Urlaubsunterkunft: Vorsicht bei Vermittlungsplattformen

Besser direkt buchen

Seite 1 von 3

Nächsten Inhalt anzeigen
KONSUMENT 2/2019 veröffentlicht: 31.01.2019

Inhalt

Wenn bei der Buchung einer Ferienwohnung oder eines Ferienhauses über Vermittlungsportale etwas schiefgeht, hat der Kunde oft das Nachsehen.

Auf der Website des Vermittlers präsentiert sich das Ferienhaus als wahres Paradies, vor Ort ist die Ernüchterung oft Reinhold Schranz (Bild: U. Romstorfer/VKI) groß: Beim Europäischen Verbraucherzentrum (EVZ) in Wien häufen sich Beschwerden unzufriedener Kunden.

„Die Darstellung im Internet und das, was die Kunden vorfinden, haben oft wenig miteinander zu tun“, sagt EVZ-Jurist Reinhold Schranz.

Ferienhaus in absoluter Ruhe gesucht

Zu den Unzufriedenen zählt auch das Ehepaar P., das seinen Urlaub in Ruhe und Abgeschiedenheit  am Meer verbringen wollte. Über die Website www.ferienhaus-kroatien-am-meer.com wird das „Ferienhaus Bare“ in Kroatien vermittelt. Die als „Robinsonhaus“ bezeichnete Unterkunft liegt in einer kleinen Bucht und wird für Gäste angeboten, die „absolute Ruhe“ suchen. Die Zufahrt zum Haus wird als steil beschrieben. Wer es sich nicht zutraue, könne das Auto oben an der Straße stehen lassen und den Abstieg zu Fuß bewältigen, heißt es. „Dies ist der Preis für die Einsamkeit, die dieses Haus bietet“, steht auf der Website.

Von Privatsphäre keine Spur

Herr und Frau P. buchen das „Ferienhaus Bare“ für zwei Wochen. Die Vorfreude weicht vor Ort rasch der Ernüchterung. Direkt neben dem „Robinsonhaus“ steht noch ein Haus mit zwei Wohneinheiten für je vier Feriengäste. Die Terrassen befinden sich unmittelbar nebeneinander. Von der erhofften Privatsphäre keine Spur. Da es keinen Sichtschutz gibt, habe man sich, so Frau P., beim Essen gegenseitig auf den Teller schauen können.

Bei den Nachbarn läuft den ganzen Tag das Radio, ein kleines Kind schreit immer wieder. Weiter oben am Hang steht ein weiteres Haus, für zwei Personen. „Uns ausgenommen sind das zehn weitere Personen in unmittelbarer Nähe“, schreibt Frau P. Sie fordert die geleistete Anzahlung in Höhe von 250 Euro zurück, angeboten werden ihr lediglich 65 Euro.

Bewertung

Wertung: 4 von 5 Sternen
5 Stimmen
Weiterlesen

Kommentare

  • Besser direkt buchen???
    von claudiapum am 06.02.2019 um 15:41
    welchen Ansprechpartner? Das Hotel selbst? Bei dem hätten wir sicher keine Chance gehabt!
  • Besser direkt buchen???
    von REDAKTION am 04.02.2019 um 15:54
    Natürlich ist man auch dann nicht gegen zweifelhafte Angebote gefeit,wenn man direkt beim Vermieter bucht. Unser Tipp, direkt beim Vermieter zu buchen, hat, wie auch im Artikel beschrieben, jedoch den Vorteil, dass man Entschädigungen dann leichter durchsetzen kann, weil man dann einen Ansprechpartner hat.
  • Besser direkt buchen???
    von claudiapum am 03.02.2019 um 16:51
    Wir sind viel auf Reisen -Individualreisen.Ich buche alle Hotels über Plattformen vor, bie jetzt hatten wir nie Probleme.
    Unseren Skiurlaub hatten wir nach Recherche auf diversen Plattformen direkt gebucht.Gleich nach Ankunft hat uns der Hotelbesitzer gebeten,sofort zu bezahlen,da er weg müsste und die nächsten Tage nicht da sei.Dann hat er uns in unser Kellerverlies geführt und als ich dieses Zimmer verweigern wollte,war sonst kein Zimmer frei -es war am Abend nach einem Skitag. über eine Plattform hätten wir wenigstens andere Urlauber "warnen" können.So konnten wir uns eigentlich nur ärgern und dieses Hotel vermeiden
KONSUMENT steht jetzt auch als E-Paper zur Verfügung!