Geldanlage: Fonds

ETF vs. gemanagte Fonds

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KONSUMENT 12/2018 veröffentlicht: 22.11.2018, aktualisiert: 27.11.2018

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ETF werden derzeit in vielen Medien als relativ einfacher, kostengünstiger Rendite­bringer gehypt. Dass sie gemanagte Fonds bei der Rendite abhängen, ist aber nicht garantiert.

Auch wenn das Sparbuch nach wie vor an der Spitze steht, setzen die Österreicher zunehmend auf Wertpapiere: Um elf Prozent mehr Anleihen, Aktien & Co sind es im Lauf der vergangenen zehn Jahre geworden, wie eine aktuelle IMAS-Studie ergab.

Kein Wunder, zumal die aktuelle Höhe der Zinsen herkömmliche Spar- und Bankprodukte wenig attraktiv macht und die Inflationsrate die Renditen auffrisst.

Trend zu Fondssparplänen

Wertpapiere sind auf längere Sicht etwas ergiebiger. Ein Investment in Aktien kann daher eine interessante Möglichkeit zum Erhalt oder noch besser zur Vermehrung des eigenen Sparkapitals sein – aber nur dann, wenn man relativ viel Geld zur Verfügung hat und Verluste verkraften kann.

Vieles von den Wertpapier-Neuzugängen fließt daher, wenig überraschend, in die sichereren Wertpapiervarianten Anleihen und Fonds, vor allem in Fondssparpläne.

Mit Kleinbeträgen "an der Börse"

Fonds haben den Vorteil, dass das von einer Kapitalanlagegesellschaft eingesammelte Geld nicht in die Bilanz des Unternehmens aufgenommen wird, sondern ein Sondervermögen darstellt, das nicht dem Unternehmen, sondern den Anlegern zugeordnet wird und damit geschützt ist. Fonds gibt es in sehr unterschiedlichen Varianten, zum Beispiel basierend auf verschiedenen Ländern, Regionen oder auch Branchen.

Gemanagte Fonds oder ETFs rentabler?

Ein weiteres wichtiges Unterscheidungsmerkmal betrifft die Art der Fondsverwaltung: Handelt es sich um gemanagte Fonds oder um nicht gemanagte Fonds, sogenannte ETF (Exchange Traded Funds)?

Der Begriff stand ursprünglich für Fonds, die an der Börse gehandelt werden; heute trifft das auch für viele gemanagte Fonds zu, sodass ETF heute als Synonym für Fonds steht, die nicht von Fondsmanagern betreut werden, sondern sich bei ihrer Zusammenstellung rein nach verschiedensten Börsenindizes wie ATX, DAX oder MSCI World richten.

In der Tabelle finden Sie:

Marke, Type, Produkte, Dienstleistungen
ATX Index, ishares ATX ETF ETF, ESPA Stock Vienna gemanagt, Raiffeisen-Österreich Aktien gemanagt, Euro Stoxx 50 Index, DEKA Euro Stoxx ETF, 3-Banken Europa Stock-Mix gemanagt, Amundi Europa Stock gemanagt, Index MSCI USA Index, UBS ETF MSCI USA ETF, Fidelity America Fund gemanagt, Erste Resp. Stock America gemanagt, MSCI World Index, Xtrackers MSCI World ETF, Raiffeisen-Global-Aktien gemanagt, Kepler Global Aktien gemanagt, Gold Rohstoff, ETFS Physical Gold ETC ETF

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Wertung: 2 von 5 Sternen
12 Stimmen

Kommentare

  • @neferhotep
    von REDAKTION am 14.12.2018 um 13:15
    Danke für Ihren Kommentar. Im Hinblick auf einen Performance-Vergleich Index und ETF haben Sie natürlich recht. Wir haben die veröffentlichten Preis-Indizes (die den meisten Verbrauchern zugänglich sind) als Benchmark zur Darstellung in der Grafik gewählt um die den Verbraucher leicht aus den Tageszeitungen zur Verfügung stehenden Informationen einfließen zu lassen. Aus Sicht des Durchschnittsverbrauchers sehen wir diesen Vergleich als praktikabler an. Nichtsdestotrotz bedauern wir, dass wir die Darstellung der gewählten Indizes nicht sauber genug gewählt, respektive nicht genauer erklärt haben.
    Ihr KONSUMENT-Team.
  • Erschreckende Ahnungslosigkeit
    von neferhotep am 09.12.2018 um 10:11
    Um diesen Artikel kommentieren zu können habe ich mich mit den Account meines Vaters eingeloggt, er gibt mir die Hefte immer zur Lektüre weiter. Aber dieser Artikel ist von einer so enormen Ahnungslosigkeit geprägt, dass es schon weh tut.

