Ö-Ticket: Holen Sie sich Gebühren zurück

Mit dem kostenlosen VKI-Musterbrief

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veröffentlicht: 11.12.2018

Inhalt

Der Kartenvermittler Ö-Ticket muss Gebühren zurückzahlen, die er zu Unrecht für Kartenbestellungen kassierte. Wir bieten einen Musterbrief dazu an.

Ö-Ticket bot mehrere Möglichkeiten an, um an bestellte Tickets zu kommen. Kunden konnten die Karten etwa selbst ausdrucken ("print@home"), über das Handy beziehen ("mobile ticket"), sie bei der Abendkassa hinterlegen lassen oder bei einer Libro-Filiale beziehungsweise direkt bei Ö-Ticket abholen. Dafür verrechnete Ö-Ticket Entgelte zwischen 1,90 und 2,90 Euro. Vielfach hatten Kunden keine Möglichkeit, ohne zusätzliche Kosten zu ihren Karten zu kommen.

Kein Kostenersatz

Wir vom VKI klagten im Auftrag des Sozialministeriums die CTS Eventim Austria GmbH, die Ö-Ticket betreibt. Im Frühjahr entschied der Oberste Gerichtshof (OGH) bereits, dass das Entgelt bei Selbstabholung im Kartenbüro gröblich benachteiligend sei. Bezüglich der von Ö-Ticket für andere Bezugsformen kassierten Entgelte, verwies der OGH das Verfahren zurück an die untere Instanz, das Handelsgericht Wien. Dieses sollte feststellen, wofür genau diese Entgelte verrechnet wurden.

Dem Käufer dürften, so der OGH, lediglich die Kosten für die Versendung der Tickets verrechnet werden. Ö-Ticket konnte im Verfahren nicht klarmachen, wie hoch die Versandkosten bei den einzelnen Ticketbezugsarten sind. Das Handelsgericht Wien hat nun rechtskräftig entschieden, dass Ö-Ticket für die verpflichtende Warenbereitstellung keinen Kostenersatz verlangen darf.

Geld zurück mit VKI-Musterbrief

Alle Ö-Ticket-Kunden, die die angesprochenen Gebühren bezahlt haben, können diese nun zurückfordern. Dafür stellt der VKI auf https://verbraucherrecht.at/cms/ticket kostenlos einen Mustertext zur Verfügung.

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14 Stimmen

Kommentare

  • Deutscher Bruder
    von REDAKTION am 18.01.2019 um 12:46

    Wir sind lediglich gegen Ö-Ticket vorgegangen, unsere deutschen Kolleginnen und Kollegen von der Verbraucherzentrale haben eventim geklagt und vor dem Bundesgerichtshof Recht bekommen. - Siehe hierzu:

    https://www.verbraucherzentrale.de/aktuelle-meldungen/vertraege-reklamation/tickets-zum-selberausdrucken-eventims-printhomegebuehr-unzulaessig-29126

  • Bearbeitungsgebühr?
    von REDAKTION am 18.01.2019 um 12:32
    Das Urteil bezieht sich ausschließlich auf die nachfolgenden Entgelte: Gebühr für print@home (2,50 EUR), "mobile tickets" (2,50 EUR), Hinterlegung an der Abendkassa (2,90 EUR), Hinterlegung in einer Libro-Filiale (1,90 EUR), Abholung im oeticket Center (1,90). Es geht also um Gebühren für die Übermittlung der Karten, nicht um sonstige Servicegebühren. Auch nicht umfasst ist die Gebühr für den Versand etwa zu sich nach Hause ("Versand innerhalb Österreichs", "Versand weltweit"). Ebenfalls nicht erfasst sind die von CTS eingehobenen Servicegebühren, die bei jeder Bestellung verrechnet werden.
  • Bearbeitungsgebühr
    von Gizmo666 am 18.01.2019 um 11:40
    Betrifft das auch die 2.- Bearbeitungsgebühr?
  • Deutscher Bruder
    von thagabe am 20.12.2018 um 11:43
    Sehr geehrte Damen und Herren! Ich gehe davon aus, dass diese Errungenschaft lediglich Ö-Ticket betrifft. Gibt es dazu etwas vergleichbares für Eventim.de?
  • Bis zu welchem Datum zurückfordern?
    von REDAKTION am 17.12.2018 um 10:35
    Spezielle Vorschriften dazu gibt es nicht, aber wir gehen von einer Verjährungsfrist von 30 Jahren aus.
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