ÖBB: Fahrplan 2019

Teurere Tickets, mehr Verbindungen

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veröffentlicht: 30.10.2018

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Im Dezember 2018 wechselt der Fahrplan und die Ticketpreise steigen. Es kommen ein neues Sparschiene-Angebot, neue Züge nach Berlin und in die Slowakei, Familienabteile im Nachtzug sowie mehr Züge im Nahverkehr, besonders in der Ostregion. 

Am 9. Dezember 2018 tritt europaweit der neue ÖBB-Fahrplan in Kraft – immer Anlass für die Bahn, die Preise zu erhöhen und geplante Neuerungen gesammelt bekannt zu machen.

Westbahnstrecke überdurchschnittlich teurer

Mit dem Fahrplanwechsel erhöhen die ÖBB die Preise um durchschnittlich 1,9 Prozent. Das sei, so die ÖBB-Sprachregelung, weniger als die vorhergesagte Inflation von 2,1 Prozent. Die ÖBB-Preissteigerung liegt jedoch bei zahlreichen stark frequentierten Distanzen, z.B. auf der Westbahnstrecke, mit mehr als 3 Prozent deutlich über der Inflationsrate.

So kostet das 50 Prozent ermäßigte Halbpreisticket mit ÖBB-Vorteilscard ab dem Fahrplanwechsel zum Beispiel auf der Strecke Wien–St. Pölten 5,70 Euro statt 5,50 Euro, das sind plus 3,6 Prozent; oder 18,70 Euro statt 18,10 Euro für die Strecke Wien–Linz, auch das sind plus 3,6 Prozent. Die Strecke Wien–Salzburg kostet 27,80 Euro statt 27,10 Euro, das sind plus 2,6 Prozent; oder 36,70 Euro statt 35,80 Euro für die Strecke Wien–Innsbruck, das sind plus 2,5 Prozent.

Unveränderter Preis auf kurzen Strecken

Als Beispiele für Distanzen, wo der Preis gleich bleibt, führen die ÖBB kurze Strecken wie Feldkirch–Bregenz, Leoben–Judenburg und Payerbach-Reichenau–Wr. Neustadt an. In Summe ergibt das nach der ÖBB-Logik im Österreich-Durchschnitt über alle Strecken die genannten 1,9 Prozent. Wenig tröstlich die Nachricht von ÖBB-Chef Matthä, dass die Tarife der Verkehrsverbünde nicht erhöht werden: Der Verkehrsverbund Ost-Region (VOR) hat seine Preise bereits mit 1. Juli 2018 um durchschnittlich 4 Prozent hinaufgesetzt.

Österreichcards deutlich teurer

Ebenfalls deutlich teurer werden wieder einmal die Österreichcards der ÖBB, die ein Jahr lang zur Nutzung aller ÖBB-Züge und einiger Privatbahnen berechtigen: Sie werden in der 2. Klasse-Version  durchwegs um 3 Prozent teurer, in der 1.Klasse-Version sogar um 6 Prozent! (Beispiel: Österreichcard Classic 2. Klasse von 1.834 Euro auf 1.889 Euro; Österreichcard Familie von 1.964 Euro auf 2.024 Euro.

Was dabei zusätzlich verstimmt, ist dass die Österreichcard-Erhöhung auch diesmal wieder mit dem irreführenden Hinweis "Tarife für Österreichcards liegen deutlich unter internationalen Vergleichsangeboten: ÖC Classic: 1.889,-/SBB Generalobo:3.386,-/DB BahnCard 100: 4.270 ,-" argumentiert wird. Denn hier werden Äpfel mit Birnen verglichen, da das SBB Generalobo neben den Zügen auch die Nutzung der Busse, Stadtverkehre, Schiffe und Seilbahnen in der Schweiz einschließt und da das Schienennetz der DB rund achtmal so lang ist wie jenes in Österreich.

Die gute Nachricht: Die Preise der ÖBB Vorteilscards bleiben gleich. Auch jene der Sparschiene-Tickets.

Neue Ticketkategorie „Sparschiene Komfort“

Mit der „Sparschiene-Komfort“ wird im Februar 2019 eine neue Tarifkategorie eingeführt. Dieser Tarif kommt Leuten entgegen, denen das nicht stornierbare Sparschiene-Ticket zu riskant ist. Sparschiene-Komfort-Tickets können bis 15 Tage vor Reiseantritt kostenlos storniert werden und bis einen Tag vor dem ersten Gültigkeitstag gegen eine Stornogebühr von 50 Prozent. Das gilt ab einem Ticketpreis von 15 Euro. Die Sitzplatzreservierung ist hier inkludiert. Der Preis der Sparschiene-Komfort-Tickets wird zwischen dem von „klassischen“ Sparschiene-Tickets und Normalpreistickets liegen, formulieren es die ÖBB vage. Er wird also je nach Strecke variieren.

