Rauchfangkehrer

Ärger mit dem schwarzen Mann

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KONSUMENT 7/2017 veröffentlicht: 29.06.2017, aktualisiert: 04.09.2017

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Rauchfangkehrer sind für viele Konsumenten ein Reizthema. Sie kommen unnötig oft, werfen nur einen flüchtigen Blick in den Kamin, ohne zu kehren, und verlangen eine dafür viel zu hohe Gebühr – so lassen sich die häufigsten Vorwürfe zusammenfassen.

„Beim ersten Besuch hat er es noch geschafft, unser Haus zu betreten, das Ganze hat dreieinhalb Minuten gedauert. Beim zweiten Termin haben wir nur mehr einen Zahlschein im Briefkasten vorgefunden.“ Lesen Sie auch  Cartoon: Rauchfangkehrer 7/2017 Solche Beschwerden über Rauchfangkehrer bekommen wir immer wieder zu hören. Die traditionsreiche Zunft will diese Kritik nicht gelten lassen: "Ohne uns ist das Leben vieler Menschen gefährdet, wir sorgen für Brandschutz, einen sparsamen Umgang mit Energie und für saubere Luft“ (Zusammenfassung).

Kehren ist passé

Die Gefahr von Bränden ist allerdings in den letzten Jahrzehnten massiv zurückgegangen, eine halbe Stadt wird heute nicht mehr wegen eines defekten Kamins in Schutt und Asche gelegt. Neue Brennstoffe (weg von Kohle und Holz) und die moderne Technologie von Heizanlagen haben dazu geführt, dass das eigentliche Rußkehren in den Hintergrund getreten ist. Heute geht es vielmehr darum, zu überprüfen, ob der Luftaustausch ausreichend ist, keine Ablagerungen im Kamin entstanden sind oder Abgase schnell genug abziehen.

Gefahr Kohlenmonoxid-Vergiftung

Letzteres wird auch immer gern ins Treffen geführt, um die Unverzichtbarkeit der Rauchfangkehrertätigkeit zu betonen. Da Fenster und Türen immer besser isoliert sind, dringt weniger oder gar keine Luft mehr in die Innenräume, wenn nicht regelmäßig gelüftet wird. Dadurch kann es zu einem Unterdruck kommen, sodass Kohlenmonoxid nicht über den Kamin entweicht, sondern in die Wohnung gesaugt wird. Die Folgen können tödlich sein. Vergessen wird bei dieser Argumentation aber geflissentlich, dass moderne Heizungsanlagen anders als früher raumluftunabhängig sind. Bei Brennwertthermen muss ein Doppelrohr durch den Kamin gelegt werden, damit die Abgase (im inneren Rohr) abgeleitet werden und zusätzlich (durch das äußere Rohr) Frischluft zugeführt werden kann. Mithin sind diese Geräte raumluftunabhängig, die Gefahr von Kohlenmonoxid-Vergiftungen ist minimal – auch ohne Kontrolle durch einen Rauchfangkehrer.

In der Tabelle finden Sie:

Marke, Type, Produkte, Dienstleistungen
Erdgas, Erdgas/Brennwert, Erdgas/Außenwand, Heizöl extra leicht, Heizöl extra leicht/Brennwert, Pellets, Pellets/Brennwert, sonstige feste Brennstoffe, Erdgas, Heizöl, feste Brennstoffe

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Kommentare

  • Kompensation - je nach Betrachtungsweise
    von ling am 28.07.2017 um 10:27
    Ich sehe das schon anders: Wenn ich dreimal im Jahr einige Stunden Freizeit oder vielleicht jeweils einen Urlaubstag benötige, damit ein Termin eingehalten werden kann, dann ist es mir schon lieber ich bezahle gleich viel und der Rauchfangkehrer kommt nur zweimal (was auch völlig ausreichend ist). Denn der "Mehraufwand" (umgerechnet auf die Anzahl der Kehrtermine) ist geringer als mich die benötigte (Frei-)Zeit kostet.
  • Kompensationsgeschäfte
    von ProfAn am 12.07.2017 um 09:19
    Ich betreibe neben der Gaszentralheizung einen Zusatzofen mit Holzbefeuerung. Bei der Inbetriebnahme wurde zuallererst schon mal eine zu hohe Rechnung für die Kehrung gestellt. Als ich mich beim Inhaber des Rauchfangkehrerbetriebes (das ist übrigens der Innungsmeister von NÖ) beschwerte, meinte dieser, da sei seinem Rauchfangkehrer halt ein Fehler unterlaufen. Bei dieser Gelegenheit habe ich ihn auch darauf angesprochen, ob wirklich drei Kehrungen für einen Ofen der vielleicht 15 mal im Jahr befeuert wird, notwendig sind. So steht das in der Verordnung und so wird das gemacht, war die Antwort. Inzwischen (seit 2017) wurde das geändert. Nun sind zwei Kehrungen pro Jahr ausreichend. Gleichzeitig wurden die Gebühren so angehoben, dass ich gleich viel bezahlen muss, wie vorher mit drei Kehrungen. Das nenne ich eine ordentliche Kompensation. Ein Drittel weniger Leistung, gleicher Preis.
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