KONSUMENT.AT - Glyphosat in Babywindeln in Frankreich gefunden - Duftstoff für Kosmetik

Glyphosat in Babywindeln in Frankreich gefunden

Mehrere chemische Substanzen in gefährlich hohen Mengen

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veröffentlicht: 24.01.2019

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In Österreich verkaufte Windeln waren bei unserem letzten Test sauber.

In Frankreich sind Spuren des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat in Babywindeln entdeckt worden. In Untersuchungen von Windeln seien Hinweise auf mehrere chemische Substanzen in gefährlich hohen Mengen gefunden worden, teilte die französische Agentur für Lebensmittel- und Umweltsicherheit ANSES mit.

Test in Österreich: gute Ergebnisse

DI Dr. Birgit Schiller (Bild: Fotodesign Weiß) Unser aktueller Windel-Test vom Herbst 2018 ( www.konsument.at/test-windeln-112018 ) zeigte gute Ergebnisse: "Unsere Produkte waren sehr sauber", betont Birgit Schiller, Testleiterin beim Verein für Konsumenteninformation (VKI). "Nur in drei Produkten haben wir Spuren von Glyphosat oder des Abbauproduktes AMPA gefunden. Wenn die Österreicher die von uns getesteten Windeln kaufen sind sie also sicher."

Duftstoffe für Kosmetik

Zu den in Frankreich gefundenen Substanzen gehörten neben Glyphosat bestimmte aromatische Kohlenwasserstoffe sowie Butylphenyl Methylpropional, letzteres ein Duftstoff für Kosmetikprodukte. Die französische Regierung rief Hersteller und Einzelhändler dazu auf, dafür zu sorgen, dass diese Substanzen aus den Windeln entfernt werden.

Unkrautvernichter von Monsanto

Das in französischen Windeln gefundene Glyphosat zählt zu den weltweit am meisten eingesetzten Unkrautvernichtern und wurde vom Monsanto-Konzern entwickelt. Der Chemie-Riese Bayer hat das Unternehmen im Sommer 2018 für rund 63 Milliarden Dollar gekauft. Spuren von Glyphosat wurden bereits etwa in Bier gefunden (siehe unseren Report www.konsument.at/glyphosat042018 ), allerdings in gesundheitlich unbedenklichen Mengen. Der deutsche Bayer-Konzern sieht sich in den USA wegen Glyphosat mit rund 9300 Klägern konfrontiert. Das Unkrautvernichtungsmittel steht im Verdacht, krebserregend zu sein. Bayer betont dagegen, dass der Wirkstoff bei sachgemäßer Anwendung sicher sei.

Unser KONSUMENT-Test 

Unser Windel-Test vom November 2018 besteht aus 3 Teilen:

  1. Anwendungstest im Labor: Feuchtigkeitsaufnahme/ Absorptionsgeschwindigkeit, Dichtheit, Verhalten bei Wiederbefeuchtung, Eigenschaften Klettverschluss  
  2. Praxistest: an 30 Kindern zu Hause, Tag und Nacht
  3. Chemische Prüfung: 26 potenziell allergene Duftstoffe, Glyphosat und AMPA, PAKs, AP/APEOs

Lesen Sie mehr

•     Test: Windeln - Mit Leichtigkeit trocken (KONSUMENT 11/2018)
•     Report: Glyphosat in Bier – Verunreinigt (KONSUMENT 4/2018)

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