KONSUMENT.AT - Coronavirus: Sind Schutzmasken sinnvoll? - MNS- und FFP-Masken gegen Coronavirus-Erkrankungen (COVID-19)

Coronavirus: Sind Schutzmasken sinnvoll?

Zwei Typen

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veröffentlicht: 05.03.2020, aktualisiert: 30.03.2020

Inhalt

Im Supermarkt kommt die Maskenpflicht. Ihre Wirksamkeit ist auch unter Experten umstritten. Nicht alle Maskentypen schützen vor einer Ansteckung. Aber sie können ein wichtiger Fremdschutz sein.

Abstand und Hygiene

Das Wichtigste vorweg: Halten Sie Abstand zu anderen Personen - egal, ob Sie eine Mundschutzmaske tragen oder nicht. Außerdem regelmäßiges und richtiges Händewaschen. Dazu sollten Sie Ihre Hände mindestens 30 Sekunden lang ordentlich mit Seife einreiben – und auch Zwischenfingerräume; Daumen und Fingernägel nicht vergessen. Husten und niesen Sie ausschließlich in die Ellenbogenbeuge oder in ein Taschentuch , das Sie anschließend sofort entsorgen. Für wirksame Desinfektionsmittel wenden Sie sich bitte an eine Apotheke. Desinfektionsmittel sind aber nur dann notwendig, wenn Sie keine Möglichkeit haben, regelmäßig Hände zu waschen.

Zwei Typen von Schutzmasken

Derzeit sind Schutzmasken in Österreich kaum mehr erhältlich. Im Online-Handel ist Vorsicht geboten: Manche Anbieter von Schutzprodukten sind nicht vertrauenswürdig, ihre Produkte könnten  mangelhaft   sein. Aber auch, wenn die Qualität der Mundschutzmasken stimmt: Ihre Wirksamkeit gegen das Coronavirus (SARS-CoV-2) bleibt umstritten. Nicht alle Maskentypen können vor einer Ansteckung schützen – selbst, wenn Sie sie richtig verwenden.

Allgemein unterscheidet man zwischen:

  • Mund-Nasen-Schutzmasken (MNS-Operationsmasken)
  • und Partikel-filtrierenden Halbmasken (FFP).

Mund-Nasen-Schutzmasken (MNS-Operationsmasken)

Diese Masken schützen nicht vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus. Sie sind kein Atemschutz. Deshalb können sie nicht vor einer Ansteckung durch Tröpfchen oder Aerosole schützen. Sie dienen nur als wichtiger Fremdschutz, nicht als Eigenschutz. MNS-Operationsmasken werden getragen, um andere Personen vor Speichel- oder Schleimtröpfchen zu bewahren, die man als Träger selbst abgibt. Sie können verhindern, dass fremde Körperflüssigkeiten direkt auf die Mund-Nasen-Region des Trägers kommen. Die Masken schützen den Träger auch davor, sich mit infizierten Händen selbst in diese Gesichtsregion zu greifen. Achten Sie darauf, dass die Maske gut sitzt, um sich nicht erst recht vermehrt ins Gesicht greifen zu müssen.

Wichtig: Sobald die MNS durchfeuchtet ist, muss sie gewechselt werden. Achten Sie auch auf die korrekte Entsorgung der Maske. 

Die Ausgabe der MNS-Masken im Supermarkt sollte so erfolgen, dass die Masken möglichst nicht am Stoff angegriffen werden, sondern am besten an einem der beiden Bänder, z.B. mit (Gebäck-)Zangen oder Handschuhen.

Partikel-filtrierende Halbmaske (FFP)

Nur gewisse Halbmasken schützen wirksam vor einer luftgetragenen Infektion wie dem Coronavirus. Sie filtern kleine Teilchen (Partikel).

FFP-Masken werden als Atemschutz gegen Aerosole (sehr kleine Schwebstoffe in der Luft) eingesetzt. Sie sind als vollständiges Atemschutzgerät mit nicht auswechselbarem Filtermaterial nach der europäischen Norm DIN EN 149 geprüft. Diese Norm unterscheidet zwischen den Klassen FFP1, FFP2 und FFP3. Je nachdem, wie groß das Rückhaltevermögen der Partikelfilter ist, wird die Maske einer der drei Klassen zugeordnet. Je dichter die Maske ist, desto höher ist auch ihre Schutzwirkung. FFP1-Masken haben die geringste Dichtheit und Schutzwirkung, FFP3-Masken die größte.

