Martinigans

Kulinarisches Herbsthighlight

Seite 1 von 3

Nächsten Inhalt anzeigen
KONSUMENT 11/2018 veröffentlicht: 25.10.2018

Inhalt

Zu Martini, am 11. November, kommt traditionell eine knusprig gebratene Gans auf den Tisch. 

Der 11. November, der Martinstag, ist der Gedenktag des heiligen Martin von Tours. Einer Legende zufolge versteckte er sich in einem Gänsestall, um seiner anstehenden Weihe zum Bischof zu entgehen. Durch das aufgeregte Schnattern der Gänse wurde sein Versteck dann aber doch entdeckt. Nach einer anderen Überlieferung fielen Gänse bei Bischof Martin in Ungnade, weil sie laut schnatternd in den Kirchenraum gewatschelt waren und ihn bei seiner Predigt störten.

0,2 kg Gänsefleisch pro Kopf

Egal ob man der einen oder der anderen Geschichte Glauben schenken will, für die Gänse gingen beide gleich aus. Sie wurden gebraten. Bei uns kommt durchschnittlich einmal pro Jahr – meistens zu Martini oder zu Weihnachten – ein Gänsegericht auf den Tisch. Pro Kopf und Jahr werden rund 0,2 kg Gänsefleisch gegessen.  

Haltung im Grünland

Gänse sind das einzige Geflügel, das Weidegras richtig verdauen kann. Sie eignen sich daher sehr gut für die Haltung im Grünland. Das Halten von Gänsen war früher auf Bauernhöfen üblich, wurde dann aber nach und nach aufgegeben. Erst in den letzten Jahrzehnten wird wieder mehr auf Gänsehaltung gesetzt – und das auch unter dem Aspekt des Tierschutzes.

Auflagen für Bio-Mastbetriebe

Für Bio­-Mastbetriebe gibt es genaue Vorgaben. Hier muss die Auslauffläche pro Gans 15 Quadratmeter betragen. Auf einen Quadratmeter Stallgrundfläche dürfen höchstens 10 Tiere (bzw. 21 kg Lebendgewicht) kommen. Bio­-Weidegänse sind hauptsächlich ab Hof erhältlich. Auflagen für die Tierhaltung gibt es auch beim Verein „Österreichische Weidegans“. Die Küken bleiben bis zur sechsten Woche hauptsächlich im Stallbereich, danach sind sie auf der Weide. Österreichische Weidegänse werden ebenfalls ab Hof verkauft und an die Gastronomie geliefert.

Doch obwohl die Inlandsproduktion zuletzt kräftig zugelegt hat, sind die meisten Gänse, die bei uns auf dem Teller landen, importiert. Die Tiere stammen vor allem aus Ungarn, aber auch aus Polen und Frankreich, und sie werden als Tiefkühlware verkauft.  

 

Die folgenden Seiten dieses Artikels sind kostenpflichtig.

Falls Sie Abonnent sind, melden Sie sich bitte an:
 
Falls Sie kein Abonnent sind, wählen Sie bitte eine der folgenden Optionen:

KONSUMENT-Abo

52 Euro: 12 Hefte + Online-Zugang  Mehr dazu

KONSUMENT-Online-Abo

25 Euro: 12 Monate Online-Zugang  Mehr dazu

Online-Tageskarte

5 Euro: 24 Stunden Online-Zugang  Mehr dazu

Bewertung

Wertung: 5 von 5 Sternen
2 Stimmen

Kommentare

  • Bio-Mastbetriebe mit weniger Grundfläche als d. Gesetz es vorsieht?
    von RomanM. am 12.11.2018 um 21:31
    Die Aussage betreffend der Tierzahl bzw. kg Lebendgewicht pro Quadratmeter für Bio - Mastbetriebe ["Auf einen Quadratmeter Stallgrundfläche dürfen höchstens 10 Tiere (bzw. 21 kg Lebendgewicht)] kommen" kann ich nicht nachvollziehen. Wie soll/kann das funktionieren wenn der Gesetzgeber selbst für konventionelle Haltung ein Höchstgewicht von nur 15kg/m² vorschreibt?
    Quelle: 1. Tierhaltungsverordnung, Anhang 6,Art.6.2:
    https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=20003820
Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo