VW-Sammelaktion

VKI: Mit Vollgas für die Konsumenten

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KONSUMENT 11/2015 veröffentlicht: 29.10.2015, aktualisiert: 06.11.2015

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Der VW-Konzern hat Diesel-Autos verkauft, die mehr Stickoxid in die Luft abgeben als erlaubt. Betroffen sind VW, Audi, Seat und Skoda. Der VKI prüft, inwieweit Kunden Schadenersatz fordern können, und hat eine Sammelaktion gestartet.

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Worum geht es?
Laut US-Umweltbehörde EPA hat VW in Diesel- Modellen (Baujahre 2009 – 2015) eine Software eingebaut, die die Messung des Schadstoffausstoßes manipuliert. Das Programm erkennt, ob das Auto auf einem Prüfstand läuft, und reguliert den Motor so, dass die Stickoxid (NOx)- Emissionsgrenzwerte eingehalten werden.

Welche Modelle sind betroffen?
Betroffen sind Fahrzeuge mit Diesel-Motoren der Marken VW, Audi, Seat und Skoda mit Motoren vom Typ EA 189. Dabei handelt es sich um 4-Zylinder-Dieselmotoren mit 1,2, 1,6 und 2,0 l Hubraum, die die EURO-5-Abgasnorm erfüllen. Neuwagen der aktuellen Abgasvorschrift EURO 6 sind laut Volkswagen nicht betroffen. Eine vollständige Liste der in Österreich betroffenen Modelle lag zu Redaktionsschluss Mitte Oktober immer noch nicht vor. Laut Hersteller geht es um folgende Modelle:

  • VW: Polo, Golf VI, Passat VII, Touran, Tiguan I, Beetle, Sharan und Caddy
  • Audi: A1, A3, A4, A5, A6, Q3, Q5 und TT
  • Seat: Ibiza, Leon, Exeo und Altea
  • Skoda: Fabia, Yeti, Rapid, Roomster, Octavia und Superb

Wie weiß ich, ob mein Auto betroffen ist?
Dies ist in der Werkstatt beim jeweiligen Händler oder online möglich. Benötigt wird dazu die Fahrzeugidentifizierungsnummer (FIN). Diese ist unter „E“ im Zulassungsschein aufgeführt. Darüber hinaus hat VW für VW- und Audi-Modelle eine Hotline eingerichtet. Diese ist Mo bis Do von 8 bis 18 Uhr und Fr von 8 bis 17 Uhr unter der Nummer +43 (0)662 46 81 3500 erreichbar.

Was macht VW?
VW bereitet nach eigenen Angaben eine kostenfreie Aktion vor, bei der das Abgasproblem beseitigt werden soll. Diese soll im Jänner 2016 starten und je nach Umfang bis Ende 2016 andauern. Laut VW soll für die meisten Motoren ein Update der Software genügen. Bei einigen Modellen könnte es jedoch notwendig sein, neue Injektoren oder Katalysatoren einzubauen. Betroffene Kunden sollen vorab informiert werden.

Wenn VW die Kosten übernimmt: Worin besteht der Schaden für den Kunden?
VW hat seine angeblich abgasarmen Dieselmodelle möglicherweise irreführend beworben. Unter Umständen haben Konsumenten einen höheren Kaufpreis für ein "umweltfreundlicheres“ Auto bezahlt. Rund um mögliche Rückrufe und Umbauten könnten sich für den Kunden finanzielle Aufwendungen ergeben. Falls ein Sachmangel vorliegt, könnte dies einen Anspruch auf Nacherfüllung, Preisminderung oder gar Rückabwicklung des Kaufvertrags nach sich ziehen. Zudem könnten sich betroffene Kunden durch einen merkantilen Minderwert (Preisverfall) ihres Gebrauchtwagens geschädigt sehen.

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