Private Pflegeversicherungen

Teuer erkauft

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KONSUMENT 8/2018 veröffentlicht: 26.07.2018

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Privat für den Pflegefall vorzusorgen ist – wenn überhaupt – nur für höhere Pflegestufen leistbar und eher dann sinnvoll, wenn vorhandenes Vermögen erhalten werden soll. Überlegenswert sind Einmalerläge im fortgeschrittenen Alter.

Der Blick in die Zukunft geht immer mit ­Ungewissheiten einher, aber gerade bei der Bevölkerungsentwicklung lässt sich vieles ziemlich treffsicher vorhersagen. Laut einer UN-Prognose sollen im Jahr 2040 mehr als 800.000 Österreicher – also jeder zwölfte Bürger – über 80 Jahre alt sein.

Noch ­werden 80 Prozent der Pflegebedürftigen zu Hause betreut – rund 50 Prozent von ­ihren Familien, die restlichen 30 Prozent durch mobile ­Dienste oder im Rahmen einer 24-Stunden-Betreuung. Sicher ist aber auch, dass immer mehr alte und betagte Menschen in den kommenden Jahren weniger oder gar keine Kinder haben werden, die sie im Pflegefall finanziell oder durch eigene Pflegeleistungen ­werden unter­stützen können.

Deutlich weniger Versicherungsangebote

Ein zukunftsträchtiges ­Geschäftsfeld für Anbieter pri­vater Pflegeversicherungen, möchte man meinen, denn im Pflegefall leisten diese entsprechend den gesetzlichen Pflegestufen Zuschüsse zum staatlichen Pflegegeld. Doch das Gegenteil scheint der Fall zu sein: Seit Beginn der privaten Pflegeversicherung vor einigen Jahren hat sich die Zahl der Anbieter halbiert, nur noch sechs Assekuranzen sehen Pflegepolizzen vor.

Soziales Auffangnetz

Wir haben uns im Auftrag der Arbeiterkammer Wien anhand einiger Prämienbeispiele angesehen, warum private Pflegeversicherungen aus Konsumentensicht offenbar kein Renner sind und wie sich die Prämien seit der letzten Erhebung entwickelt haben (siehe Kapitel "Prämien deutlich erhöht").

Ein Grund für die Zurückhaltung mag sein, dass das bestehende gesetzliche System Pflegebedürftige nach wie vor zuverlässig auffängt. Die staatlichen Zuschüsse sind nicht üppig, gewährleisten aber in jedem Fall, dass niemand im Bedarfsfall hilflos sich selbst überlassen wird.

Persönliches Kapital schützen

Der Pflege­regress, also der staatliche Zugriff auf das Geld der Kinder, um die Kosten für ein ­Pflegeheim für die Eltern (mit)zufinanzieren, wurde österreichweit abgeschafft. Wirklich wichtig ist die private Vorsorge daher in erster Linie für Menschen mit größerem Vermögen, die vermeiden möchten, dass im Pflegefall auf ihr persönliches ­Kapital zurückgegriffen wird.

In der Tabelle finden Sie:

Marke, Type, Produkte, Dienstleistungen
Allianz, Donau, s-Versicherung, Uniqa, Wiener Städtische

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