Skigebiete im Vergleich

Abseits von Rekordjagden

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KONSUMENT 1/2017 veröffentlicht: 29.11.2016, aktualisiert: 24.02.2017

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Jedes Jahr ein neuer Rekordhalter im Bewerb um das Prädikat "größtes Skigebiet Österreichs“. Doch ein Blick auf preisgünstige Alternativen lohnt sich.

Das war zu erwarten. Im Vorjahr hatte sich Saalbach in die Schlagzeilen gehievt: Durch die Verbindung nach Fieberbrunn wurde die Region zum größten zusammenhängenden Skigebiet Österreichs (laut Eigendefinition). Das konnten andere renommierte Liftbetreiber nicht auf sich sitzen lassen. Mit dem Bau neuer Seilbahnen ist künftig St. Anton in Tirol mit Zürs und Lech in Vorarlberg verbunden. Jetzt kann sich auch das Arlberg-Skigebiet als zusammenhängend bezeichnen; es kommt auf 305 Kilometer. 

Kitzbühl, Ötztal, Stubaital

Doch andere große und kleinere Rekordjäger scharren bereits in den Startlöchern. Kitzbühel will sich mit den Wildkogelbahnen im Pinzgau verbinden. Die Gletscherskigebiete Ötztal und Pitztal sollen zusammenwachsen. Zusammenschlüsse – in kleinerem Stil – sind auch im Raum Innsbruck geplant, die Axamer Lizum soll mit Schlick 2000 im Stubaital verbunden werden. In Oberösterreich geht es um die beiden Gebiete Wurzeralm und Hinterstoder …

Ausbau auf Kosten der Natur

Viele Brancheninsider setzen auf den massiven Ausbau des Angebots und hoffen, damit das erlahmende Interesse der Konsumenten wieder anzukurbeln. Dass dadurch auch Naturschutzzonen angetastet werden, ist für die hoffnungsvollen Investoren kein Thema. Die internationale Alpenschutzkommission CIPRA spricht von einem Erschließungswahn, sie listet allein in Österreich 21 Projekte auf, die die Vergrößerung von Skigebieten zum Ziel haben, teilweise in Schutzzonen. Um dem unkontrollierten Wachstum Einhalt zu gebieten, fordern Kritiker einen befristeten Erschließungsstopp. 

Kleine Skigebiete sind wichtig

Der Größenwahn wird von der öffentlichen Hand kurioserweise auch noch gefördert. Auf der anderen Seite müssen immer mehr kleine Liftbetreiber (häufig Gastwirte) zusperren, weil sie als nicht förderwürdig gelten. Dabei wären gerade kleine Skigebiete in der Nähe von Ballungszentren dafür geeignet, Kinder oder auch ältere Neueinsteiger mit dem Skifahren vertraut zu machen, ohne dass sie Hunderte Kilometer zurücklegen müssen.

Wer mehr Gelegenheit zum Üben hat, wird am Skifahren wesentlich mehr Freude finden als Menschen, die einmal im Jahr in eine Mega-Skiarena gekarrt werden, mit all dem Stress und Ärger, der damit verbunden ist – von den Kosten ganz zu schweigen.

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