Für besonders Interessierte: Die Dichtheit ergibt sich aus dem jeweiligen Filterdurchlass und der sogenannten Verpassungsleckage, die durch Undichtigkeiten zwischen der Dichtlinie der Maske und dem Gesicht des Trägers entsteht. FFP1-Masken haben eine Gesamtleckage von max. 22 Prozent, FFP3-Masken einen Wert von max. zwei Prozent.

Atemschutzmasken der Stufe FFP1 sind noch nicht für den Einsatz gegen den Coronavirus geeignet, besser ist FFP2 (Foto: N.Ender/VKI)

Atemschutzmasken sollten der Klasse FFP2 angehören, um den Träger zu schützen. (Bild: Nicole Ender/VKI)

In der Regel stellt das Tragen einer gut angepassten FFP2-Maske einen ausreichenden Schutz vor infektiösen Aerosolen dar (das Bild oben zeigt ein Modell der Stufe FFP1). Wird die FFP2-Maske korrekt getragen, kann sie vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus schützen. Jene FFP-Masken, die ein Ausatemventil haben, dienen allerdings nur dem eigenen Schutz. Das Ventil stößt die Ausatemluft ungefiltert aus. Deshalb gibt es hier keinen Fremdschutz wie bei herkömmlichen MNS-Masken. 

Derzeit sind FFP-Masken in Österreich fast ausverkauft. Nur auf Online-Plattformen finden Sie möglicherweise noch Angebote – oft zu überzogenen Preisen.

Wie lege ich die Maske korrekt an?

Vor dem Gebrauch sollten Sie die Haltbarkeit und die Gebrauchsanweisung prüfen. Kontrollieren Sie die FFP-Maske auch auf mögliche Beschädigungen.

  1. Maske öffnen und Nasenclip mit einem Finger vorformen
  2. Unteres Kopfband über den Kopf ziehen und im Nacken platzieren
  3. Mit dem Kinn einsteigen, danach über die Nase ziehen
  4. Oberes Kopfband oberhalb der Ohren platzieren
  5. Mit den Laschen in Position bringen
  6. Kopfband individuell anpassen
  7. Nasenclip mit beiden Zeigefingern anpassen
  8. Dichten Sitz der Maske prüfen – bei Luftaustritt erneut anpassen.

Barthaare verringern die Dichtheit und die Wirkung der Atemschutzmaske.

FFP-Masken sind Einmalartikel

Bedenken Sie: FFP-Masken sind Einmalartikel. Sie müssen sie aus hygienischen Gründen nach der Benutzung korrekt entsorgen. Die Benutzungsdauer ist auf etwa acht Stunden ausgelegt. Das Tragen dieser Masken über einen längeren Zeitraum kann durch den Widerstand beim Ausatmen sehr anstrengend sein. Daher empfehlen wir, sie nur bei direktem Kontakt zu Patienten oder in Verdachtsfällen zu tragen.

Schutzhandschuhe wechseln

Beachten Sie beim Abnehmen der FFP-Maske: Die äußere Oberfläche soll nicht mit Mund, Nase, Schleimhäuten oder ungeschützten Händen in Berührung kommen. Wechseln Sie nach dem Abnehmen unverzüglich die Schutzhandschuhe. Waschen und desinfizieren Sie die Hände. Sollten Sie schon vor Ablauf der empfohlenen Nutzungsdauer Atemprobleme bekommen oder Gerüche wahrnehmen, sollten Sie die Maske sofort austauschen.

Lesen Sie alle unsere Artikel zur Corona-Krise in unserem Corona-Extra .

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Kommentare

  • Mund-Nasen-Schutzmaske
    von Computerdoktor am 01.04.2020 um 13:27
    Jede(r) kann mit dem Corona-Virus infiziert sein, ohne es zu wissen! Die NMS-Maske verringert die Infektionsgefahr, die vom Träger der Maske ausgeht.
  • Mund-Nasen-Schutzmaske
    von silvia.wessner am 01.04.2020 um 12:58
    Ich war heute beim Merkur einkaufen. Wider jeder Vernunft und dem was die Regierung bezweckt, werden dort die Schutzmasken nicht beim Eingang sondern beim Ausgang ausgeteilt. Diese Ausgabe wäre auch vom Eingang zu erreichen. Die Mitarbeiterin weigerte sich aber mir eine Maske auszuhändigen, da sie ja erst ab Montag Pflicht wären. Auf Rückfrage bei der Kundenhotline, wurde gesagt dass das die Anweisung der Konzernleitung ist.
    Man mag über die Sinnhaftigkeit der MNS streiten, aber Verordnungen sind im Sinne aller einzuhalten. Und es wäre schön, wenn nicht immer betont würde, dass man durch MNS nicht selber geschützt ist sondern nur die anderen. Falls nämlich alle eine Maske tragen, ist man auch selber geschützt.