KONSUMENT.AT - Browser: Google dominiert - Gute Leistung, Einschränkungen für Adblocker

Browser: Google dominiert

Kommentar von Gernot Schönfeldinger

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KONSUMENT 4/2020 veröffentlicht: 26.03.2020

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Durch eine umstrittene Änderung bei der neuen Browser-Vision (Chrome 80) sollen beliebte Werbeblocker wie Adblock Plus oder Ublock Origin deutlich eingeschränkt werden. Mit einer vom Browser selbst generierten Filterliste kann Google mehr oder weniger bestimmen, welche Werbung gefiltert wird und welche nicht.

Rund um die Jahrtausendwende hatte Microsofts Internet Explorer (IE) einen Anteil von 95 Prozent am Browser-Markt. Ein Quasi-Monopol, das sogar die Gerichte beschäftigte. Zur gleichen Zeit begann der Aufstieg des unabhängigen Mozilla Firefox. Mittlerweile ist alles anders.

Google dominiert

Der IE wird nicht weiterentwickelt, sein Nachfolger Edge kommt nicht in die Gänge, Firefox ist auf unter 10 Prozent Marktanteil gefallen, und Googles Chrome-Browser dominiert. Zu Recht, wenn man es auf die gebotene Leistung reduziert. Auch die Funktionen der aktuellen Version 80 klingen interessant, weil sie auf geringere Nachverfolgbarkeit und weniger Werbeeinblendungen hinauslaufen. Allerdings: Google ist federführend in der Coalition for Better Ads (CBA), einem internationalen Zusammenschluss von Werbeanbietern und Werbetreibenden, der Standards für bessere – sprich: für die Nutzer akzeptablere – Online-Werbung etablieren möchte.

Markt unter Kontrolle?

Was sich gut anhört, hat einen Haken. Google als führendes Werbeunternehmen versucht offenbar, den Markt unter Kontrolle zu bringen. Werbung von Firmen, die sich nicht an die Regeln halten, wird von Chrome blockiert, jene von CBA-Mitgliedern wird von den integrierten Werbeblockern durchgelassen. Die nun erlaubten Werbeformate sind zwar weniger störend, aber nicht immer deutlich als werbliche Einschaltung erkennbar.

Funktion von Werbeblockern beschnitten

Wer meint, sich mit Werbeblockern behelfen zu können, wird enttäuscht sein. Auch deren Funktion wird in Chrome beschnitten. Fazit. Wenn Sie einen guten Browser suchen, werden Sie mit Chrome zufrieden sein. Wenn Sie hingegen selbst beeinflussen möchten, wie viel Werbung Sie zu sehen bekommen und von wem Ihre Schritte nachverfolgt werden, dann sollten Sie sich nach einer Alternative wie Firefox umsehen.

VKI-Experte Gernot Schönfeldinger

 

„Google versucht, den Werbemarkt zu kontrollieren. Der Chrome-Browser ist dabei ein Mittel zum Zweck.“ 

- KONSUMENT-Redakteur Gernot Schönfeldinger

 

 

 


Dieses und viele weitere Themen finden Sie auch in meinem Technik-Blog unter: VKI-Blog: Technik-Spielplatz

 

 

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Kommentare

  • @Brave + Vivaldi
    von chrwt am 01.05.2020 um 12:37
    Von Brave hatte ich voher tatsächlich noch nichts gehört, habe ich somit nachlesen müssen. Erwähnenswert finde ich dazu, dass Brendan Eich CEO von Brave Software ist. Eich ist Erfinder von Javascript (wird mehr oder weniger auf _jeder_ Webseite verwendet) und Teil bzw. Leiter rund um Netscape-Mozilla-Firefox gewesen.
    Weiters bietet Brave grob gesagt ein Rückvergütungsprogramm mittels Werbung und einer eigenen Cryptocurrency an. Müsste man sich noch genauer ansehen.

    Ich selbst verwende schon länger, vermutlich seit der Beta-Phase, als Browser "Vivaldi". Ebenfalls ein Browser auf Chromium-Basis, also ebenfalls Chrome-Plugins kompatibel. Vivaldi ist wiederum vom ehemaligen Opera CEO gegründet.

    Die aktuelle Version 3 von Vivaldi hat als ein neues Feature einen Tracker und Ad blocker in Zusammenarbeit mit duckduckgo bekommen.
  • Brave Browser
    von smoo am 26.03.2020 um 21:05
    Nutze seit geraumer Zeit den Brave-Browser, der von vornherein sehr viele Scripts und Werbungen blockiert, ohne dass man zusätzliche Anwendungen installieren muss.

    Bis auf sehr wenige Ausnahmen bin ich sehr zufrieden damit. Ob man sich Werbung einblenden lassen möchte oder nicht, kann man selbst entscheiden.

    Bzgl. Schnelligkeit kann er mindestens mit Chrome mithalten, oft ist er schneller.