KONSUMENT.AT - Lebensmittel: KONSUM-Ente - So viele Beschwerden wie nie zuvor

Lebensmittel: KONSUM-Ente

Broccoli aus Ecuador

Seite 1 von 12

Nächsten Inhalt anzeigen
KONSUMENT 3/2021 veröffentlicht: 24.02.2021

Inhalt

Die Herkunft von Lebensmitteln, Ärger mit der Verpackung und dreiste Werbeversprechen waren die Aufreger bei der Wahl zur KONSUM-Ente des Jahres 2020. Gewinner des Schmähpreises ist diesmal Iglo.

Auch im Corona-Jahr 2020 war es nicht nur das Virus, das für Verdruss und Aufregung unter den in Österreich lebenden Konsumentinnen und Konsumenten sorgte. Über unsere Plattform Lebensmittel-Check, die wir gemeinsam mit dem für Gesundheit und Konsumentenschutz zuständigen Ministerium seit mehr als zehn Jahren betreiben, gingen im vergangenen Jahr Beschwerden zu Hunderten Lebensmitteln ein – so viele wie nie zuvor.

Überdimensioniert oder irreführend

Wie immer betrifft ein Großteil der Reklamationen die Art und Weise, wie Lebensmittel angeboten werden, etwa überdimensionierte Verpackungen oder irre­führende Werbebotschaften auf der Ver­packung. Zunehmend in den Fokus rückte im vergan­genen Jahr auch die Frage, woher unsere Lebensmittel kommen und inwieweit die Herkunft der Rohstoffe für den Verbraucher auf dem Produkt transparent gemacht wird.

Herkunft immer wichtiger

So kommt es nicht von ungefähr, dass unser Schmähpreis, die KONSUM-Ente des Jahres 2020, an den tief­gekühlten Broccoli der Marke Iglo geht.

Aus den Beschwerden, die uns im ver­gangenen Jahr erreichten, haben wir ins­gesamt zehn Produkte zur Wahl gestellt, die für besonderen Ärger sorgten. An der Abstimmung zwischen dem 6. November 2020 und dem 6. Jänner 2021 beteiligten sich rund 6.000 Konsumentinnen und Konsumenten.

 Konsum-Ente 2020: Welches ist das ärgerlichste Lebensmittel? (Bild: VKI)

Lebensmittel-Check

Fühlen Sie sich durch Aufmachung, Kennzeichnung oder Bewerbung eines Produktes in die Irre geführt? Dann melden Sie es uns auf www.lebensmittel-check.at .

Wir kaufen das ­Produkt ein und überprüfen es auf den von Ihnen angegebenen Mangel. Ist die Beschwerde zutreffend, fordern wir vom Hersteller bzw. Vertreiber eine Stellungnahme an. Diese ver­öffentlichen wir samt Ihrer Beschwerde auf der Lebensmittel-Check-Homepage. Gibt der Anbieter keine Stellungnahme ab, machen wir auch dies transparent.

Bewertung

Wertung: 5 von 5 Sternen
19 Stimmen
Weiterlesen

Kommentare

  • Ersetzen neuerdings überzogene Erwartungen die objektiven Fakten?
    von xylitol am 01.03.2021 um 18:04
    ihre Vergleiche hinken massiv...
    immerhin wirbt IGLO äußerst tatkräftig mit erntefrischem Gemüse aus dem Marchfeld (fast in jeder Werbung), so kann der ein oder andere Konsument schon davon ausgehen, dass IGLO Gemüse aus Österreich stammt und nicht aus Ecuador...
    Immerhin gibt es auch österreichischen Brokkoli, somit eine durchaus nachvollziehbare Erwartungshaltung.

    Eine österreichische Ananas passt wohl nicht ganz so, da ich noch keine österreichischen Ananasbauern entdeckt habe....
  • Ersetzen neuerdings überzogene Erwartungen die objektiven Fakten?
    von Mag Zirnig am 28.02.2021 um 13:15
    Ich finde es äußerst bedenklich, wenn mit den Iglu Tiefkühlbrokkoli ein Produkt, das korrekt ausgezeichnet ist, auf der Packung keine falsche Werbeversprechen macht und nichts vortäuscht (Mogelpackung, irreführende Abbildung), einen Schmähpreis bekommt, nur weil es nicht der naiven Erwartung mancher Konsumenten entspricht, dass jedes angebotene Gemüse aus Österreich kommt, und weil das Durchlesen des Verpackungstextes offenbar zu viel verlangt ist. Wird nächstes Jahr der Vorarlberger Getränkehersteller RAUCH mit der Konsum-Ente bedacht, weil auf seinem Ananassaft nicht in Riesenlettern steht: „Ananas nicht aus Österreich“? Nähern wir uns Verhältnissen wie in Amerika, wo auf Getränkebechern steht „Kaffee/Tee kann heiß werden – Verbrühungsgefahr!“, weil der Hersteller sonst damit rechnen muss, verklagt zu werden? In diese Richtung geht jedenfalls auch der Beurteilungsmodus beim VKI-Streichwursttest Anfang 2020, wo die Chiemgauer Naturfleisch Geflügelleberwurst, obwohl mikrobiologisch völlig in Ordnung, nicht verkostet und mit „nicht zufriedenstellend“ bewertet wurde, nur weil sie mit ihrer gräulichen Farbe von der Erwartung abweicht, dass jede Leberwurst rot oder braun sein muss. Damit wird der Zusatz unnötiger Farbstoffe von Konsumentenseite direkt provoziert. Eine ungute Entwicklung!
  • Herkunft von Lammfleisch
    von M.M.K. am 27.02.2021 um 14:30
    Ich war vor kurzem während der Woche (nicht am Samstag) beim Eier-Geflügel-Wild-Stand am Karmelitermarkt in 1020 Wien, einem der teuersten Märkte in der Stadt. Auf einer schwarzen Tafel las ich mit Kreide notiert "Lammfleisch aus der Steiermark". Auf Nachfrage beim Verkäufer stellte sich jedoch heraus, dass das in der Vitrine angebotene Lammfleisch aus Neuseeland (!!!) stammt; jenes aus der Steiermark gäbe es erst in etwa zwei Wochen wieder. Jedenfalls war nirgends zu lesen, dass dieses Lammfleisch aus Neuseeland stammt. Der Ärger mit der unrichten Herkunftsbezeichnung nimmt kein Ende, leider.
  • Kein Hinweis auf der Verpackung
    von xylitol am 25.02.2021 um 09:48
    das hängt von der Produktart ab und wann Sie das Produkt erworben haben. Die verpflichtende Herkunftskennzeichnung wurde erst mit der neuen Verordnung erweitert welche erst 2020 in Kraft trat. Wenn Tiefkühlkost davor produziert worden ist und länger haltbar ist, können sich die Verpackungen dementsprechend unterscheiden.
  • Kein Hinweis auf der Verpackung
    von h3ll am 24.02.2021 um 11:43
    Ich habe das Produkt in einer anderen Verpackung zuhause. Hier ist nirgendwo ein Herkunftsort angegeben. Ist das überhaupt rechtmäßig oder wird hier geschummelt?