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CO-Vergiftung durch mobile Klimageräte

Gefahr bei Hitze

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veröffentlicht: 05.08.2019

Inhalt

Die Kombination aus mobilem Klimagerät und Gastherme birgt gerade im Sommer ein tödliches Risiko. 

Monoblockgeräte können speziell an heißen Tagen jenseits der 30 Grad zur tödlichen Falle werden. Und zwar in Haushalten, in denen Gasgeräte (Therme, Warmwasserheizer) zum Einsatz kommen. Bei hohen Außentemperaturen kann es nämlich zum Erliegen der Thermik im Kamin und in weiterer Folge zu einem Abgasrückstau kommen.

Vorsicht, Lebensgefahr!

Haben Sie auch ein mobiles Klimagerät? Dann treffen Sie Sicherheitsmaßnahmen, um Ihr zu Hause und Gesundheit zu schützen. (Bild: cigdem/shutterstock.com)
Haben Sie auch ein mobiles Klimagerät? Dann treffen Sie Sicherheitsmaßnahmen, um Ihr zu Hause und Ihre Gesundheit zu schützen. (Bild: cigdem/shutterstock.com)

Monoblockgeräte können diesen Rückstau verstärken und sich so lebensgefährliche Konzentrationen an giftigem Kohlenmonoxid in der Wohnung sammeln. Das liegt in an der Funktionsweise dieser Kühlgeräte: Der Raumluft wird warme Luft entzogen, die mit einem Schlauch nach außen geleitet wird. Da das Monoblockgerät gleichzeitig Frischluft benötigt, entsteht in der Wohnung ein Unterdruck – das geruch-, geschmack- und farblose Kohlenmonoxid kann so vom Kamin in die Wohnung gesaugt werden.

Lufthaushalt überprüfen!  

Unfälle mit Kohlenmonoxid-Vergiftungen häuften sich in ganz Österreich. Die teils tropischen Temperaturen der vergangenen Wochen verschärfen die Problematik. „Die Häufung der CO-Unfälle zeigt ein fehlendes Bewusstsein für die Problematik. Ein kurzer Termin mit dem Rauchfangkehrer schützt vor tragischen Vorfällen“, warnt Christian Leiner, Innungsmeister der Wiener Rauchfangkehrer. Die Inbetriebnahme eines mobilen Klimagerätes ändert den Lufthaushalt in einer Wohnung. In solchen Fällen sei es dringend ratsam, den Rauchfangkehrer zu verständigen. „Nach einem Luftbefund können bei allfälligen Beeinträchtigungen gemeinsam Maßnahmen getroffen werden, um eine gesundheitliche Beeinträchtigung der Bewohner zu verhindern und für ein angenehmes Raumklima zu sorgen.“ 

Regelmäßige Wartung und Vorsorge  

​Eine regelmäßige Wartung durch befugte Installateure verlängert die Lebensdauer einer Gastherme. Vor allem aber liegt darin ein Sicherheitsaspekt. Die Wahrscheinlichkeit von CO-Unfällen verringert sich. Ein möglicher Rückstau im Kamin bei hohen Außentemperaturen kann aber auch dadurch nicht gänzlich vermieden werden. Die einfachste Sicherheitsmaßnahme, um Kohlenmonoxid-Gefahren bei Tagen mit mehr als 30 Grad zu vermeiden, ist das Öffnen der Fenster, wenn man z.B. duscht oder das Geschirr abwäscht.  

Unser Tipp: Warten Sie Therme, Durchlauferhitzer & Co regelmäßig. Und lassen Sie vor Inbetriebnahme eines mobilen Klimagerätes einen Rauchfangkehrer-Befund über den Lufthaushalt (Luftverbund) in Ihrer Wohnung durchführen! Öffnen Sie die Fenster bei der Inbetriebnahme von Gasgeräten an besonders heißen Tagen. Split-Klimaanlagen, welche unabhängig von der Raumluft agieren, sind eine andere Möglichkeit solche Gefahren zu vermeiden. Die sicherste Variante ist natürlich ganz auf Klimageräte zu verzichten! (Lesen Sie dazu: Hitze: Tipps gegen Sommertemperaturen 8/2018)

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Kommentare

  • Zweischlauchtechnik bringt Sicherheit
    von Crazyphilipp am 07.08.2019 um 14:26
    Das Problem des Unterdrucks und der daraus folgenden Gefahren entsteht dadurch, dass die Hersteller von mobilen Klimaanlagen davon ausgehen, dass Kunden die Ästhetik des Aufbaus mehr schätzen als die Wirkung des Geräts: in der überwiegenden Mehrheit dieser Bauart wird zwar die heiße Abluft des Verflüssigers durch den beiliegenden Schlauch nach außen geblasen, die Luftzufuhr kommt aber aus dem Raum. Bildlich gesprochen wird also die soeben mühsam mit teurem Strom gekühlte Luft gleich wieder geheizt und zum Fenster hinaus geschleudert. Verschlimmernd kommt noch dazu, dass die nun im Raum fehlende Luft aus anderen Räumen oder von draußen nachströmen muss und der Wirkungsgrad dadurch noch weiter sinkt.

    Die eigentlich sehr einfache Lösung ist die Zweischlauchtechnik, bei der ein zweiter Schlauch durch das Fenster geführt wird, der die relativ kühlere Außenluft ansaugt und dann durch den Abluftschlauch wieder nach außen bläst. Der Raumluftkreislauf bleibt dadurch streng vom Kühlkreislauf getrennt und es entstehen im Raum kaum Druckunterschiede. Leider gibt es derartige Geräte fast nicht mehr zu kaufen, aktuell fallen mir nur die Stiebel-Eltron ACP 24 D und die Trotec PAC 3550 PRO ein. Deshalb bauen einige Menschen ihr bestehendes Gerät auf eigene Faust für den Zweischlauchbetrieb um (Erfahrungsberichte zB im Forum von www.kaelte-treffpunkt.de).

    Ich finde es auf jeden Fall bedenklich, dass gerade bei einem Gerät mit einem so hohen Stromverbrauch bewusst eine massive Verringerung des Wirkungsgrades in Kauf genommen wird und dadurch auch noch Menschen zu Schaden kommen, denn die Lösung ist vorhanden und kostet kaum etwas.