Alarmanlagen - Angebote fürs Eigenheim

Der Preis der Sicherheit

Seite 5 von 12

Nächsten Inhalt anzeigen
Konsument 10/2007 veröffentlicht: 10.09.2007

Inhalt

Widerstandswert, Widerstandszeitwert

Das alles, was diese mechanische Sicherheit bieten kann, nennen die Sicherheitsexperten „Widerstandswert“, wie Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Richard Eltschka, Sachverständiger für Sicherheitsfragen und Gutachter des VSÖ,  im Interview erklärte: „Der Widerstandswert ist die Zeit, die man braucht, um den Widerstand zu überwinden, d. h. bis der Einbrecher beim begehrten Objekt ist. Das heißt also, wenn ich eine mechanische Sicherung vorlege, dann wird der Widerstandswert höher sein, als wenn ich nur eine leichte Türe habe oder Fenster, die leicht zu durchbrechen sind. Der Widerstandszeitwert ist jene Zeit die vergeht, bis die Hilfe leistende Stelle am Tatort erscheinen kann. Es sollte immer der Widerstandszeitwert kleiner sein als der Widerstandswert. Das bedeutet, dass die Hilfe leistende Stelle oder der Hilfeleister am Tatort sein sollte, während der Täter noch die Anlage zu überwinden trachtet. Umgekehrt ist es nicht sinnvoll, dass der schon wieder weg ist mit seiner Beute und man dann erst hinkommt und sieht, dass etwas geschehen ist.“

Guter mechanischer Schutz

Um bei der Alarmanlage zu sein: Die beste Alarmanlage macht nicht viel Sinn, wenn dem Einbrecher das Ausüben seinen „Handwerks“ durch mangelnde mechanische Sicherheit möglichst leicht gemacht wird. Auch das ist ein wichtiger Aspekt bei der Überlegung, ob man seine Wohnung oder sein Haus durch eine Alarmanlage schützen soll. Denn vielleicht sollte man doch mehr investieren als „nur“ in ein technisches System, das möglichst laut einen Eindringling abzuschrecken versucht und nebenbei Sicherheitsdienst oder Polizei verständigt. Der von Prof. Eltschka beschriebene Fall, dass Sicherheitsdienst oder Polizei schon am Tatort sind, währen der Einbrecher noch seine Taschen füllt, ist meist wohl ein Ideal. Eine möglichst effiziente mechanische Sicherheit hilft aber allemal, sich diesem Ideal anzunähern.

Viele Einbrecher sind bewaffnet

Wobei es noch einen wichtigen Tipp von Sicherheits- und Kriminalexperten gibt: Das (eigene) Leben ist wichtiger als alle materiellen Güter dieser Welt. Eigentümer, Nachbarn oder wer auch immer einen Einbrecher durch einen Alarm oder wie auch immer auf frischer Tat ertappen, sollten nichts unternehmen, womit man sich selbst in Gefahr bringen könnte. Zwar sind Einbrecher „nur“ auf materielle Werte aus, aber noch wichtiger ist ihnen, vom Tatort wieder weg zu kommen. Und viele Einbrecher sind nun einmal bewaffnet und werden sich diesen Weg auch mit Waffengewalt verschaffen.

Einbruch als Trauma

Die wohl schlimmste Form, einen Einbruch in den eigenen vier Wänden erleben zu müssen, ist, wenn man selbst zu Hause ist. Und das geschieht nicht selten, im Gegenteil: 12,5% der Einbrüche werden von Tätern verübt, denen die Anwesenheit der Bewohner egal ist oder diese in Kauf nehmen. Das sind meist auch jüngere Einbrecher, die vor Gewalt nicht zurückschrecken. Die drastischen Fälle liest man dann in der Zeitung.

Aber auch Menschen, die nicht solche dramatische Erfahrungen machen mussten sondern „nur“ plötzlich mit der Tatsache eines Einbruchdiebstahls in ihren eigenen vier Wänden konfrontiert waren, leiden unter den Folgen dieses Ereignisses. Zwar  ist der Verlust wertvoller Gegenstände, möglicherweise auch von Dokumenten oder Ähnlichem unangenehm, wird aber in der Regel von der Versicherung bezahlt.

