KONSUMENT.AT - Bresaola della Valtellina g.g.A. - Unklare Kennzeichnung

Bresaola della Valtellina g.g.A.

Mit Fleisch aus Brasilien?

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veröffentlicht: 27.04.2021

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Was Konsumenten alles versprochen und dann nicht gehalten wird. Diesmal im Lebensmittel-Check: ein italienischer Rinderschinken, dessen Fleisch laut Kennzeichnung aus Brasilien stammt.

 

Das steht drauf: Bresaola della Valtellina g.g.A.

Gekauft bei: Bei Hofer erhältlich

Das ist das Problem

Bresaola della Valtellina g.g.A. ist ein luftgetrockneter Rinderschinken aus Italien. Abbildungen auf der Verpackung zeigen eine italienische Landkarte mit Hervorhebung der Lombardei sowie eine mediterrane Landschaft. Die Produktbeschreibung auf der Vorderseite der Verpackung ist zudem in italienischer Sprache abgefasst. So werden wohl auch die verwendeten Rohstoffe gänzlich aus Italien stammen – oder doch nicht?

Woher stammen die Rohstoffe?

Dieses Produkt trägt das Siegel „g.g.A.“ (geschützte geographische Angabe). Der Schinken darf somit nur in einer definierten Region, hier der Lombardei (Italien), nach einer bestimmten Produktionsweise hergestellt werden. Woher die Rohstoffe für diesen Schinken kommen, lässt sich mit dem Siegel auf der Verpackung jedoch nicht erkennen.

Fleisch aus Brasilien, verarbeitet in Italien

Bei verarbeiteten Fleischprodukten muss der Hersteller die Fleischherkunft grundsätzlich nicht angeben. Auf der Produktrückseite von Bresaola della Valtellina g.g.A. kennzeichnet der Hersteller „Geburt, Aufzucht, Schlachtung und Zerlegung des Rinds“ jedoch freiwillig mit dem Länderkürzel „BR“. Das bedeutet, gemäß dem internationalen Länderkürzel stammt das verwendete Fleisch aus Brasilien. Nur die Verarbeitung dürfte laut Kennzeichnung in Italien stattfinden.

Würde jemand brasilianisches Fleisch darin vermuten, wenn die Verpackung auf den ersten Blick so wirkt, als handle es sich um ein italienisches Produkt? Noch dazu stammt der Rinderschinken immerhin aus einem Supermarkt, der stark mit Regionalität wirbt.

Unklare Kennzeichnung

Da die „primäre Zutat“, also das Rindfleisch, nicht aus Italien stammt, ist der Hersteller verpflichtet, die tatsächliche Herkunft auf der Verpackung anzugeben. Unserer Meinung nach ist diese Kennzeichnung „aus der EU – Nicht EU“ allerdings nicht korrekt. Stammt das Fleisch gänzlich aus Brasilien, so sollte auf der Packung auch nur „Nicht EU“ oder „Brasilien“ angegeben werden.

Fehlerhaftes Etikett

Laut der Firma Hofer handelt es sich um ein fehlerhaftes Etikett. Ob das Fleisch in dieser Packung nun tatsächlich aus Brasilien stammt, lässt sich aus der Rückmeldung auf unsere Nachfrage nicht herauslesen. Erfreulich ist aber die Ankündigung, dass Hofer für dieses Produkt künftig Fleisch aus der EU verwenden will. Wir bleiben dran!

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