Krampfadern: VaricoFix

Arnika, Weißwurz, Asiatischer Wassernabel

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KONSUMENT 2/2017 veröffentlicht: 26.01.2017

Inhalt

Können Gele und Salben wie VaricoFix, die Arnika, Weißwurz, Zypresse, Mäusedorn, Wassernabel und Heparin enthalten, Beschwerden und Folgeerkrankungen von Krampfadern lindern?

Wir sagen: Es gibt keine guten Studien zur Wirksamkeit derartiger Präparate. Über unerwünschte Wirkungen können keine wissenschaftlich abgesicherten Aussagen gemacht werden.

KONSUMENT Faktencheck-Medizin: Beweislage unzureichend


Es wird verkauft, aber wirkt es auch?

In Apotheken, Drogeriemärkten und im Internet werden rezeptfreie Mittel verkauft, die Krampfadern den Garaus machen sollen, unter anderem ein Gel namens VaricoFix. Dieses enthält einen Komplex aus Arnika, Weißwurz und Zypresse, Mäusedorn, die Tropenpflanze "Asiatischer Wassernabel“ sowie den Gerinnungshemmer Heparin. Laut Hersteller soll dies gegen schmerzende, juckende und geschwollene Beine helfen, Operationen und Behandlungen überflüssig machen und die Bildung von Blutgerinnseln verhindern. Doch wirkt dieses nicht ganz billige Mittel?

Wirkung ist nicht erforscht

Pauschal kann gesagt werden, dass es unerforscht ist, ob Salben oder Gele bei Krampfadern helfen, egal welchen Wirkstoff sie enthalten. Wir konnten auch keine Studien finden, welche die Wirksamkeit oder unerwünschte Wirkungen von VaricoFix untersucht hätten.

Auch zu den Inhaltstoffen ist die Studienlage dürftig. Einige sind als traditionelles Arzneimittel registriert, allerdings nicht für die äußerliche Anwendung bei Krampfadern. Die Hersteller des VaricoFix-Gels preisen ihr Produkt als harmlos und ungefährlich an, obwohl zu den meisten Inhaltstoffen überhaupt keine guten klinischen Daten bezüglich deren Unbedenklichkeit vorliegen.

Arnika: allergische Reaktionen möglich

Eine Ausnahme bildet Arnika. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) bescheinigt Arnika-Extrakten eine Wirksamkeit bei leichten Verletzungen, warnt jedoch vor möglichen allergischen Reaktionen bei Personen, die auf Pflanzen aus der Familie der Korbblütler überempfindlich reagieren. Da unklar ist, wie sich Arnika-Präparate bei schwangeren Frauen oder bei Kindern unter zwölf Jahren auswirken, wird diesen von einer Anwendung abgeraten. Neben einer erblich bedingten Neigung spielen bei der Entstehung von Krampfadern auch langes Stehen und Sitzen, starkes Übergewicht, Rauchen und Schwangerschaft eine Rolle.

Krampfadern: Blutgerinnsel möglich

Krampfadern können zur Gefahr für die Gesundheit werden. Langfristig können Beingeschwüre ("offenes Bein“) oder Blutgerinnsel entstehen. Im schlimmsten Fall kann ein Gerinnsel zur Lunge gelangen und eine lebensbedrohliche Lungenembolie auslösen. Platzt eine Krampfader, kann dies zu hohem Blutverlust führen.

Die Heilung eines Krampfadern-Leidens ist praktisch nicht möglich. Damit es nicht schlimmer wird, empfehlen Fachleute, bei den ersten Anzeichen zu Arzt oder Ärztin zu gehen – etwa, wenn Besenreiser, kleine, rötlich-bläuliche Äderchen in der obersten Hautschicht, auftreten. In den meisten Fällen wird Venenleidenden empfohlen, die Beine häufig hochzulagern sowie sich viel zu bewegen.

Übergewicht vermeiden

Auch das Vermeiden von Übergewicht, längerem Stehen oder längerem Sitzen kann die Bildung von Krampfadern verringern. Eine ausgewogene Ernährung und ausreichendes Trinken tut den Venen ebenfalls gut. Medikamente und individuell angepasste Kompressionsstrümpfe können Beschwerden lindern. Greifen diese Maßnahmen nicht, kann eine Verödung der Venen oder eine Operation erwogen werden.

Stimmt das, was die berichten?

Beinahe täglich berichten Medien von Behandlungsmethoden, diagnostischen Tests und Studien. Wie aber steht es mit den Fakten hinter diesen Meldungen? Können wir glauben, was wir lesen? In unserer Rubrik "Fakten-Check Medizin" finden Sie Informationen, ob es für Medienberichte zu medizinischen Themen echte wissenschaftliche Beweise gibt. "Faktencheck Medizin" ist eine Kooperation von KONSUMENT mit Cochrane-Österreich. Cochrane-Österreich ist werbefrei, unabhängig und wird durch die Bundesgesundheitsagentur gefördert.

Lesen Sie mehr auf  www.medizin-transparent.at/varicofix

 

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