Alarmanlagen - Angebote fürs Eigenheim

Der Preis der Sicherheit

Seite 4 von 12

Nächsten Inhalt anzeigen
Konsument 10/2007 veröffentlicht: 10.09.2007

Inhalt

Gelegenheit macht Diebe

Eine vom Kuratorium für Verkehrssicherheit veröffentlichte Täterstudie wirft ein anderes Licht auf den Großteil der Einbrecher. Hier gilt wirklich: Gelegenheit macht Diebe. So beschreibt ein „Profi“, dass er sich am Wochenende die Wohnungen und deren Schlösser anschaut, um von Montag bis Freitag jeweils von 9 bis 12 Uhr dort einzudringen, weil die Leute in der Arbeit und die Kinder in der Schule sind.

Eine Faustregel gibt es für die Einbrecher auf jeden Fall: Je leichter das gewaltsame Eindringen möglich erscheint, desto eher wird dort eingebrochen. Ein normales Zylinderschloss ist ein Kinderspiel, Fenster werden mit Selbstklebefolien geräuschlos eingeschlagen. Die Kriminalstatistik bestätigt dieses Vorgehen: Die wenigsten Einbrecher kommen mit „schweren Geräten“, sie verwenden meist einfaches Werkzeug wie Schraubenzieher, um Türen und Fenster zu knacken.  Sie meiden gute Sicherheitstechnik, denn diese erhöht den Zeitaufwand und das Risiko, entdeckt zu werden..

Wohnungseinbrüche

Auch wenn Einfamilienhäuser mehr gefährdet erscheinen, finden die meisten Einbruchsdelikte im städtischen Raum statt. Wohnungen in Häusern mit mehreren Parteien sind also ebenso gefährdet wie abgelegene und schlecht ausgeleuchtete Gebäude. Vor allem bei Wohnungen gilt, was in der Alarmsicherheitstechnik allgemein die eiserne Regel schlechthin ist: Jede Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied.

Und schwache Glieder kann es bei Wohnungen mehrere geben. Da Einbrecher am häufigsten durch die Türe kommen, gilt es schon hier darauf zu achten, es den möglichen Eindringlingen möglichst schwer zu machen. Eine Holztüre in einem Altbau oder eine Wabentüre, die  aus einer mit einer Hartfaserplatte überdeckten Holz- oder Kunststofffüllung besteht, lässt sich leicht mit einem Hammer einschlagen.

Alle Arten von Fenstern und Türen

Aber nicht nur die Eingangstüren sind ein beliebtes „Schlupfloch“. Einbrecher lassen keine Möglichkeit aus, um gewaltsam in ein Haus oder eine Wohnung einzudringen. Und diese Möglichkeiten sind neben der Eingangstüre: Balkon- und Terrassentüren, Keller- und Hintertüren, Kellerfenster und Lichtschächte, Dachfenster und Oberlichten, ungesicherte Rollläden, Jalousien und Klappläden, alle Arten von Fenstern, vor allem, wenn sie gekippt sind.

Es gilt also, alle diese Möglichkeiten möglichst gut abzusichern. Vor dem Einbau einer Alarmanlage sollten daher alle Schwachstellen beseitigt werden. Es gilt das zu erhöhen, wofür der Fachausdruck lautet:

Mechanische Sicherheit

Die mechanische Sicherheit umfasst all das, was es einem Einbrecher unabhängig vom Vorhandensein einer Alarmanlage erschwert oder verunmöglicht, in die Wohnung oder das Gebäude einzudringen. Die mechanische Sicherheit kann man durch etliche Maßnahmen erhöhen.

  • Türen: Leichtbautüren durch hohlraumfreie Holztüren von mindesten 45 mm Stärke ersetzen oder mit Blechen oder Spanplatten verstärken; Glasflächen in den Türen austauschen oder mit Sicherheitsglas verstärken; Garantie für eine einbruchhemmende Türe gibt das Prüfzeichen „ÖNORM B 5338“
  • Zargen (Türrahmen): Die Türblätter sollen nicht mit einem Brecheisen ausgehoben werden können, die Zargen sollen daher massiv und fachgerecht im Mauerwerk verankert sein; alte Türstöcke können neu ummantelt werden
  • Schloss und Beschlag: Gute Schlösser helfen nichts, wenn sie leicht aus Verankerung oder Schließblech gedrückt werden können; sichere Schließbleche sollen mindestens 3 mm dick und mit mindestens zehn 30 cm langen Stahlschrauben bis ins Mauerwerk verdübelt sein
  • besser sind zwei Schlösser verschiedener Bauart oder ein Schlosssystem mit Mehrfachverriegelung; weitere sichere Schlossarten: Balkenriegel- oder Stangenschlösser, Kastenschlösser
  • Schließzylinder: Er soll aufbohr-, abbruchsicher und gegen Kernziehen geschützt sein; eine Sicherungskarte schützt gegen Anfertigung von Nachschlüsseln
  • Bänder (Scharniere): Sollen gegen das Aushebeln gesichert werden und ebenfalls aufbohrsicher sein
  • Fenster: Spezialglas der Klassen A (durchwurfhemmend) bis Klasse D (sprengsicher) schützt; weiters Fenster gegen Aushebeln sichern, absperrbare Fenstergriffe verwenden; auch der Einbau von Gittern oder einbruchsicheren Rollläden oder Jalousien hilft

Gerade bei Häusern gibt es noch ein paar Punkte, die man beachten sollte: Natürlich sollen ALLE Möglichkeiten, durch die jemand in ein Haus dringen kann, geschützt werden, also etwa Lichtschächte mit Gitterrosten oder Kellerfenster mit Rollkernstangen (bei der sich die Stange durch Mitdrehen vor Durchsägen schützt).

Einbruchsschutz-Illustration: Erwin Haberl

Einladungen für Einbrecher sind natürlich offene Garten-, Garagen- oder andere Türen oder Leitern, Kisten, Gartenmöbel, die bequem als „Räuberleiter“ für obere Stockwerke benutzt werden können. Eine Außensteckdose ermöglicht es dem gewaltsamen Eindringling, bei seinem Vorhaben problemlos seine Bohrmaschine anzustecken. Um das Durchtrennen von Telefonleitungen zu verhindern, müssen diese außen unzugänglich sein, wirklich sicher sind nur unterirdische Leitungen.

Bewertung

Wertung: 2 von 5 Sternen
10 Stimmen
Weiterlesen

Kommentare

  • leider muss ich hst zustimmen
    von Beobachter27 am 08.12.2011 um 17:00
    mehr als eine allgemeine Information über Schutzmassnahmen ist im "Test" nicht drinnen. Als Opfer der "Schengenbeglückung" (trotz bestehender intakter Anlage und Verbindug zu einem Sicherheitsdienst sind der Schmuck meiner Frau und ein namhafter Geldbetrag weg, Dämmerungseinbruch am 22.11.11) stehe ich allein im Regen. Nur die Tatsache, dass der Einbrecher die Anlage vielleicht 1/2 Stunde ausschaltgen konnte, ist wohl ganz sicher. Beim WIE orakeln Polizei und Errichter und auch der VKI. Der Bürger steht im Regen und Niemand hi8lft ihm.
  • Schade um die 5€
    von hst am 15.08.2010 um 14:45
    Artikel ohne jeglichen Tiefgang auf Boulevard-Niveau, voll von Binsenweisheiten, Druckversion ohne Tabellen, Usability der Site katastrophal
  • Tipps und Beratung
    von rajszar am 30.05.2010 um 16:58
    Sehr gute Ausführungen und äußerst hilfreich!
KONSUMENT-Probe-Abo