Alarmanlagen - Angebote fürs Eigenheim

Der Preis der Sicherheit

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Konsument 10/2007 veröffentlicht: 10.09.2007

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Funkanlage, verkabelte Anlage

Es ist auch eine Preisfrage, ob die Meldelinie aus Funksignalen von den Meldern zur Zentrale besteht oder diese per Kabel weiter geleitet werden. Diese Frage sollte auch im Rahmen eines fundierten Beratungsgesprächs durch den Anlagenerrichter geklärt werden.

Eine Verkabelung ist auf jeden Fall die sicherere Variante, weil sie nicht störanfällig ist; das Funknetz kann unter Umständen gestört werden. Die nachträgliche Verkabelung eines gesamten Hauses (von jedem Melder und allen Warneinrichtungen zur Zentrale) kann aufwendig und dadurch teuer werden, mit 20 Stunden á 40 Euro muss man rechnen. (Tipp: Bei einem Haus-Neubau die Kabelstränge einplanen!) Andererseits sind die Komponenten der Kabelanlage billiger, und es fallen auch keine laufenden Kosten für die Batterien an, was 100 Euro und mehr pro Jahr ausmachen kann. Bei verkabelten Anlagen ist ein Sabotageschutz notwendig, der vermeidet, dass Einbrecher durch das Kappen der Leitung die Anlage außer Betrieb setzen können.

Vor dem Einbau einer Funkanlage sollte der Errichter auf jeden Fall testen, ob es starke Fremdsignale gibt, die stören. Diese können auch von ganz normalen Haushaltsgeräten herrühren. Nur die wenigsten Funkalarmanlagen sind vom Verband der Sicherheitsunternehmen Österreichs (VSÖ) geprüft und zertifiziert.

Alarm auslösen

Der ausgelöste Alarm hat im Prinzip zwei Funktionen: Einerseits soll er durch akustische und optische Signale den Einbrecher von seinem Vorhaben abhalten oder zumindest unter Stress setzen, andererseits die Alarmverfolgung auslösen.

Zum Abschrecken der Einbrecher sollten mindestens zwei Sirenen montiert werden. Eine sichtbar angebrachte Sirene hat für viele Einbrecher eine abschreckende Wirkung, denn sie zeigt ihm, dass das Haus durch eine Alarmanlage geschützt ist. Sirenen innerhalb des Hauses oder der Wohnung setzen den Einbrecher unter Stress und verkürzen die Tatzeit. Außen angebrachte Sirenen sollen schwer erreichbar sein, da Einbrecher Tricks haben, wie sie den Sirenenton fast unhörbar machen.

Dreh- oder Blitzleuchten

Ebenfalls sollen außen zwei Dreh- oder Blitzleuchten angebracht werden, eine davon gut sichtbar, die andere eher versteckt. Sie sollten schwer erreichbar sein, damit sie nicht zerstört oder sonst außer Betrieb gesetzt werden können. Diese Art von Signalen macht auch die Umgebung wie Nachbarn auf den Einbruch aufmerksam.

Der stille Alarm erfolgt über eine Telefonleitung zum Sicherheitsdienst und anderen Personen, die dafür bestimmt wurden, etwa dem Hausbesitzer. Durch den stillen Alarm kommt beim Sicherheitsdienst die Information an, wo dieser Alarm ausgelöst wurde, zum Teil auch mit den Details, welcher Melder Alarm geschlagen hat. Ein stiller Alarm kann auch durch einen oder mehrere Überfallsknöpfe ausgelöst werden.

Fehlalarme können teuer kommen

Fehlalarme und falsche Alarme kommen leider häufig vor. Ausgelöst können sie z. B. durch ein Haustier werden, das sich im Überwachungsbereich eines Infrarotmelders bewegt. Am häufigsten werden sie aber durch die Hausbenützer selbst ausgelöst, etwa wenn bei eingeschalteter Alarmanlage ein Fenster geöffnet wird. Fehlalarme stumpfen ab, nach dem fünften Fehlalarm schaut der Nachbar nicht mehr aus dem Haus, was nebenan los ist. Zwar können Sicherheitsdienste im Alarmfall versuchen per Telefon zu klären, ob ein Fehlalarm ausgelöst wurde. Ist die Alarmprozedur in Gang, kann das teuer werden, das Ausrücken von Sicherheitsdienst oder Polizei muss bezahlt werden.

Ziffernkombination, Fernbedienung

Eine Alarmanlage hat natürlich nur dann einen Sinn, wenn sie eingeschaltet, also scharfgestellt ist. Das sollte sie im Idealfall immer sein, also auch dann, wenn jemand zu Haus ist (was wiederum die Lebensqualität beeinträchtigt – siehe Interview – oder Anlass für Fehlalarme ist). So bieten Versicherungen einen Prämiennachlass beim Einbau einer Alarmanlage auch nur dann an, wenn diese immer scharfgestellt ist.

Die Alarmanlage kann durch eine Fernbedienung oder eine Ziffernkombination, die im Eingangsbereich in ein Bedienelement eingegeben wird, ein- und ausgeschaltet werden. Um den Hausbenützern das zu ermöglichen, ohne dass Alarm ausgelöst wird, ist eine Eintrittszeit nötig, die man selbst einstellen kann.

