Palmöl

Dem Öl auf der Spur

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KONSUMENT 2/2017 veröffentlicht: 26.01.2017, aktualisiert: 01.02.2017

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In immer mehr Produkten, die wir im Supermarkt kaufen, steckt Palmöl. Woher kommt dieser flächendeckende Einsatz, und gibt es dazu Alternativen?

Machmal gehen einem buchstäblich die Augen auf. Wer sich für Zutatenlisten interessiert, stellte eines Tages verblüfft fest: Ohne Palmöl geht bei vielen Lebensmitteln offenbar gar nichts. Ob Süßigkeiten, Backwaren, Suppen oder Soßen – überall ist Palmöl oder Palmkernöl (Palmfett oder Palmkernfett) drin. Was war eigentlich vorher? Ganz einfach: eine andere Art von Lebensmittelkennzeichnung.

Neue Kennzeichnung zeigt Ausmaß

Seit dem 13. Dezember 2014 gilt die neue Lebensmittel-Informationsverordnung (LMIV). Sie gibt vor, dass Erzeuger die in ihren Produkten enthaltenen pflanzlichen Fette und Öle genauer beschreiben müssen. Früher ­genügte der Hinweis "pflanzliche Fette" oder "pflanzliche Öle" und damit basta. Worum genau es sich handelte, wussten nur die Produzenten, während ihre Kunden ratlos zurückblieben. Die Wahrheit ist: Schon lange vor 2014 steckte in vielen Produkten Palmöl, bloß hatte niemand eine Ahnung davon.

Hauptanbau in Indonesien und Malaysia

Palmöl wird aus den Früchten der Ölpalme gewonnen. Ursprünglich in Westafrika be­heimatet, wird sie inzwischen in fast allen Tropenregionen der Erde angepflanzt. Die Hauptanbaugebiete sind derzeit Indonesien und Malaysia, wo riesige Plantagen angelegt wurden und weiter angelegt werden. Drei bis fünf Jahre dauert es, bis eine Ölpalme richtig in Schwung kommt. Dann kann man sie 25 bis 30 Jahre bewirtschaften, bis neu gepflanzt werden muss.

Dünne Haut, fasriges Fruchtfleisch

Jede der bis zu 30 Meter hohen Palmen produziert an die 15 Ernten pro Jahr. Ihre reifen Fruchtstände sind bis zu 50 Kilogramm schwer und tragen rund 4.000 rote Früchte. Diese sind 3 bis 5 Zentimeter lang. Sie haben eine dünne Haut und fasriges Fruchtfleisch, das zur Hälfte aus Öl besteht. In ihrem ­Inneren steckt ein Kern (Samen), aus dem das Palmkernfett bzw. Palmkernöl gewonnen wird. Da die Früchte empfindlich sind, müssen sie nach der Ernte rasch zu Ölmühlen transportiert und dort gepresst werden.

Kaum zu glauben

Von Pommes bis Babynahrung – erstaunlich viele Produkte enthalten Palmöl. Eine kleine Auswahl:

Produkte mit Palmöl (Foto: VKI)

 

 

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Kommentare

  • Gesund, ungesund?
    von REDAKTION am 06.02.2017 um 16:46
    Pflanzliche Fette und Öle werden hoch erhitzt, damit unerwünschte Geruchs- und Geschmacksstoffe entfernt werden (Raffination). Bei diesem Prozess entstehen MCPD-Fettsäureester und Glycidyl-Fettsäureester. Die höchsten Konzentrationen dieser Substanzen finden sich in Palmölen und Palmfetten, sie kommen jedoch auch in anderen Pflanzenölen und Pflanzenfetten vor (z.B.: Kokosöl/-fett, Walnussöl, Sonnenblumenöl, Sojaöl, Rapsöl und Margarine). Auch wenn wir Produkte mit Palmöl aktuell nicht untersucht haben: Die beste Idee von allen ist noch immer, weniger Fett essen, vermehrt selber kochen sowie saisonale und regionale Produkte bevorzugen. Damit nimmt man auch automatisch weniger der genannten Schadstoffe auf. Ihr Konsument-Team
  • GESUND ODER UNGESUND
    von 156469 am 05.02.2017 um 11:34
    ES GIBT IN LETZDER ZEIT SEHR VIELE DISKUSSIONEN OB GESUND KREBSERREGEND UM WAS GEHT ES JETZT WIRKLICH
  • Palmöl
    von kdidi am 26.01.2017 um 15:15
    Es ist sehr sinnvoll beim Essen Palmöl so wenig wie möglich zu konsumieren. Doch es ist ein Wahnsinn dass durch Gesetz unsere Bundesregierung (Biotreibstoff) dem Treibstoff (Diesel) Palmöl beigemischt werden muss.
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