    Im Vergleich auf Heftseite 35 schneidet ein ETF auf den MSCI USA über 10 Jahre deutlich besser ab (kummuliert ca. +65%!) als sein Vergleichsindex. Wenn dem Autor dabei nicht auffällt, dass ein Indexfonds auf Grund der Kosten unmöglich besser als sein Index abschneiden kann ist das einfach peinlich. Damit fiele er bei der Vermögensberaterprüfung mit Bomben und Granaten durch. Also, wenn man keine Ahnung von etwas hat sollte man halt auch nicht darüber schrieben.

    Die andere Deutungsmöglichkeit ist leider auch nicht besser: Da ja keine ISIN angegeben ist hat er vielleicht eine Sondertranche des ETFs genommen und mit dem falschen Index verglichen. Es gibt ja mittlerweiel mehr Indexfonds als er überhaupt investierbare Aktien gibt, also ist die Auswahl des passendens ETF nicht einfach.

    Zur Auflösung: Es gibt seit Jahren standardisierte Kundeninformationsdokumente (KID), die auf Seite 2 die Wertentwicklung mit dem Index vergleichen, sofern es einen gibt. Hier sieht man sofort und öffentlich zugänglich, dass der ETF um ziemlicu gneau seine Kosten von 0,14% pro Jahr schlechter als der Index abschneidet.

    Ich kann mich dem anderen Poster nur anschließen, eine Richtigstellung wäre höchst notwendig.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Mag. Stefsn Weinberger
    (Diplom.Finanzberater)
  • @Paul99
    von REDAKTION am 27.11.2018 um 15:41
    Danke für Ihren Hinweis – im Artikel haben wir die etwas missverständliche Formulierung "Aktien der Raiffeisen Österreich" nun auf „Fonds Raiffeisen-Aktien-Österreich“ geändert. Die Performanceangaben beziehen sich auf diesen Fonds und nicht auf Aktien.
    IHR KONSUMENT-Team
  • Das macht s nicht besser
    von paul99 am 26.11.2018 um 14:14
    Ich möchte nicht auf jeden Punkt einzeln eingehen, aber hier noch mein Kommentar zu ein paar der Antworten:

    > Zitat: "Fonds haben den Vorteil, dass das von einer Kapitalgesellschaft
    > eingesammelte Geld nicht in die Bilanz des Unternehmens aufgenommen wird,
    > sondern ein Sondervermögen darstellt, das nicht dem Unternehmen, sondern den
    > Anlegern zugeordnet wird und damit geschützt ist"
    > Frage: Inwiefern unterscheidet sich das Investment in Aktien? Die sind natürlich
    > auch Sondervermögen.
    >
    > *Antwort: *Aktien bilden das Eigenkapital der Firma. Geht eine Firma in Konkurs
    > ist es damit eher weg. Die Streuung eines Fonds bietet hier entsprechend Schutz.
    > Vor einer Insolvenz der Kapitalanlagegesellschaft bietet das Sondervermögen den
    > Schutz, dass es eben nicht in die Konkursmasse fällt.

    Geht eine Firma in Konkurs, ist das Geld weg. Egal ob ich die Aktie direkt gekauft habe, oder ob "mein" Fonds sie gekauft hat. Dass das weniger auffällt, wenn ich Anteile von mehr als einer Firma habe, ist klar, aber kein relevanter Unterschied zwischen Direktanlage und Fonds.

    Mir brauchen Sie übrigens "Diversifikation" und deren Wichtigkeit nicht zu erklären, aber für viele Leser wäre das sicher interessant gewesen. Wie sie selbst feststellen können, kommt der Begriff aber in Ihrem Artikel nicht ein einziges Mal vor.

