KONSUMENT.AT - Vitamin D gegen Corona - Vitamin D: Wirkung bei Corona nicht belegt

Vitamin D gegen Corona

Wissenschaftliche Belege fehlen

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KONSUMENT 3/2021 veröffentlicht: 19.01.2021

Inhalt

Im Internet und in Zeitschriften liest man immer wieder, dass Vitamin D das Immunsystem stärken und auch zur Prävention sowie zur Therapie einer Covid-19-Erkrankung hilfreich sein soll.

Gesundheitliche Verbesserung nicht belegt

Unsere Kooperationspartner von medizin-transparent.at haben die Studienlage recherchiert. Ob Vitamin D bei der Behandlung von Covid-19 wirksam ist, wurde bislang in drei Studien untersucht. Die Ergebnisse lassen keine Schlüsse darauf zu, ob eine Vitamin-D-Behandlung zu einer gesundheitlichen Verbesserung führt, ob sie wirkungslos ist oder eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes nach sich zieht.

Studien zur Prophylaxe in Planung

Offen bleibt auch, ob eine Behandlung Todesfälle verhindert. Ein Grund für die enttäuschende Datenlage ist die geringe Anzahl der Studienteilnehmer. Zudem wurden die Studien mangelhaft durchgeführt. Ob die Einnahme von Vitamin D als Prophylaxe tauglich ist, wurde bislang überhaupt nicht untersucht. Studien dazu sind erst in Planung.

Vorteil nur bei schwerem Vitamin-D-Mangel

Bisher vorliegende Arbeiten zur Vorbeugung von Erkältungen und herkömmlichen Atemwegsinfekten durch die Einnahme von Vitamin D zeigen im Übrigen kaum positive Effekte. Lediglich bei schwerem Vitamin-D-Mangel (unter 25 nmol/l Blut) bringt eine Einnahme einen Vorteil. Immerhin konnten in diesen Studien keine auffälligen unerwünschten Wirkungen beobachtet werden. Sehr große Vitamin-D-Mengen (mehr als 120 nmol/l) sind allerdings sehr wohl gesundheitsschädlich.

Niedriger Vitamin-D-Spiegel bei Covid-19-Erkrankung

Die Vermutung, dass Vitamin D bei Covid-19 helfen kann, geht darauf zurück, dass ein schwerer Krankheitsverlauf häufig mit einem niedrigen Vitamin-D-Spiegel einhergeht. Dieser könnte allerdings auch lediglich eine Begleiterscheinung sein. Denn einige Personengruppen mit erhöhtem Risiko für eine schwere Covid-19-Erkrankung, etwa ältere und stark übergewichtige Menschen, haben öfter einen erniedrigten Vitamin-D-Spiegel, weil sie sich seltener in der Sonne aufhalten oder sich einseitig ernähren.

Sonnenlicht hilft

Damit der Körper ausreichend mit Vitamin D versorgt ist, genügt während der Sommerzeit ein täglicher Aufenthalt von 5 bis 15 Minuten im Sonnenlicht. Im Frühling und im Herbst sind es 10 bis 25 Minuten. Wenn Gesicht und Hände unbedeckt sind, bildet sich in der Haut genügend Vitamin D, damit der Körper auch im Winter ausreichend versorgt ist.