Wer rasch das billigste Ticketangebot für die gewünschte Strecke an einem bestimmten Kalendertag finden will, dem hilft ab Ende November 2018 auf tickets.oebb.at und in der ÖBB-App beim elektronischen Ticketkauf eine „Preis-Checker“-Funktion: Reisetag eingeben, Verbindungen nach Preis sortieren lassen. Die Funktion reiht an oberster Stelle jenes Angebot, das auf der gewünschten Strecke das günstigste ist – allerdings nur Angebote der ÖBB. 

Preiszuckerln: zeitlich begrenzt

Auch zeitlich begrenzte Preiszuckerl sollen immer wieder das Bahnfahren schmackhaft machen: So erhalten derzeit ÖBB-Vorteilscard-Kundinnen und -Kunden noch bis 31. Dezember 2018 bei Online- oder mobiler Buchung am ÖBB-Kundenkonto in den ÖBB-Fernverkehrszügen (ausgenommen Nightjet) für 1. und 2. Klasse im Inland und ins Ausland die Sitzplatzreservierung um 1 Euro.

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Kommentare

  • WESTbahn: Preiserhöhung um 5,3% bis 17,3% !
    von Tarifdschungler am 05.12.2018 um 20:35
    Die Preise der WESTbahn werden überhaupt nicht unter die Lupe genommen. Dabei hat die WESTbahn innerhalb eines Jahres die Preise zweimal erhöht. Die Erhöhung mit 25.10.2018 fiel besonders kräftig aus, just zu dem Zeitpunkt, ab dem die WESTbahn Vorteilscard-Inhaber mit besonders niedrigem Sonderpreis von den ÖBB abzuwerben versucht.

    WESTstandard-Preis in Zug/Trafik, Vergleich Okt. 2017 bis Ende Okt. 2018: 15 Relationen wurden um mehr als 10% und 5 Relationen weniger als 10% erhöht.
    BEISPIELE:
    Amstetten – Linz von 8,10 auf 9,50 (+17,3%)
    St. Pölten – Attnang von 17,90 auf 20,90 (+16,8%)
    St. Pölten – Wels von 15,90 auf 18,50 (+16,4%)
    Amstetten – Attnang von 12,70 auf 14,50 (+14,2%)
    - am unteren Ende:
    Linz – Wien von 20,60 auf 22,50 (+9,2%)
    Salzburg – Wien von 27,50 auf 29,90 (+8,7%)
    Salzburg – Wels von 11,90 auf 12,90 (+8,4%)
    Linz – Wels von 4,60 auf 4,90 (+6,5%)
    Linz – Attnang von 7,50 auf 7,90 (+5,3%)
  • Preisvergleiche tw. falsch
    von Tarifdschungler am 05.12.2018 um 15:26
    Es ist nicht das erste Mal, dass die Konsument-Redaktion wie ein schlechter Kaufmann rechnet. Wien - Innsbruck kostet mit Vorteilscard derzeit 35,90 (nicht 35,80), was eine Erhöhung um nur 2,2 Prozent (nicht 2,5) ergibt. Mit den vier angeführten Strecken kommt man mit korrigiertem Preis auf eine Steigerung von genau 3 (nicht: mehr als 3) Prozent. Zugrundgelegte falsche Preise führen zu einer manipulierten Darstellung (!!), insbesondere wenn die Datenbasis minimal ist. (Ob die angeführten Preise für 2019 stimmen, werden wir demnächst sehen.)

    Einerseits wird der ÖBB-Rechnung 1,9 Prozent durchschnittliche Preiserhöhung - zu Recht - nicht vertraut. Andererseits wird jedoch der ÖBB-Durchschnittswert implizit bestätigt mit der Feststellung "Westbahnstrecke überdurchschnittlich teurer". Wer sagt denn, dass die Durchschnittsangabe überhaupt stimmt? Dass nicht auf allen Strecken die Preise "überdurchschnittlich" steigen? Preisvergleiche auf anderen Strecken fehlen. Zwei preislich gleichbleibende Kurzstrecken auf der Südbahn sind nicht aussagekräftig.
  • Westbahn-Strecke
    von chrf am 01.11.2018 um 13:17
    Bereits seit mehreren Jahren werden die Ticketpreise entlang der Westbahnstrecke über der Inflationsrate erhöht. Ich empfehle, entlang dieser Strecke auch die Preise und Aktionen der Konkurrenz zu überprüfen (Westbahn GmbH).
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