    > Zitat: "Bei österreichischen Werten überholten Aktien der Raiffeisen Österreich
    > mit über 100 Prozent Rendite den iShares ATX ETF deutlich"
    > Frage: Vergleicht der Autor ernsthaft die Performance eines ETF über einen Index
    > mit der eines einzelnen Wertpapiers? Dann hat er vom gesamten Thema
    > Diversifikation und Risiko nicht die geringste Ahnung.
    >
    > *Antwort: *Bei Raiffeisen Österreich Aktien handelt es sich um einen Aktienfonds
    > mit Schwerpunktanlage Österreich und ist damit vom Anlageuniversum ähnlich dem
    > Index. Zum Thema Diversifikation bitte auch die Antwort zu Unterschieden in
    > Aktiendirektanlagen und Fonds vergleichen.

    Im Artikel und in meiner Frage steht eindeutig "Aktien der Raiffeisen Österreich". Jetzt sprechen Sie plötzlich von einem Fonds namens "Raiffeisen Österreich Aktien". Sind Sie tatsächlich der Meinung, dass es sich dabei um ein und dasselbe handelt, oder wieso verwenden Sie die Begriffe sonst synonym?

    > Zitat: "Der Xtrackers-ETF auf den MSCI World wiederum lag weit über dem Index
    > und noch immer deutlich vor den Raiffeisen- und Kepler-Global-Aktien"
    > Frage: Und wieder werden Äpfel und Birnen verglichen, wobei hier ein echter Bock
    > geschossen wurde: Ein ETF auf den MSCI World liegt also weit über dem MSCI World
    > selbst. Könnte das etwa daran liegen, dass der ETF thesaurierend ist, und die
    > Erträge daher wieder veranlagt?
    >
    > *Antwort: *Richtig. Dies liegt an der Re-Investition und auch an der
    > Wertentwicklung, die beim Fonds auf Euro lautet. In diesem Falle ist die
    > Unterscheidung wichtig, da hier deutlich wird, dass die Aussage ein ETF performt
    > wie der zugrundeliegende Index nicht immer stimmt.

    Das hat aber wiederum genau nichts mit ETF im Speziellen zu tun, sondern mit dem Zinsenzinseffekt im Allgemeinen. Bei jeder Geldanlage muss natürlich berücksichtigt werden, ob Erträge re-investiert oder ausgeschüttet werden. Sie können doch nicht diesen Faktor dazu benutzen, um verschiedene Arten von Geldanlagen in Ihrer Performance zu vergleichen.
  • @paul99 - Antwort Teil 2
    von REDAKTION am 26.11.2018 um 11:15

    Zitat: "Der Xtrackers-ETF auf den MSCI World wiederum lag weit über dem Index und noch immer deutlich vor den Raiffeisen- und Kepler-Global-Aktien"

    Frage: Und wieder werden Äpfel und Birnen verglichen, wobei hier ein echter Bock geschossen wurde: Ein ETF auf den MSCI World liegt also weit über dem MSCI World selbst. Könnte das etwa daran liegen, dass der ETF thesaurierend ist, und die Erträge daher wieder veranlagt?

    Antwort: Richtig. Dies liegt an der Re-Investition und auch an der Wertentwicklung, die beim Fonds auf Euro lautet. In diesem Falle ist die Unterscheidung wichtig, da hier deutlich wird, dass die Aussage ein ETF performt wie der zugrundeliegende Index (gemessen an der Entwicklung der Indexpunkte, die der Anleger aus der Tageszeitung kennt) nicht stimmt.

    Zitat: "Gute Ergebnisse in der Vergangenheit lassen zwar keine eindeutigen Schlüsse auf die künftige Performance zu, aber sie geben Aufschluss darüber, wie gut ein Fonds verwaltet wurde."

    Frage: Da muss einem doch auffallen dass der Satz schon in sich widersprüchlich ist. Einerseits wird völlig richtig erwähnt dass man sich nicht auf Daten aus der Verganenheit verlassen kann, und dann wird einem exakt das als Kriterium bei der Auswahl eines gemanagten Fonds empfohlen.

    Antwort: Da ein gemanagter Fonds eben sehr von den Fähigkeiten des Anlagemanagements abhängt, ist eine nachgewiesenes gutes Management in unseren Augen zumindest ein Indiz für die Qualitäten des Managements. Aber eben keine Garantie. Die zukünftigen Qualitäten eines Fondsmanagements zu beurteilen, ist ohne die Vergangenheitsbetrachtung kaum möglich.

    Ihr KONSUMENT-Team

Bild: VKI