Nacktschnecken: bekämpfen, vertreiben, abhalten

Tipps gegen die Plage

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veröffentlicht: 28.07.2011, aktualisiert: 28.07.2016

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Nacktschnecken: Auch in diesem Sommer kommen viele braune Schnecken in unsere Gärten und fressen alles kahl. So schützen Sie ihre Blumen- und Gemüsebeete.

Wirksame giftfreie Maßnahmen gegen Schnecken

  • Schneckenzäune
  • Kupfer
  • Trockenfutter zwecks Anlocken
  • Fördern und Erhalten der Lebensräume natürlicher Feinde (z.B. Schnegel)

Wirksame chemische Bekämpfung

  • Schneckenkorn mit dem Wirkstoff Eisen-3-Phosphat oder in Form von Methaldehyd-Präparaten

Was tun mit angelockten Nacktschnecken?

  • in Metallgefäßen einsammeln, mit kochendem Wasser übergießen und in ein Erdloch schütten

Unwirksam und Tierquälerei

  • Tiere zerschneiden
  • mit Salz bestreuen

Und so funktioniert der Einsatz ohne Gift:

Schneckenzäune

Der Gartenbesitzer steckt die Schneckenzäune, etwa zehn Zentimeter tief in die Erde. Die Zäune haben eine Höhe von etwa 15 Zentimetern mit einem nach außen überhängenden Rand. Damit stellen sie eine unüberwindbare Hürde für die kriechenden Weichtiere dar. Wichtig ist, darauf zu achten, dass die Ecken der Zäune gut verbunden sind, da die Schnecken selbst die kleinsten Lücken zum Durchkommen ausnutzen.

Kupferblech

Eine große Hilfe bei der Schneckenbekämpfung ist Kupferblech. Wir empfehlen, etwa 2 Zentimeter breite Kupferstreifen auf Holzstaffeln (4x4 Zentimeter) oder auf Dachlatten mit Kupfernägeln zu befestigen. Die Blechstreifen sollen etwas über die Holz- oder Dachlatten ragen. Wesentlich ist, dass Kupfernägel zum Einsatz kommen. Damit lassen sich Blumen- oder Gemüsebeete einfassen. Der Schutz wirkt wie ein Schneckenzaun. Vorteil: Diese Einfassung muss nicht so hoch wie ein herkömmlicher Schneckenzaun sein, da die Schnecken ohnehin nicht über das Kupferblech kriechen. Wichtiges Detail: Unbedingt darauf achten, dass die die Holz-Kupfereingrenzung nicht von Unkraut überwuchert wird.

Trockenfutter

Eine weitere giftfreie Methode funktioniert mit Trockenfutter. Legen Sie „Brekkies" (Trockenfutter für Katzen) oder ein paar Blättchen Basilikum am besten unter Bretter oder Dachziegel. Die Brekkies wirken als Köder. Unter den Brettern und Dachziegeln sind sie zwar geschützt, für Nacktschnecken aber trotzdem zugänglich. Halten Sie die Stelle unter der Falle stets feucht, denn Schnecken lieben feuchte Winkel. Als Standort bietet sich die Nähe des Kompostplatzes an. Sinnvoll ist es auch, das Grundstück an Stellen, an denen erwartungsgemäß jedes Jahr Schnecken Einzug halten sowie einzelne Beete mit dieser Dachziegel-Falle einzugrenzen. So lassen sich die Störenfriede rechtzeitig abfangen. Das Trockenfutter lockt die Schnecken nur an, einsammeln und töten muss sie der Gartenbesitzer selbst. 

Indische Laufenten

Eine Alternative sind indische Laufenten. Sie lassen sich anmieten und gelten als „Schneckenkiller". Eine Erfolgsgarantie gibt es leider nicht. Es gibt auch Stimmen, die den Nutzen sehr in Zweifel ziehen. „Es ist wichtig", berichtet ein Entenmieter, „dass Sie die Enten durch den Garten treiben. Unbeaufsichtigt machen sie sich nämlich gerne selbst über das Gemüse her.“ Das bedeutet, der Gartenbesitzer kann die Enten nicht komplett sich selbst überlassen. Ein gewisses Maß an Aufsicht und Verantwortung fällt an damit sie sich wohlfühlen. Schließlich müssen die Enten abends in einen schützenden Bereich, etwa einen Stall oder ein Gehege gebracht und in der Früh wieder herausgelassen werden. Und sie brauchen viel frisches Wasser zum Hinunterschlucken der Schnecken sowie für die Gefiederpflege. Infos zur Entenhaltung finden Interessierte auf der Homepage des Zentralverbandes europäischer Laufentenhalter.