Verlust der Sicherheit

Die schwersten psychischen Probleme verursachen meist der Verlust emotional wichtiger Gegenstände, das Eindringen in die persönliche Intimsphäre und vor allem: Mit einem Einbruch haben Täter das Gefühl der Geborgenheit dort zerstört, wo sich jeder Mensch sicher fühlen sollte: in den eigenen vier Wänden. Experten beschreiben die Folgen eines Einbruchs für die Opfer als ein Trauma, das verarbeitet und aufgearbeitet werden muss, oft auch mit psychologischer Unterstützung.

Oft hilft erst der Einbau einer Alarmanlage, um das Gefühl der Sicherheit wieder zu erlangen. Eine Familie, die in ihrem Haus von bewaffneten Männern bedroht und geschlagen wurde, hat nach diesem Erlebnis das Haus komplett mit Bewegungsmeldern und Magnetkontakten bestückt, im Erdgeschoß Glasbruchmelder installiert. Und: Jedes Familienmitglied trägt seither einen Notrufsender mit sich.

Abschreckung Alarmanlage

Um es gar nicht so weit kommen zu lassen, ist die Anschaffung einer Alarmanlage ein wirksamer Versuch, es den Einbrechern möglichst schwer zu machen. Verhindern kann auch die beste Anlage einen Einbruch nicht. Aber kriminalpsychologische Untersuchungen haben ergeben, dass sich 70 Prozent der Einbrecher von ihrer Tat abschrecken lassen, sehen sie schon von außen eine Sirene, die auf eine Einbruchmeldeanlage (so der Fachausdruck) hinweist.

Eine Alarmanlage soll Schutz sowohl bei Ab- als auch bei Anwesenheit bieten. Neben den richtigen Komponenten sollte die Anlage auch die Möglichkeit bieten, automatisch per Telefon Hilfe zu rufen, sei es Sicherheitsdienst, Familie, Nachbarn, Polizei. Und die Bewohner sollen in der Lage sein, einen Überfall diskret per Knopfdruck zu melden („Stiller Alarm“).

Obwohl Alarmanlage nicht gleich Alarmanlage ist, haben im privaten Bereich alle folgende technischen Elemente:

  • Melder , die Veränderungen registrieren
  • eine Meldelinie , die diese Veränderung zur Zentrale weiter leitet und den Alarm auslöst
  • Alarmeinrichtungen wie Sirene (außen und innen) sowie Rund-, Dreh- oder Blitzleuchten
  • Wählgeräte , die die telefonische Benachrichtigung des Sicherheitsdienstes, der Polizei, des Hausbesitzers oder anderer ausgewählter Personen veranlassen

Diese absolut notwendigen Komponenten können noch durch einen Überfallknopf (am besten direkt beim Bett), Handsender (die einen Überfall melden) und weitere Notrufsender ergänzt werden.

Bewertung

Wertung: 2 von 5 Sternen
10 Stimmen
Weiterlesen

Kommentare

  • leider muss ich hst zustimmen
    von Beobachter27 am 08.12.2011 um 17:00
    mehr als eine allgemeine Information über Schutzmassnahmen ist im "Test" nicht drinnen. Als Opfer der "Schengenbeglückung" (trotz bestehender intakter Anlage und Verbindug zu einem Sicherheitsdienst sind der Schmuck meiner Frau und ein namhafter Geldbetrag weg, Dämmerungseinbruch am 22.11.11) stehe ich allein im Regen. Nur die Tatsache, dass der Einbrecher die Anlage vielleicht 1/2 Stunde ausschaltgen konnte, ist wohl ganz sicher. Beim WIE orakeln Polizei und Errichter und auch der VKI. Der Bürger steht im Regen und Niemand hi8lft ihm.
  • Schade um die 5€
    von hst am 15.08.2010 um 14:45
    Artikel ohne jeglichen Tiefgang auf Boulevard-Niveau, voll von Binsenweisheiten, Druckversion ohne Tabellen, Usability der Site katastrophal
  • Tipps und Beratung
    von rajszar am 30.05.2010 um 16:58
    Sehr gute Ausführungen und äußerst hilfreich!
KONSUMENT-Probe-Abo