KONSUMENT.AT - Aluminium in Deos - Langzeitfolgen unbekannt

Aluminium in Deos

Auslöser für Brustkrebs?

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KONSUMENT 7/2019 veröffentlicht: 27.06.2019

Inhalt

Können Inhaltstoffe wie Aluminiumsalze Brustkrebs auslösen?

Beweislage: unzureichend. Ob die langfristige Anwendung von Antitranspirants zu Brustkrebs führen kann, ist nicht ausreichend erforscht. Es fehlen nach strengen Kriterien durchgeführte Studien am Menschen über einen längeren Zeitraum.

KONSUMENT Faktencheck-Medizin: Beweislage unzureichend

 

Zur Schweißhemmung werden in Antitranspirants (gemeinhin auch als Deos bezeichnet) Aluminiumsalze eingesetzt. Diese werden unter anderem verdächtigt, Brustkrebs zu fördern. Meist stützen sich diese Verdächtigungen auf Studienergebnisse aus dem Labor. In diesen Studien finden sich Hinweise darauf, dass Aluminiumsalze (genau genommen Aluminiumchlorid) im Labor gezüchtete Brustgewebszellen schädigen sowie einige für die Entwicklung von Krebszellen charakteristische Veränderungen hervorrufen können. Zwar sollten solche Ergebnisse auf keinen Fall ignoriert werden, allerdings kann von Laboruntersuchungen in Glasschälchen nicht ohne Weiteres auf das Verhalten einer Substanz im viel komplexeren menschlichen Körper geschlossen werden.

Keine klinischen Studien vorhanden

Unklar ist, in welchen Mengen Aluminiumchlorid über die Haut in das Brustgewebe aufgenommen wird und wie es sich dort verhält. Diese Fragen können nur in klinischen Studien an menschlichen Teilnehmerinnen beantwortet werden. Diese sind aber nach wie vor Mangelware. Unser Kooperationspartner, medizin-transparent.at, konnte im Zuge einer umfangreichen Literatursuche in medizinischen Datenbanken jedenfalls keine methodisch wertvollen, aussagekräftigen Studien finden, die einen definitiven Zusammenhang zwischen der Verwendung von Antitranspirants und Brustkrebs belegen oder ausschließen.

Aluminium ist allgegenwärtig

Das Leichtmetall Aluminium in seinen unterschiedlichsten Verbindungen ist allgegenwärtig. Ob in Nahrungsmitteln, im Trinkwasser, in Verpackungen, Kosmetika oder Deos – es gelangt Tag für Tag in unseren Körper. Wissenschaftler und Experten warnen, dass schon durch die tägliche Verwendung eines aluminiumhaltigen Deos die für Aluminium als gesundheitlich unbedenklich geltende Menge von einem Milligramm je Kilogramm Körpergewicht pro Woche leicht ausgeschöpft werden könnte.

Was Aluminium und Aluminiumsalze im Körper genau anstellen, ist derzeit jedoch noch nicht völlig geklärt. Fest steht, dass ein Zuviel davon die Nerven und Knochen schädigen kann. Aluminium wird auch verdächtigt, an der Entwicklung der Alzheimer-Krankheit, einer Form von Demenz, zumindest mitbeteiligt zu sein – ein Verdacht, der in klinischen Studien bisher weder bestätigt noch widerlegt werden konnte.

Langzeitfolgen unbekannt

Da derzeit offen ist, welche Folgen Aluminium(salze) auf die Gesundheit haben könnte(n), raten Fachleute zu einem vorsichtigen Umgang mit aluminiumhaltigen Produkten wie Deos. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte bis zur Klärung der offenen Fragen demnach entweder auf Präparate ohne Aluminiumsalze umsteigen oder solche Antitranspirants zumindest nicht unmittelbar nach einer Rasur auf die empfindliche Haut auftragen.

Lesen Sie mehr: Medizin-transparent: Aluminium im Deo

Stimmt das, was die berichten?

Beinahe täglich berichten Medien von Behandlungsmethoden, diagnostischen Tests und Studien. Wie aber steht es mit den Fakten hinter diesen Meldungen? Können wir glauben, was wir lesen? In unserer Rubrik "Fakten-Check Medizin " finden Sie Informationen, ob es für Medienberichte zu medizinischen Themen echte wissenschaftliche Beweise gibt. "Faktencheck Medizin" ist eine Kooperation von KONSUMENT mit Cochrane-Österreich. Cochrane-Österreich ist werbefrei, unabhängig und wird durch die Bundesgesundheits-Agentur gefördert.

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