Alarmanlagen - Angebote fürs Eigenheim

Der Preis der Sicherheit

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Konsument 10/2007 veröffentlicht: 10.09.2007

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Drei Systeme: Außenhautschutz, Innenraumüberwachung, Objektschutz

Allerdings gibt es drei verschiedene Systeme, was und wie überwacht wird. Die Entscheidung für eines dieser Systeme oder die Kombination mehrerer Systeme hängt nicht nur vom Bedrohungsszenario ab, sie bestimmt auch darüber, wie man mit der Alarmanlage leben kann (siehe Interview):

Der Außenhautschutz wehrt Einbrecher schon beim gewaltsamen Eindringen in das Haus ab. Bei dieser Form der Sicherung sind alle Möglichkeiten, durch die man in das Haus eindringen kann, mit Meldern (Magnetöffnungskontakten, Glasbruch- oder Erschütterungsmelder, etc) versehen. Das heißt, dass an jede Türe und jedes Fenster ein Melder angebracht sein muss und der Alarm ausgelöst wird, wird bei scharf gestellter Anlage ein Fenster oder eine Türe geöffnet.

Bei der Innenraumüberwachung sind ausgewählte Räume mit Bewegungsmeldern ausgestattet. Das Problem dabei ist, dass die Melder nicht zwischen Einbrechern und anderen Lebewesen unterscheiden können. Daher ist Hausbesitzern mit Haustieren der Außenhautschutz zu empfehlen

Beim Objektschutz sind nur die wertvollen Gegenstände gesichert, etwa durch einen Magnetkontakt in einem Haken, der den Alarm auslöst, wenn ein Bild von der Wand genommen wird. Bei diesem System gewährt man dem Einbrecher allerdings den Zeitvorsprung, dass er schon ungehindert in das Gebäude eindringen konnte und Polizei und Sicherheitsdienst kaum die Möglichkeit haben, ihn noch auf frischer Tat zu ertappen.

Die drei Systeme können natürlich kombiniert werden, wie dies auch von fast allen Anlagenerrichtern in diesem Test vorgeschlagen wurde (Ausnahme: Scan Wacht sah nur Innenraumschutz vor).

Melder

Diese Komponenten der Alarmanlage registrieren eine Veränderung an einem der zu schützenden Bereiche und leiten diese über die Meldelinie an die im Haus installierte Zentrale des Systems weiter. Je nach Erfordernis und baulichen Gegebenheiten gibt es eine Vielzahl von Meldern:

Bewegungsmelder

findet man häufig im Eingangsbereich von Gebäuden, die ein Licht einschalten, wenn jemand vorbei geht. Im Rahmen einer Alarmanlage sind sie allerdings wichtiger Bestandteil der Innenraumüberwachung. Auch hier gibt es verschiedene Systeme:

  • Infrarotmelder: Der wärmeempfindliche Infrarotsensor stellt sich auf die Umgebungstemperatur ein und reagiert auf plötzliche Veränderungen der Temperatur, wie sie ein Lebewesen verursacht, das sich im Bereich des Melders bewegt. Der Nachteil: Der Infrarotsensor kann nicht zwischen Menschen und Tieren unterscheiden und ist anfällig für Fehlalarme. Sie sollten jedenfalls nicht auf von der Sonne bestrahlte Flächen gerichtet sein.
  • Ultraschall-Bewegungsmelder: Besteht aus einem Sensor und einem Empfänger, der in einem abgegrenzten Überwachungsfeld Veränderungen in diesem Bereich registriert. Schwachstelle: Auch Fremdschwingungen der Luft im Ultraschallbereich können Alarm auslösen (technisch überholt)
  • Mikrowellen-Bewegungsmelder: Arbeitet ähnlich wie ein Radargerät und registriert Bewegungen im Überwachungsbereich. Nachteil: Die Mikrowellen durchringen auch Glas, Holz und dünne Wände und sind – bei schlechter Einstellung – für Fehlalarme außerhalb des Überwachungsbereichs anfällig.
  • Dualmelder oder Kombimelder: Eine Kombination aus Infrarot- und Mikrowellenmelder, die den Alarm nur auslöst, wenn beide Melder Veränderungen im Überwachungsfeld registrieren. Verringert die Wahrscheinlichkeit von Fehlalarmen.

Alle diese Melder müssen umsichtig montiert werden und z. B. durch Gehversuche getestet werden. So kann wie erwähnt ein Mikrowellen-Melder Bewegungen außerhalb des zu überwachenden Raumes registrieren, und es können andererseits Zwischenwände oder Möbel einen Schatten werfen, in dem sich ein Einbrecher unbemerkt bewegen könnte. Eine weitere sichere Meldeeinrichtung sind Kontaktmatten, die reagieren, wenn jemand auf sie tritt.

Um alle Elemente der Außenhaut zu schützen, gibt es ebenfalls eine weitere Reihe von Meldern:

  • Aktiver Glasbruchmelder: speist in die Glasplatte eine Frequenz ein, das Glas ist dauernd beschallt. Wenn die Glasplatte gebrochen wird, bricht der Schall ab und Alarm wird ausgelöst
  • Passiver Glasbruchmelder: Hat die Größe einer Streichholzschachtel und reagiert auf die Schwingungen, die entstehen, wenn die Scheibe eingeschlagen wird. Schwachstelle: Bei manchen Glasarten (geripptes Glas und Verbundglas) ist er wirkungslos, außerdem kann z. B. ein vorbei fahrender LKW dieselbe Frequenz wie brechendes Glas haben und Fehlalarm auslösen
  • Erschütterungsmelder: Reagiert auf stärkere Erschütterungen und kann auch bei geripptem und Verbundglas eingesetzt werden, hat allerdings noch höherer Fehlalarmquote
  • Alarmglas: ist mit stromführenden Drähten oder Folie versehen, wenn diese beschädigt werden, wird Alarm ausgelöst
  • Körperschallmelder: Reagiert auf ungewohnte Frequenzen wie Schläge und soll anzeigen, wenn jemand versucht, eine Mauer zu durchbrechen oder gewaltsam einen Tresor zu öffnen
  • Magnetöffnungskontakt: Besteht aus zwei Teilen, die jeweils im Rahmen und im Fenster oder in der Tür eingesetzt werden. Ein Magnet schließt den Stromkreis, der beim Öffnen unterbrochen wird und somit den Alarm auslöst
  • Riegelschaltkontakt: Überwacht den Verschlusszustand der Riegel an Fenster und Türen

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Kommentare

  • leider muss ich hst zustimmen
    von Beobachter27 am 08.12.2011 um 17:00
    mehr als eine allgemeine Information über Schutzmassnahmen ist im "Test" nicht drinnen. Als Opfer der "Schengenbeglückung" (trotz bestehender intakter Anlage und Verbindug zu einem Sicherheitsdienst sind der Schmuck meiner Frau und ein namhafter Geldbetrag weg, Dämmerungseinbruch am 22.11.11) stehe ich allein im Regen. Nur die Tatsache, dass der Einbrecher die Anlage vielleicht 1/2 Stunde ausschaltgen konnte, ist wohl ganz sicher. Beim WIE orakeln Polizei und Errichter und auch der VKI. Der Bürger steht im Regen und Niemand hi8lft ihm.
  • Schade um die 5€
    von hst am 15.08.2010 um 14:45
    Artikel ohne jeglichen Tiefgang auf Boulevard-Niveau, voll von Binsenweisheiten, Druckversion ohne Tabellen, Usability der Site katastrophal
  • Tipps und Beratung
    von rajszar am 30.05.2010 um 16:58
    Sehr gute Ausführungen und äußerst hilfreich!
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