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Internetkriminalität

Betrugsmasche auf Kleinanzeigeplattformen

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KONSUMENT 6/2021 veröffentlicht: 27.05.2021

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Auf Kleinanzeigenplattformen wie Willhaben sind leider nicht nur seriöse Anbieter und Käufer aktiv, wie aktuelle Fälle zeigen. Umso wichtiger ist es, wachsam und vorsichtig zu bleiben. 

Vorgetäuschte Seriosität

Ein auf der österreichischen Kleinanzeigenplattform Willhaben inserierter Gebrauchtwagen hatte sein Interesse geweckt. Der einzige Unsicherheitsfaktor war die seitens des privaten Anbieters verlangte Anzahlung in Höhe von 3.000 Euro. Um alle Zweifel auszuräumen, übermittelte dieser ohne zu zögern seine Handynummer sowie Scans seines Führerscheins, seines Meldezettels und des Zulassungsscheins des Fahrzeuges an den Interessenten, der sich davon überzeugen ließ. Doch kaum hatte er das Geld an den Anbieter überwiesen, tauchte dieser dauerhaft unter. 

Scamming - der Vorschussbetrug

Eine Betrugsmasche, die hinlänglich bekannt sei, erfuhr er bei der Polizei, wo bereits ­Dutzende Anzeigen anderer Geschädigter aus ganz Österreich vorliegen. Tatsache ist: ­Vergleichbare Inserate findet man auch auf Gebrauchtwagen-Plattformen wie beispielsweise Autoscout24, zum Teil wird sogar mehrfach dasselbe Fahrzeug angeboten. ­Eine ähnliche Masche, die ebenso unter den Überbegriff Scamming (zu Deutsch: Vorschussbetrug) fällt, läuft seit Jahren mit Mietwohnungen zu besonders attraktiven Konditionen, für die dann vorab eine Kau­tionszahlung fällig wird.

Keine Vorauszahlungen leisten

Über die Inserate selbst bzw. die bei Willhaben & Co vorliegenden Daten ist es nicht möglich, die Betrüger auszuforschen, weil es sich um private Inserenten handelt und sie es zudem verstehen, ihre Spuren zu verwischen – etwa, indem sie im Ausland sitzen. Was bleibt, ist die Warnung, aufmerksam zu sein und sich nicht auf Vorauszahlungen einzulassen, selbst wenn der Anbieter noch so seriös erscheinen mag. Bitte beachten Sie zum Stichwort Internet­kriminalität auch den weiter unten stehenden Tipp zur Website Watchlist Internet! 

Identitätsdiebstahl vermeiden

Im Zusammenhang mit dem oben geschilderten Fall müssen wir davor warnen, Fotos oder Scans persönlicher Dokumente elektronisch zu übermitteln, sofern man sie nicht zuvor mithilfe eines Bildbearbeitungsprogramms groß und deutlich mit einem Wasserzeichen versehen und somit als Kopie gekennzeichnet hat. Es handelt sich nämlich um einen der Wege, auf denen Betrüger zu Dokumenten gelangen, die sie dann bei anderer Gelegenheit als Belege ihrer scheinbaren Seriosität vorlegen, Stichwort: Identitätsdiebstahl. Für die Bearbeitung braucht man keine spezielle Bildbearbeitungssoftware. Man kann beispielsweise das in Windows integrierte Programm Paint verwenden, mit dem man ein transparentes Textfeld ins Bild einfügt. Eine genauere Anleitung dazu finden Sie auf www.konsument.at/computer-telekom/ ausweiskopie-wasserzeichen .

Informationen einholen

Die Watchlist Internet ( www.watchlist-internet.at ) ist eine von öffentlicher und privater Seite unterstützte Informationsplattform, die über alle Formen des Internetbetrugs und über potenzielle Onlinefallen berichtet und immer aktuell gehalten wird. Im Hinblick auf den oben geschilderten Fall empfiehlt es sich, auf der Website nach den Stichwörtern „Kleinanzeigenbetrug“ und „Scamming“ zu suchen. Einen informativen Überblick bietet etwa der Artikel „ Diese Scamming-Maschen sollten Sie kennen “. Auch die Suche nach „Phishing“ liefert aufschlussreiche Ergebnisse, etwa Antwort auf die Frage, warum in einer erpresserischen E-Mail sogar Ihre korrekte Adresse und Telefonnummer genannt sein kann, Sie sich aber trotzdem nicht einschüchtern lassen sollten.

FIlme und Serien: gefälschte Streamingangebote

Eine weitere Anlaufstelle für Informationen und Hilfestellung im Ernstfall ist das beim VKI angesiedelte Europäische Verbraucherzentrum (EVZ) Österreich. Ein anhaltendes Problem speziell im deutschsprachigen Raum sind beispielsweise gefälschte Streaming-Angebote für Filme und Serien. Spielarten davon gibt es einige: Man gerät in eine Abo-Falle, man zahlt für ein nicht vorhandenes Angebot, man gibt seine persönlichen Daten preis, die dann missbräuchlich verwendet werden, Schadsoftware landet auf dem eigenen Computer. Mehr dazu auf https:// europakonsument.at/de/page/sicheresstreamen . Wenn Sie auf www.konsument.at im Menübalken auf „Foren“ klicken, dann finden Sie dort unter anderem das Forum „Spam, Phishing, Betrug“ . Auch dieses enthält Informationen zu aktuellen Betrugsmaschen, zusammengetragen von der Redaktion sowie von Leserinnen und Lesern.

Spam

Ein etwas allgemeineres Thema, das nicht ausschließlich mit betrügerischen Aktivitäten zu tun hat, aber viele Menschen verärgert, ist Spam, also unerwünschte E-Mail-Zusendungen. Ausführliche Hintergrundinformationen dazu liefert beispielsweise ein Beitrag in unserem VKI-Blog: https://blog.vki.at/ article/spam .

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