Ernährungsberatung: 16 Wiener Institute/Berater

Von sehr gut bis verboten

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KONSUMENT 9/2017 veröffentlicht: 31.08.2017, aktualisiert: 06.09.2017

Inhalt

Ernährungsberatung ist gefragt wie nie, doch die Qualität lässt nicht selten zu wünschen übrig, wie unser Test in Wien zeigt. Knapp ein Drittel der Anbieter waren zudem zur Beratung gar nicht befugt.

Diese Institute/Berater wurden getestet:

  • 123 Fitvital Bernadette Teuschl
  • Barbara Schindler Ernährungstraining
  • Dr. Cathrin Drescher
  • easy eating by Ursula Vybiral
  • Ernährungsberatung Doris Gartner
  • Ernährungssachen
  • gesundesSein
  • Healingspace
  • In Harmonie Sein
  • Iss dich frei
  • Mag. Nina Kienreich, B.Sc.
  • Novum-MED
  • Resize OG
  • Snitex – The Winning Lifestyle
  • Urban Health Concept
  • Veggie Dreams

In der Testtabelle finden Sie Angaben zu: Preis der 1. bzw. 2. Beratung, Anamnese und persönliche Beratung.

Hier der Testbericht:


Professionelle Beratung

Man fühlt sich schlapp und antriebslos, schläft immer wieder einmal schlecht. Liegt es möglicherweise daran, dass man sich zu oft auf die Schnelle verköstigt und zu wenig darauf achtet, was man da eigentlich zu sich nimmt? Vielleicht kann eine Ernährungsumstellung helfen, den Körper wieder ins Lot zu bringen! Professionelle Ernährungsberaterinnen und Ernährungsberater informieren über Lebensmittel und unterstützen ihre Kundinnen und Kunden dabei, die Essgewohnheiten nachhaltig zu ändern und gesundheitliche Risikofaktoren zu reduzieren.

Ernährungsberatung: Test in Wien

Gibt man bei Google das Stichwort „Ernährungsberatung“ ein, erhält man zahlreiche Ergebnisse. Auch in Zeitschriften und im Fernsehen wird rege dafür geworben. Wir haben uns in Wien genauer angeschaut, inwieweit angebotene Beratungen tatsächlich hilfreich sind. Und wir haben überprüft, ob jene, die eine Ernährungsberatung anbieten, auch die nötige Qualifikation dafür mitbringen. Denn nicht alle, die sich dazu berufen fühlen, dürfen auch beraten. Welche Ausbildung notwendig ist und welche gewerberechtlichen Bestimmungen zu erfüllen sind, ist genau reglementiert.

Voraussetzungen

Voraussetzung für fachkundige Beratung ist jedenfalls eine adäquate Ausbildung (Studium der Ernährungswissenschaften, Ausbildung zum Diätologen), in der die notwendigen ernährungswissenschaftlichen bzw. diätologischen Kenntnisse erworben werden.

16 Anbieter im Test

Die Auswahl der 16 getesteten Beraterinnen und Berater erfolgte nach dem Zufallsprinzip über Google sowie Werbeeinschaltungen in Printmedien und TV. Darüber hinaus haben wir auch Anbieter aufgenommen, zu denen wir Anfragen von Konsumenten erhalten hatten. Unsere beiden Testpersonen vereinbarten unabhängig voneinander je zwei Beratungstermine pro Anbieter.

Testperson 1: 22 Jahre, Normalgewicht, hat einen wenig gesunden Lebensstil (unregelmäßige Mahlzeiten, isst kaum Obst und Gemüse, kein Sport) und gab unspezifische Beschwerden an (Verdauungsprobleme, Antriebslosigkeit).

Testperson 2: 47 Jahre, Normalgewicht, gab an, sich künftig vegan ernähren zu wollen. Die zentrale Frage war: Wie kann ich mich vegan und ausgewogen ernähren? Wurde keine Beratung zu veganer Ernährung angeboten, gab die Testperson bei der Terminvereinbarung an, an unspezifischen Beschwerden zu laborieren.

