Lyon Finanz: Finanzsanierung statt Kredit

VKI erreichte Vertragsstornierung

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KONSUMENT 1/2018 veröffentlicht: 21.12.2017

Inhalt

Ein Konsument suchte im Internet nach einem Kredit. Statt des Online-Kredits erhielt er einen Finanzsanierungsplan. Hier berichten wir über Fälle aus unserer Beratung; Diesen Fall hat Mag. Maria Semrad betreut.

Maria Semrad (Bild: U. Romstorfer/VKI) Mag. Maria Semrad. Herr Kloss hatte im Internet nach einem Kredit gesucht und war auf die Website der deutschen Lyon Finanz GmbH (ehemals Lugano Finanz GmbH) gelangt. Er gab die benötigte Kreditsumme mit 10.000 € an. Wenig später erhielt er ein Schreiben der Lyon Finanz: Fett gedruckt war da von der „Genehmigung in Höhe von 10.000 €“ zu lesen. Die monatliche Rate betrug 141,05 € bei einer Laufzeit von 84 Monaten. Herr Kloss unterschrieb das beiliegende Formular und schickte es zurück. Er war davon überzeugt, schnell und unbürokratisch einen Kredit bekommen zu haben. Den im Schreiben angeführten Begriff „Finanzsanierung“ und die klein gedruckte Erklärung dazu hatte er überlesen. Ein Finanzsanierungsvertrag ist ein Plan zur Tilgung und Regulierung bestehender Schulden. Ein Dienst, den die Schuldnerberatung überschuldeten Privatpersonen kostenlos anbietet.

Finanzsanierung statt Online-Kredit unterschrieben

Die „Genehmigung“ hatte also nichts mit dem zu tun, was Herr Kloss wollte. Und die 141,05 € waren nicht die monatlich rückzahlbare Kreditrate, sondern die Rate, die er für die Finanzsanierung bezahlen sollte – 84 Monate lang. Nach Rücksendung der unterzeichneten „Genehmigung“ erhielt der von all dem nichts ahnende Herr Kloss die Nachricht, dass bei der Post eine Briefsendung von Lyon Finanz hinterlegt worden sei; für deren Behebung waren 397,50 € fällig. Als er telefonisch bei Lyon Finanz nachfragte, wurde ihm gesagt, dass in der Sendung seine Kreditunterlagen seien. Eine klare Falschauskunft. Herr Kloss holte das Schreiben ab, bezahlte die 397,50 € und wartete von da an auf die Auszahlung der Kreditsumme – vergeblich.

VKI erreichte Vertragsstornierung

Herr Kloss erkundigte sich schließlich bei uns im Europäischen Verbraucherzentrum (EVZ). Wir bearbeiteten den Fall und erreichten, dass der Vertrag storniert wurde und Herr Kloss seine 397,50 € zuzüglich Postspesen zurückbekam. Herr Kloss ist nicht der Einzige, dem die Lyon Finanz einen Finanzsanierungsvertrag untergejubelt hatte. Es gingen schon zahlreiche solche Fälle bei uns ein. Alle konnten von uns positiv gelöst werden.


Der Name des betroffenen Konsumenten wurden von der Redaktion geändert.

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