Lebenserwartung: Sterbetafeln

Unrealistische Modelle

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KONSUMENT 4/2018 veröffentlicht: 22.03.2018

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Gehen Versicherungen bei der Prämienberechnung für Renten- und Ablebensversicherungen von völlig unrealistischen Lebenserwartungen aus? Wir sind der Sache nachgegangen.

Gehen Versicherungen bei der Prämienberechnung für Rente- nund Ablebensversicherungen von völlig unrealistischen Lebenserwartungen aus? (Bild: Rosch/VKI)

In der Pension sorglos leben und endlich Zeit haben für die wirklich schönen Dinge des Lebens – so könnte man die Erwartungen auf den Punkt bringen, die mit dem Leben nach dem Job verbunden sind. Dafür ist so mancher gerne bereit, etwas zur Seite zu legen. Man will ja auch im Alter das Leben noch in vollen Zügen genießen können. Private Rentenversicherungen sollen die staatliche Pension mit monatlichen Zahlungen aufbessern und Versicherungslücken abdichten.

Gutes Geschäft für Versicherer

Doch in der Mehrzahl der Fälle sind die Verträge vor allem ein gutes Geschäft für die Versicherer. Die Versicherungswirtschaft kalkuliere, so der deutsche Bund der Versicherten, mit einer sehr hohen Lebenserwartung der Kunden. Das bedeute für die Versicherungskunden, dass ihre monatliche Rente sinke.

Teures Langlebigkeitsrisiko

Rentenversicherungen sind schließlich nichts anderes als eine Wette zwischen Versicherer und Kunde über dessen Lebenserwartung. Wird der Versicherungsnehmer älter als vom Versicherer berechnet, dann ist das eingezahlte Kapital aufgebraucht und die Versicherung muss die monatliche Rente aus eigener Tasche bezahlen. „Langlebigkeitsrisiko“ nennen das die Versicherer, das sie bei der Berechnung der Beiträge einkalkulieren.

Jenseits des Neunzigers

Rentenversicherer kalkulieren also mit sehr hohen Lebenserwartungen, der Break-even des eingesetzten Kapitals muss möglichst weit in der Zukunft liegen. Das bedeutet für den Versicherungsnehmer, dass er schon sehr alt werden muss, wenn er sein eingesetztes Kapital "ausschöpfen“ will – nach den gängigen Versicherungsmodellen mehr als 90 Jahre. Nun ist es grundsätzlich nicht so, dass eine Versicherung ein Geschäft für den Versicherten sein muss. Eine gewisse Ausgewogenheit zwischen dem vom Versicherten eingesetzten Kapital für die Rente und der vom Versicherer gebotenen Leistung ist aber zweifelsohne nicht zu viel verlangt. Wie kommt es also zu dem Ungleichgewicht?

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Wertung: 4 von 5 Sternen
14 Stimmen

Kommentare

  • Lebensversicherungen
    von Waluliso am 04.06.2018 um 21:53
    Der Kunde verliert immer, hat jetzt sogar eine Negativverzinsung. Die Gewinnzusagen sind viel zu blauäugig, geschönt und sollen den Anleger nur blenden.
  • Sterbetafeln der Lebensversicherer
    von Waluliso am 03.04.2018 um 09:41
    Als bereits etwas älterer VN konnte ich generell die langfristige Entwicklung und Gestaltung der Personenversicherungen miterleben.
    Meine Hauptkritik: beim Abschluss von Verträgen wird der presumptive Kunde nie über diese Hintergründe aufgeklärt. Es steht einzig und allein immer die Provision der Vertreter im Vordergrund. Die Bedürfnisse der Versicherten sind zweitrangig. Hätte man vor Jahrzehnten bereits eine reine Rentenversicherung abgeschlossen, so könnte man in der Rentenbezugsphase mehrere Vorteile auf einmal genießen: 1) den damals höchstmöglichen Garantiezinssatz von 4 % p.a. und 2) die Sterbetafeln aus den 90iger-Jahren, die ja noch wesentlich akzeptabler waren als jetzt.
    Außerdem wage ich zu behaupten, dass die generelle Lebenserwartung bereits wieder zu sinken beginnt, was man bereits in den USA festgestellt hat. Gründe: immer schlechtere industrielle Ernährung und riskantere Umweltbedingungen.
    Einer wird die Wette um den Tod immer gewinnen: die Versicherung!

    mfg
    Guttmann
Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo