KONSUMENT.AT - Innocent Blue Break - Besser Obst: enthält Vitamine und weniger Fruchtzucker

Innocent Blue Break

Zuckersüß

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veröffentlicht: 28.07.2020

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Was Konsumenten alles versprochen und dann nicht gehalten wird. Diesmal im Lebensmittel-Check: ein Smoothie, der damit wirbt, die Zellen zu schützen, obwohl er viel Zucker enthält.

 

Das steht drauf: Innocent Blue Break

Gekauft bei: in vielen Geschäften erhhältlich

Das ist das Problem

Für viele ist es gar nicht so einfach, täglich die in der österreichischen Ernährungspyramide empfohlenen zwei Portionen Obst und drei Portionen Gemüse zu essen. Da scheinen Smoothies gerade recht zu kommen: Mit ihrem hohen Obstanteil decken sie zwei Portionen Obst locker ab. Und sie können gleich nach dem Kauf getrunken werden. Praktisch, oder?   

Viel Zucker, viele Kalorien

Obst enthält freilich auch Fruchtzucker. Innocent Blue Break setzt sich aus  Apfel-, Kokosnuss- und Traubensaft, weißem Guavenpüree, Maracujasaft, Spirulina-Extrakt, Limettensaft und Vitaminen zusammen. Je 100 ml Smoothie liefern stolze 9,3 g Zucker. Was den Zuckergehalt anbelangt, lässt sich Innocent Blue Break gleich neben Cola, Fanta, Almdudler & Co einreihen. Auch der Kaloriengehalt ist mit ca. 41 kcal pro 100 ml nicht gerade unbeträchtlich.

Aber: Wer begnügt sich bei einem Getränk wie diesem tatsächlich mit nur 100 ml?  Innocent Blue Break gibt es in 330- ml- und 750-ml-Flaschen. Einmal geöffnet, wird die kleinere Flasche wohl meistens gleich ausgetrunken. 

Laut Auslobung zum Schutz der Zellen ...

Was die Auslobung „Schützt deine Zellen“ auf der Flasche anbelangt: Sie ist unserer Meinung nach zu allgemein gehalten. Sie lässt annehmen, dass durch den Konsum des Smoothies ein ganzheitlich gesundheitsfördernder Effekt gegeben ist. Auf der Flaschenrückseite ist die autorisierte gesundheitsbezogene Angabe (Health Claim) vollständig aufgedruckt: „Reich an Vitamin E, das dazu beiträgt die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen." Die Auslobung auf der Flaschenvorderseite sollte sich ebenfalls explizit auf das im Smoothie enthaltene Vitamin E beziehen, statt das gesamte Getränk mit seinem hohen Zuckergehalt als gesundheitsfördernd zu präsentieren.

... tatsächlich eine "Lawine" an Zucker

Mit dem Konsum eines Smoothies (oder auch eines Fruchtsafts oder Softdrinks) nimmt man eine wahre „Lawine“ an konzentriertem Zucker auf.

Besser: Obst - weniger Fruchtzucker, dafür Ballaststoffe

Statt einen Smoothie zu trinken, wäre es besser, ein Stück Obst zu essen. Mit einem Apfel oder einer Birne nimmt man weniger Fruchtzucker, dafür aber auch Ballaststoffe aus der Schale auf. Für die Erzeugung von Smoothies wird Obst meist nicht komplett verarbeitet.

Nicht zuletzt: Obst enthält von Natur aus Vitamine. Smoothies mit Vitaminen anzureichern, ist daher nicht nötig. Innocent Blue Break sind Vitamin B1, B2, B3, B6, C, E zugesetzt. Ob die Zellen durch Vitamine bei diesem hohen Zuckergehalt  „geschützt“ werden, ist fraglich.

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Kommentare

  • Apfelsaft mit vielen Namen
    von Mnemosyne am 08.08.2020 um 18:27
    Es gibt derzeit eine Unmenge solcher "Fruchtsäfte" auf dem Markt. Gemeinsam ist ihnen allen eins: Sie sind vorwiegend aus Apfelsaft. Die Verpackung lässt oft anderes vermuten, dort wird nämlich oft der in verschwindenden Mengen beigemischte, "exotischere Anteil" (Kokos, Mango, Kiwi) groß beworben. Die Aushängeschild-Früchte werden groß und breit aufgedruckt. Der Blick auf die Zutatenliste ist ernüchternd. Denn dort sind diese Früchte in Wahrheit nur im unteren Drittel anteilig enthalten.

    Zur Zuckerbombe kommt also der Etikettenschwindel hinzu. Ein gutes Geschäft für die Frunchtsafthersteller!