KONSUMENT.AT - Olivenöl Nachtest - Testkriterien

Olivenöl Nachtest

Kein Verlass auf den Preis

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KONSUMENT 2/2012 veröffentlicht: 25.01.2012

Inhalt

Testkriterien

Im Test: 5 Olivenöle der Güteklasse nativ extra (extra vergine). Alle Öle wurden sowohl von Experten als auch von Laien verkostet. Im Labor erfolgte eine chemische Untersuchung der Produkte. Auch die Angaben auf den Flaschenetiketten (Kennzeichung) wurden beurteilt.

Eine aussagekräftige Untersuchung setzt sich aus vielen Einzelurteilen zusammen. Wie und warum etwas geprüft wird, lässt sich auch im Testbericht nachlesen. Hier die wichtigsten Prüfparameter zum Test Olivenöl, die nicht selbsterklärend sind:

Gewichtung der Einzelurteile

  • Kennzeichnung   10 %
  • Sensorik   60 %
  • Chemie    30 %

Kennzeichnung

Die Etiketten wurden nach VO (EG) 1019/2002 sowie auf Transparenz der Herkunft geprüft.

Sensorik (Verkostung)

Experten, aber auch Laien verkosteten die Öle. Die Expertenverkostung wurde vom Deutschen Olivenöl Panel (DOP) nach der VO (EWG) Nr. 2568/91 und der gültigen Änderungs-VO 640/2008 anonym sensorisch bewertet. Auffällige Öle wurden einem zweiten, vom International Olive Oil Council (IOOC) anerkannten Panel vorgelegt.

Die Laien beurteilten bei den Ölen Aussehen, Geruch, Konsistenz, Geschmack nach dem Schulnotensystem und vergaben auch ein Gesamturteil. Außerdem wurden Geschmackseigenschaften wie bitter, kratzig, sauer, ranzig, stechend, mild, intensiv, harmonisch, fruchtig, Nachgeschmack – und Geruchseigenschaften wie intensiv, fruchtig, stechend, ranzig, harmonisch – anhand einer fünfstufigen Skala bewertet.

Chemie

Alle Öle wurden im Labor chemisch untersucht. Beurteilt wurde das Fettsäuremuster und die Art sowie die Anzahl von Schadstoffen. Außerdem wurde überprüft, ob die Öle einer Wärmebehandlung unterzogen wurden.

Fettsäuremuster: Fette bestehen unter anderem auch aus Fettsäuren. Je nach Kombination und Menge der verschiedenen Fettsäuren entstehen Fettsäuremuster. Diese bestimmen die Qualität und die Eigenschaften von Speisefetten. (Untersuchungsmethode: gaschromatographisch und titrimetrisch)

Bei den Schadstoffen wurden Weichmacher und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) untersucht:

Weichmacher: Diese Substanzen werden aus Kunststoffen herausgelöst und sind für die Gesundheit kritisch. Sie finden sich inzwischen praktisch überall (ubiquitär). Da sie fettlöslich (lipophil) sind, reichern sie sich in der Nahrungskette an. (Untersuchungsmethode: Gaschromatographie-Massenspektrometrie)

Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK): Diese Schadstoffe sind besonders langlebig und giftig. In die Umwelt gelangen sie über Waldbrände und den stark zunehmenden Verkehr. (Untersuchungsmethode: GPC, HPLC und PDA)

Verdacht auf Wärmebehandlung: Mit ihr lassen sich leicht fehlerhafte Öle "verbessern". Mit den derzeitigen Methoden kann die sogenannte thermische Behandlung nur mit hoher Wahrscheinlichkeit, aber nicht zu 100 Prozent nachgewiesen werden. (Untersuchungsmethode: Pyrophäophytine mittels HPLC-DAD, UV-Absorption photometrisch)

Pyrophäophytine: Das sind Abbauprodukte, die sich vermehrt bilden, wenn ein Öl wärmebehandelt wird.

Bewertung

Wertung: 3 von 5 Sternen
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Kommentare

  • Im deutschen TV wird sehr oft getestet und verkostet..............
    von Hueher am 06.02.2015 um 08:13
    dagegen in Ö nichts, nur der VKI testet! Dazu muß ich sagen, ich war 50 Jahre Küchenmeister im In-Ausland kenne vieles und hatte auch Gelegenheit damit zu arbeiten ( Kochen!) und zu probieren. Damit meine ich, abgesehen vom chemisch/technischen Testen von Lebensmittel verlasse ich mich auf 2 Dinge. Erstens WOHER und WER verkauft mir etwas und WIE schmeckt es mir!? Dies gilt nicht nur für diese Öle sondern generell für alle Lebensmittel, denn Geschmäcker sind verschieden!! Zum Öl von Hr. Bläuel möchte ich sagen, mir persönlich schmeckt es sehr gut und ich koche gerne damit gewisse Dinge! Auch hatte ich in der Vergangenheit Hr.Bläuel kennen gelernt und weis wie er seine Olivenöle produziert.......nur naturell sonst nix! Daher wundert mich schon die Aburteilung hier im Test? Für mich daher persönlich, das Öl ist OK, ohne jedoch dem VKI in die Quere zu kommen............... Auch das Öl von Hofer kenne ich und benutze es, daher auch mein Dank an die Tester des VKI.......ich freue mich immer wieder über diverse Tests!! Fazit: am liebsten hole ich mir die Eier frisch vom Bauern, wie auch die Milch, Obst und Gemüse, leider nur im Urlaub am Lande, in Wien "muß" ich zum Händler gehen! Geschmäcker sind verschieden, egal ob bei Zigaretten, Lebensmittel oder einem PKW...................schmecken sollte es
  • Alnatura
    von Max Mustermann am 09.05.2013 um 11:23
    Im dt. TV, Sendung Markt wurden Olivenöle getestet. An letzter Stelle wurde Alnatura gereiht, sogar als gesundheitsschädlich bezeichnet, dass vom Markt gehört. Es war sogar - aufgrund des Textes auf dem Etikett - von Betrug die Rede!
  • Stellungnahme "Vom Fass"
    von konsugraf am 26.01.2012 um 12:34
    Es ist verständlich, dass sich jede Firma rechtfertigen will (und vor allem, wenn sie für hochpreisige Qualität stehen will), wenn Mängel bei ihren Produkten aufgezeigt werden. Doch Reaktionen wie o.e. (allgemeine Relativierungsfloskeln, bloß kein Überdenken oder Überprüfen der eigenen Vorgehensweise) sind genau das, was viele Konsumenten einfach nicht mehr ertragen. Genau solche Reaktionen führen dann dazu, dort sicher nie mehr einzukaufen.