Blockschloss

Keine Eintrittszeit benötigt man bei Einbau eines Blockschlosses. Durch Kontakte im Türschloss wird die Alarmanlage beim Aufsperren mit dem Schlüssel aus- und beim Absperren eingeschaltet. Noch bequemer ist ein Proxy Chipschlüssel, der wie eine Fernbedienung funktioniert, man muss ihn also nicht ins Schloss stecken. Blockschloss bzw. Chipschlüssel haben allerdings auch den Nachteil, dass z. B. die Türe nicht abgeschlossen werden kann, wenn auch nur ein Element der Alarmanlage nicht funktionstüchtig ist. Das kann etwa sein, dass man vergessen hat, ein gekipptes Fenster ganz zu schließen. Ursache kann aber auch ein technischer Defekt sein, der vom Alarmanlagenerrichter behoben werden muss. Und der ist auch nicht sofort zur Stelle, z. B. an Feiertagen. Dann steht man da und kann nicht absperren.

Gut überlegt soll auch der Ort der Montage der Zentrale der Alarmanlage werden. Sie ist das Herzstück und soll nicht gleich von den Eindringlingen gefunden und zerstört werden können. Ein guter Platz, um sie zu montieren, ist etwa in einem Kleiderkasten. Da die Zentrale auch akustisch über Mängel oder den Zustand des Systems informiert, soll sie zwar nicht sichtbar, aber hörbar sein.

Testergebnisse

Die Installation einer Alarmanlage und das Leben mit ihr ist also eine komplizierte Materie. Umso wichtiger ist gute Beratung die hilft, sich im Dschungel der verschiedenen High-Tech-Systeme zu orientieren und das Beste für die persönlichen Anforderungen zu finden. Daher ist eine umfassende Bestandsaufnahme des Bedrohungsszenarios und der örtlichen Gegebenheiten durch den Alarmanlagen-Errichter ebenso wichtig wie ein ausführliches Beratungsgespräch. Neben den auffallenden Preisunterschieden waren das auch wesentliche Kriterien bei der Beurteilung der zehn zufällig ausgewählten Anbieter in unserem Test, der im übrigen in Zusammenarbeit mit dem Kriminalpolizeilichen Beratungsdienst durchgeführt wurde

Die Angebote von sechs Firmen waren großteils in Ordnung, aber nur zwei Firmen (Polster, mittlerweile in Konkurs, und Jandrisovits) verlangten einen Plan des zu Testzwecken vorgesehenen Einfamilienhauses, was eigentlich selbstverständlich sein sollte. Die Preise reichten von rund 1800 bis fast 7000 Euro, wobei das Angebot des teuersten (Polster) auch das umfangreichste war – es sah 32 Bewegungsmelder und Magnetöffnungskontakte vor. Das Billigangebot von Jandrisovits begnügte sich dagegen mit 3 Meldern. Ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bietet S3 (Slauf Security Systems) – 2300 Euro für 15 Melder.

Sicherheitsdienst, Qualitätszertifikat

Am besten ist es, wenn die Alarmanlage mit einem Sicherheitsdienst (z. B. Group 4, ÖWD, Securitas) verbunden ist, der im Fall des Falles automatisch informiert wird. Die Gebühr dafür beträgt je nach Umfang 9 bis 25 Euro monatlich. Eine günstige Kombination für Funkanlagenbesitzer bietet Group 4: Für die Jahresgebühr von 249 Euro werden auch Batterien und Akkus regelmäßig ersetzt.

Wichtig ist die technische Qualität der eingebauten Komponenten. Es gibt mehre Qualitäts-Zertifikate, das verlässlichste ist das des VSÖ, des Verbands der Sicherheitsunternehmen Österreichs. Ein wichtiges Detail am Rande: Viele Versicherungen geben eine Ermäßigung auf die Haushaltsversicherung bei Einbau einer Alarmanlage, sie muss allerdings das VSÖ-Prüfsiegel tragen und (in der Regel) von einer anerkannten Errichterfirma eingebaut (und gewartet) werden.

Ganz wichtig ist eine ausreichende Einschulung durch den Alarmanlagen-Errichter. Nicht nur, um das Leben mit der Anlage möglichst stressfrei zu halten, sondern um Fehlalarme zu vermeiden. Die meisten Fehlalarme werden durch falsche Handhabung ausgelöst.

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Kommentare

  • leider muss ich hst zustimmen
    von Beobachter27 am 08.12.2011 um 17:00
    mehr als eine allgemeine Information über Schutzmassnahmen ist im "Test" nicht drinnen. Als Opfer der "Schengenbeglückung" (trotz bestehender intakter Anlage und Verbindug zu einem Sicherheitsdienst sind der Schmuck meiner Frau und ein namhafter Geldbetrag weg, Dämmerungseinbruch am 22.11.11) stehe ich allein im Regen. Nur die Tatsache, dass der Einbrecher die Anlage vielleicht 1/2 Stunde ausschaltgen konnte, ist wohl ganz sicher. Beim WIE orakeln Polizei und Errichter und auch der VKI. Der Bürger steht im Regen und Niemand hi8lft ihm.
  • Schade um die 5€
    von hst am 15.08.2010 um 14:45
    Artikel ohne jeglichen Tiefgang auf Boulevard-Niveau, voll von Binsenweisheiten, Druckversion ohne Tabellen, Usability der Site katastrophal
  • Tipps und Beratung
    von rajszar am 30.05.2010 um 16:58
    Sehr gute Ausführungen und äußerst hilfreich!
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