Datenschutz: PayPal

Mit Sicherheit indiskret

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KONSUMENT 7/2015 veröffentlicht: 25.06.2015

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Wörtlich übersetzt heißt PayPal "Bezahlfreund". Dass der Dienst für sicheres Bezahlen im Internet allerdings ein äußerst geschwätziger Freund ist, lässt sich aus den neuen AGB herauslesen.

Bisher in unserer Datenschutz-Reihe erschienen:


Rund eine Million Österreicher nutzen den Online-Bezahldienst PayPal. Sie alle erhielten Anfang Mai eine E-Mail mit der Infor­mation, dass man demnächst nicht mehr zur Unternehmensgruppe von eBay gehören werde. In diesem Zusammenhang wurden eine Reihe von Richtlinien und Bedingungen, darunter auch die Datenschutzgrundsätze, mit Stichtag 1. Juli 2015 aktualisiert.

Datenschutzbestimmungen: Viel Information, ...

Der E-Mail beigefügt waren 17 Seiten mit den wichtigsten Änderungen sowie ein unauf­fälliger Link zu einem Konvolut von weit über 100 DIN-A4-Seiten. Die Textlänge ist einerseits begrüßenswert, denn immerhin ist PayPal – anders als viele traditionelle Banken – sichtlich bemüht, seine Nutzer umfangreich und teilweise sehr detailliert über seine Bedingungen zu informieren.

... aber wenig verständlich

Andererseits ist der User mit eben diesem Informations-Monster überfordert. Der Text ist für einen Normalverbraucher unverständlich und über weite Strecken sehr abstrakt abgefasst. Beim Lesen braucht man nicht nur jede Menge Zeit und Geduld, sondern eigentlich auch einen Juristen und einen Finanzexperten an der Seite, um den Inhalt überhaupt zu verstehen.

Automatisches Einverständnis

Zu Beginn weist PayPal seine Kunden darauf hin, dass sie sich automatisch mit den neuen Bestimmungen einverstanden erklären, sofern sie keinen Einspruch erheben. Eine zweischneidige Vorgangsweise. In Ordnung ist, dass der Kunde bei Änderungen der Nutzungsbedingungen zwei Monate vor Inkrafttreten per Mail informiert wird. Denn dann hat er immer noch die Möglichkeit, durch Schließung des Kontos zeitgerecht vom Vertrag zurückzutreten.

Aus datenschutzrecht­licher Sicht nicht akzeptabel ist hingegen, dass der User nicht zwingend über Änderungen in den Datenschutzgrundsätzen informiert wird – laut PayPal nämlich nur dann, wenn es sich um "wesentliche Änderungen" handelt. Damit bleibt die Einschätzung, ob so eine Änderung wesentlich ist oder nicht, einfach PayPal überlassen.


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Kommentare

  • PayPal-Konto schließen
    von REDAKTION am 14.07.2015 um 08:07
    Zur Ergänzung hier die Anleitung samt Zusatzinformationen, wie man sie auf der PayPal-Seite findet: "Wenn Sie Ihr PayPal-Konto schließen möchten, buchen Sie Ihr Guthaben bitte zunächst auf Ihr Bankkonto ab. Dafür loggen Sie sich einfach in Ihr PayPal-Konto ein und klicken auf Geld abbuchen . Sobald die Abbuchung nach 2-4 Tagen Ihrem Bankkonto gutgeschrieben wurde, bitten wir Sie, unter Bankdaten Ihr Bankkonto und/oder Ihre Kreditkarte zu entfernen. Nun können Sie Ihr PayPal-Konto schließen: 1.Loggen Sie sich in Ihr PayPal-Konto ein. 2.Klicken Sie auf Mein Profil . 3.Wählen Sie nun in der linken Spalte unter Einstellungen einfach Konto schließen aus. 4.Folgen Sie der Anleitung. Und: Wir bitten Sie gegebenenfalls, Ihre Kontoinhaberschaft nochmals zu bestätigen, bevor Sie das Konto schließen. Manchmal kann ein PayPal-Konto nicht gleich geschlossen werden, weil •noch offene Zahlungen bestehen. •Konflikte, Anträge auf Käuferschutz oder Rückbuchungen ausstehen. •Ihr Konto eingeschränkt ist. Wichtiger Hinweis: Wenn Sie in der Vergangenheit eine Zahlung mittels PayPal gesendet haben, ist es uns nicht erlaubt, Ihre Datensätze aus unserer Datenbank zu löschen. Wir werden Ihre Kontodaten allerdings nur im Einklang mit den PayPal-Datenschutzgrundsätzen verwenden." Ihr KONSUMENT-Team
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