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E-Mobilität

Preispoker an der Ladesäule

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KONSUMENT 6/2020 veröffentlicht: 28.05.2020, aktualisiert: 25.06.2020

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Wer sein E-Auto unterwegs laden muss, sieht sich einer undurchsichtigen Preispolitik der Anbieter ausgesetzt.

Wer sein E-Auto unterwegs laden muss, sieht sich einer undurchsichtigen Preispolitik der Anbieter ausgesetzt. (Bild: Naypong Studio/Shutterstock.com)

Höherer Neupreis, niedrigere Energiekosten?

Elektroautos haben doch meist einen deutlich höheren Neupreis als vergleichbare Modelle mit Verbrennungsmotor. Deshalb werden oft die besonders günstigen Energiekosten während des Betriebes betont. Das ist zwar grundsätzlich nicht falsch, aber doch mit hohen Unsicherheiten behaftet. Es kommt nämlich stark darauf an, wo man sein Fahrzeug lädt. Geschieht dies zu Hause am Netzanschluss mit einer sogenannten Wallbox oder auch über eine normale Steckdose, ist in Österreich mit einem üblichen Haushaltstarif von rund 20 Cent pro Kilowattstunde zu rechnen. Bei einem Verbrauch von 20 kWh pro 100 km kommen Sie also mit 4 Euro 100 km weit. Das ist immerhin um rund ein Drittel billiger als mit einem kleinen Benziner oder einem mittelgroßen Dieselfahrzeug.

Stromverbrauch: Grenzen von Haushaltsanschlüssen

Voraussetzung ist aber, dass Ihr Gesamtstromverbrauch nicht den Rahmen eines Haushaltsanschlusses sprengt. Im Bereich der Wiener Netze beispielsweise beträgt das Limit 9.000 kWh pro Jahr. Sonst kommt es zu empfindlichen Nachzahlungen. Zu bedenken ist dabei, dass ein Durchschnittshaushalt in Österreich (laut Interessensvertretung der E-Wirtschaft) schon ohne Elektroauto im Jahr 4.415 kWh Strom bezieht. Für die meisten Haushalte sollte sich trotzdem ohne besondere Maßnahmen der Betrieb eines Elektroautos im Rahmen ihres Regel-Netzanschlusses ausgehen, zumindest bis zur flächendeckenden Einführung der intelligenten Stromzähler (Smart Meter). Dann wird es ohnehin zu einer völligen Neuordnung der Stromverrechnung kommen. 

Intransparenz an der Ladesäule 

Die große Unsicherheit beginnt aber beim Laden unterwegs. Während bei fossilen Kraftstoffen die Preise an Tankstellen weit sichtbar ausgeschildert sein müssen, ist man mit einem Elektroauto nicht sicher, ob man bei der nächstbesten Ladesäule überhaupt laden kann und zu welchen Bedingungen. Die Abrechnung erfolgt zum Teil in Zeiteinheiten, und nur manchmal wird die tatsächlich geladene Energiemenge (kWh) zur Verrechnung herangezogen. Schon allein dadurch ergeben sich enorme Preisunterschiede für die gleiche geladene Strommenge. 

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Kommentare

  • Preispoker an der Ladesäule
    von winnie2 am 31.05.2020 um 15:42
    Leider ist die Politik bisher ihrer Aufgabe, Ordnung in das Tarifchaos zu bringen, bisher nicht nachgekommen. Zwischen gratis und Preisen, die man nur mehr als Wucher bezeichnen kann, ist alles drin. Ich persönlich, E Autofahrer seit fast 3 Jahren, rate dazu nur, wenn man eine Steckdose am Abstellplatz hat. Hier noch Tipps zur Suche nach der passenden Ladestation. Die vollständigste Datenbank für Europa mit Hinweisen, welche Ladekarte akzeptiert wird findet man auf goingelectic.de, eine Kostenrechnung bekommt man bei ladepreise.at. Die kann natürlich nur grob sein, da viele Ladestationen bei uns nach Zeit abrechnen und es einen Unterschied macht, ob der Akku kalt oder warm ist. Ein weiteres Problem sind die nach Zeit abrechnenden Typ2 (Wechselstrom) Ladesäulen. Wenn man nur mit einer Phase lädt, das ist bei vielen asiatischen E Autos der Fall, zahlt man nach Zeit, bekommt aber nur 1/3 Strom.

    Winfried Stadler