Natürliche Feinde fördern

Schneckenbekämpfung geht aber auch anders. Um den ungebetenen Gästen das Leben schwer zu machen, sollten Sie Nistplätze von natürlichen Feinden wie Igeln, Blindschleichen und Laufkäferarten schützen. Diese Helfer gegen die Schnecken-Plage mögen kleine Hügel, niedrige Sträucher und Niederholz. Beispielsweise fressen Laufkäfer die Eier von Nacktschnecken. Töten Sie keinesfalls Schnegel. Diese meist schwarz-grau gefleckten Schnecken fressen die Gelege der Nacktschnecken.

Schnegel (Tiger snail, Limax maximus) sind sehr nützlich: Sie fressen die Eier der Nacktschnecken (Bild: Manfred Ruckszio/Shutterstock)

Schnegel fressen die Gelege von Nacktschnecken; schonen Sie sie unbedingt. Mehr dazu unter Schnegel bekämpfen Nacktschnecken

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Kommentare

  • Blindschleichen
    von eNTi am 27.06.2016 um 23:15
    ...fressen die Viecher ebenso: https://de.wikipedia.org/wiki/Blindschleiche#Tagesaktivit.C3.A4t.2C_Nahrung_und_Fressfeinde
  • Laufenten, Bier, Schnegel
    von REDAKTION am 20.06.2016 um 09:51

    an WB/Laufenten: Danke für Ihren Hinweis. Leider gibt es unterschiedliche Erfahrungen mit den Laufenten. Wir werden im Text eine entsprechende Anmerkung machen.

    an pdh77/Bierfalle: Wir sagen nicht, dass Bierfallen nicht funktionieren. Wir weisen darauf hin, dass leider auch Nützlinge (z.B. Bienen) vom Bier angelockt werden und ertrinken.

    an Hermelinchen/Schnegel (Tigerschnecke): Wichtiger Hinweis, guter Link, vielen Dank.

    Ihr KONSUMENT-Team

  • Laufenten - ein Flop!
    von WB am 18.06.2016 um 18:12
    Mein Nachbar hatte sich Laufenten besorgt, die auch auf meinem Grundstück diese roten Schnecken entfernen sollten. Die Enten wussten das aber anscheinend nicht! Sie fraßen alle Würmer, Käfer und sonstiges kleines Getier, das in der Wiese lebte - nur die roten Schnecken blieben übrig! Sie fraßen auch die Kaulquappen, Köcherfliegenlarven, Wasserläufer und anderes Getier aus dem Gartenteich. Mein Nachbar hat diese Enten wieder verschenkt. Ich kann vom Einsatz dieser Laufenten nur abraten! mfg Werner
  • Bier hilft nicht? so ein Schwachsinn
    von pdh77 am 17.06.2016 um 13:07
    Ich habe letztes Jahr in 2 Tagen über 100 Nacktschnecken mit 3 Bierfallen gefangen.
  • Schnegel oder Tigerschnegel sind Nützlinge
    von Hermelinchen am 15.06.2016 um 19:44

    Sie fressen fast keine Pflanzen, im Gegenteil sie fressen das Gelege der verhassten Spanischen Wegschnecke. Die Schnegel sind mittlerweile bedauerlicherweise als gefährdet eingestuft. Manche Arten wie der seltene Bierschnegel sind vom Aussterben bedroht. Die durch die Nacktschneckeninvasionen der vergangenen Sommer zurecht entstandenen Schneckenaversionen haben ihnen weiter zugesetzt. Denn kaum jemand weiß, dass sich diese Tiere nicht an grünen Blättern, sondern an Pilzen, Flechten, Aas und totem Pflanzenmaterial laben sowie eben auch an Nacktschneckengelegen der eingewanderten Kollegen. Bitte nicht umbringen! Hier gibt es einen guten Beitrag http://diepresse.com/home/leben/gartenkralle/4743322/Schwarz-oder-gefleckt_Wir-sind-die-Guten

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