerspruchsrechts doch tatsächlich auf den raschen Verfall und das kurze Ablaufdatum seines Produkts.

Dauer des Widerrufsrechts Land
 7 Werktage Bulgarien, Frankreich, Großbritannien, Irland, Litauen, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Slowakei, Spanien
 8 Werktage Ungarn
10 Werktage Griechenland, Italien, Polen, Rumänien
14 Tage Belgien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Island, Lettland, Norwegen, Portugal, Slowenien, Schweden, Tschechische Republik, Zypern
15 Werktage Malta

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Kommentare

  • Versandkosten?
    von rygel975 am 27.10.2011 um 16:33
    Dass Versandkosten auch rückerstattet werden müssen, ist mir neu. Macht keiner. Bei vielen muss man sogar die Versandkosten für das Rückschicken zahlen, bzw. erlauben das Rückschicken nur wenn die Ware "ungeöffnet" ist. Ja, wie soll ich das denn dann testen können? Scherzkekse. Rumstreiten bringt nichts und kostet nur Zeit. Bei Händlern mit solchen AGBs bestelle ich einfach nicht.