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Kommentare

  • Vitamin D gegen Corona
    von REDAKTION am 02.03.2021 um 07:29
    Einen sehr guten Übersichtsartikel zur Vitaminversorgung, auf dem auch unsere Einschätzung basiert, finden Sie unter https://www.gesundheitsinformation.de/osteoporose-vorbeugen.html#aasa.
  • Vitamin D gegen Corona
    von Salzamt am 01.03.2021 um 17:12
    Was Sie schreiben, ist doch keine Antwort auf meinen Kommentar. Ich hab kritisiert, dass Sie im abgedruckten Artikel auf die zusätzliche mangelhafte Durchführung der Studien hinweisen, ohne das im Artikel zu erklären. Auf meine Kritik das absurden Vorschlages, sich im Sommer ohne Schutz 5-15 in die Sonne zu stellen, gehen Sie gar nicht ein.
    Beim Schreiben meiner Kündigung ist mir der Gedanke gekommen, dass der Untertitel des Artikel "Wissenschaftliche Belege fehlen" sich auf den abdruckten Artikel selbst beziehen könnte. Ich halte das für möglich.
  • Vitamin D gegen Corona
    von REDAKTION am 01.03.2021 um 13:28
    Es tut uns leid, wenn Sie ihr Abo aufgrund eines Artikels kündigen, der auf einer Expertise unserer wissenschaftlichen Partner von Cochrane Österreich basiert, die wiederum auf Basis von wissenschaftlichen Fakten erstellt wurde. An den genannten drei Studien zu Vitamin D und COVID nahmen insgesamt 356 Personen mit leichter bis schwerer Covid-19-Erkrankung teil. Sie wurden nach dem Zufallsprinzip (randomisiert) einer von zwei Gruppen zugeteilt. Die Behandlungsgruppe bekam zusätzlich zur üblichen Standardbehandlung Vitamin D in unterschiedlichen Dosen. Die Kontrollgruppe erhielt neben der Standardbehandlung entweder ein Scheinpräparat (Placebo) oder gar kein zusätzliches Mittel. Nach 2-4 Wochen wurde verglichen, ob in der Behandlungsgruppe weniger Erkrankte gestorben waren, zudem wurde ausgewertet, ob es den Erkrankten in der Behandlungsgruppe besser ging als jenen in der Kontrollgruppe. Die Studien können keine der Fragen klar beantworten. Für eine der drei Studien fehlen noch wichtige Daten, um die Ergebnisse einordnen zu können. Bei einer Studie ist der Vitamin-D-Spiegel der Teilnehmenden bekannt: er lag im Durchschnitt um 20 ng/ml. Die meisten Experten erachten erst Werte unter 20 ng/ml als unzureichend für die Gesundheit. In dieser Studie war die Anzahl der Todesfälle in der Vitamin-D-Gruppe sogar geringfügig höher. In der dritten Studie fehlten Angaben zum Vitamin-D-Spiegel. Hier waren die Todesfälle bei denjenigen, die Vitamin-D bekamen etwas niederiger. Die Ergebnisse widersprechen sich also. Insgesamt ist die Anzahl der Todesfälle in beiden Studien mit 16 jedoch viel zu gering für aussagekräftige Ergebnisse – die Wahrscheinlichkeit für Zufallsschwankungen ist zu hoch. Mängel in der Studiendurchführung mindern die Aussagekraft der Ergebnisse weiter. Auch wurden Daten zur Schwere des Krankheitsverlaufs überhaupt nur in einer Studie erhoben. Wie gut die Versorgung mit Vitamin D vor Behandlungsbeginn war, wurde ebenfalls nur in einer Studien festgehalten.
  • Vitamin D gegen Corona
    von Salzamt am 01.03.2021 um 13:08
    Dieser Artikel hat mich nun endgültig bewogen, mein Konsument-Abo zu kündigen. Was soll so ein Satz "Zudem wurden die Studien mangelhaft durchgeführt", ohne dass im Geringsten erklärt wird, was mangelhaft sein soll. Auch der Ratschlag, sich im Sommer 5-15 Minuten ohne Sonnencreme dem Sonnenlicht auszusetzen, kann doch nicht ernst gemeint sein. Würde ich das machen, hätte ich vielleicht genug Vitamin D für den Winter gebildet. Allerdings halte ich den Hautkrebs, den ich dadurch bekommen würde, für schlimmer.
  • Über 30 Studien belegen die Wirksamkeit von Vitamin D gegen Ovid-19
    von REDAKTION am 08.02.2021 um 13:30

    Geringe Aussagekraft

    Die Aussagekraft der von Ihnen angesprochenen 30 Studien ist gering, da sie nicht den strengen Kriterien für verlässliche klinische Studien entsprechen. Laut Impressum steht hinter dieser Seite eine Einzelperson mit unklarer wissenschaftlicher Qualifikation. Die Covid-NMA-Initiative - ein internationaler Zusammenschluss von 14 Forschungsinstituten - fasst alle streng wissenschaftlich durchgeführten Studien in einer Meta-Analyse zusammen, analysiert ihre Aussagekraft und aktualisiert dies in regelmäßigen Abständen unter

    https://covid-nma.com/living_data/index.php?comparison=164

    Nur drei gute Studien

    Demnach gibt es derzeit 3 aussagekräftige Studien zum Thema. Diese deuten bisher nicht auf eine Wirksamkeit von Vitamin D bei Covid-19 hin. Wie Medizin-transparent.at erklärt, werden jedoch derzeit weitere Studien dazu durchgeführt, die in Zukunft eine klarere Antwort geben könnten. Den vollständigen Medizin-transparent-Beitrag finden Sie unter

    https://www.medizin-transparent.at/vitamin-d-corona/

    Ihr KONSUMENT-Team