Bereits an der Überprüfung, ob sie zur Ernährungsberatung überhaupt befugt sind, scheiterten einige der Anbieter. Knapp jeder dritte erfüllte die rechtlich vorgegebenen Voraussetzungen nicht. Das Testurteil wurde daher auf „nicht zufriedenstellend“ abgewertet.

Krankheiten, Allergien und Intoleranzen

Von einer profunden Ernährungsberatung ist zu erwarten, dass zunächst der Allgemeinzustand der Kunden erhoben wird. Gewicht, Größe und Körperfettanteil werden gemessen, der Body Mass Index wird berechnet. Nach eventuellen Krankheiten, Allergien und Intoleranzen sollte ebenso gefragt werden wie nach der Einnahme von Medikamenten. Bei den meisten Konsultationen wurde dieser Anamnese leider viel zu wenig Bedeutung zugemessen.

In der Tabelle finden Sie:

Marke, Type, Produkte, Dienstleistungen
Resize OG, Ernährungssachen, Veggie Dreams, Iss dich frei, Novum-MED, Snitex - The Winning Lifestyle, Ernährungsberatung Doris Gartner, Mag. Nina Kienreich, B.Sc., gesundesSein, easy eating by Ursula Vybiral, Urban Health Concept, 123 Fitvital Bernadette Teuschl, Barbara Schindler Ernährungstraining, Dr. Cathrin Drescher, Healingspace, In Harmonie Sein

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Wertung: 5 von 5 Sternen
13 Stimmen

Kommentare

  • Fundierte Ausbildung bedeutet ein Studium der Diaetologie und/oder Ernährungswissenschaften
    von Pauli 1 am 01.09.2017 um 10:43
    Es gibt sehr wohl eine fundierte Ausbildung, wie im Artikel auch richtig beschrieben. Die dort vermittelten Inhalte entsprechen dem derzeitigen Stand der Wissenschaft. Sie beruhen auf medizinischen, Bio-chemischen, anatomischen, physiologischen und biologischen Grundlagen. Im Studium der Diaetologie wird außerdem, neben vielem anderen, viel Wert auf die Beratungstechnik und den Umgang mit KlientInnen und PatientInnen gelegt. Grundlage des Handelns ist der diätologische Prozess. Leider wird in der Laienpresse durch unreflektierte und teilweise unkorrekte Meldungen zum Teil der Eindruck erweckt, die Wissenschaft sei sich nicht einig. Das stimmt so nicht. Dass sich die Kenntnisse jedoch stetig erweitern und auch zum Teil korrigiert werden, ist jedoch das Kennzeichen seriöser Wissenschaft, die stets danach strebt, kritisch zu sein und mehr zu erforschen. Unseriöse Lehren erstellen Dogmen, die nicht hinterfragt werden und oft für viell Jahre oder Jahrhunderte von naturwissenschaftlichen Erkenntnissen unbeleckt bleiben (s. Homöopathie oder TCM).
  • Definiere "Fundierte Ausbildung"
    von englitsch am 31.08.2017 um 15:18
    Leider wechseln die Paradigmen in dem was eine "fundierte Ausbildung" ist immer wieder. Z.B. das böse Cholesterin wird in letzter Zeit rehabilitiert, die Ernährungspyramide mit Getreide und Vollkorn als Basis wird inzwischen SEHR in Frage gestellt etc. etc. Was richtig und was falsch ist, ist nicht zwinged dasselbe was gelehrt wird. Früher glaubte man die Erde sei eine Scheibe und jetzt glauben eben viele Vollkorn sei gesund. Wer das einmal weglässt und feststellt, dass er plötzlich keien Verdauungsprobleme mehr hat, kann daran allerdings nur zweifeln. Wir WISSEN gar nichts, auch die "Gelehrten" nicht, wir können nur beobachten und vermuten bzw. - leider in vielen Fällen - das essen, was die Nahrungsmittelkonzerne uns mit ihren gekauften Studien als gesund vorgaukeln um mehr Profit zu machen. Und das wird sich leider so bald nicht ändern.
Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo