KONSUMENT.AT - Elfenbein - Elfenbeinprodukte weiter im Handel

Elfenbein

Jagd nach dem weißen Gold

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KONSUMENT 9/2017 veröffentlicht: 31.08.2017

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Exportverbot für Rohelfenbein

Dass der Elfenbeinhandel auch vor Europa nicht Halt macht, zeigt die Sicherstellung von 90 Elefantenstoßzähnen in Wien im ­ver­gangenen Jahr. In der EU herrscht ein allgemeines Vermarktungsverbot für Elfenbein, bisher aber nicht für altes Elfenbein aus der Zeit vor 1990. Eine neue EU-Regelung besagt, dass per 1.7.2017 kein EU-Staat mehr Exportdokumente für Rohelfenbein aus­stellen darf.

Damit ist der bisher legale ­Export von "altem" Elfenbein aus der EU unmöglich gemacht. Dazu muss man wissen, dass das Alter von Elfenbein nicht so einfach festgestellt werden kann. Illegale Exporte von relativ neuem Elfenbein konnten so kaum verhindert werden. "Auslöser für die Entscheidung der Kommission waren die Handelsverbote der USA und Chinas", erklärt Scattolin. 2016 sei zudem ein trauriges ­Rekordjahr für Elfenbeinbeschlagnahmungen gewesen: 564 Kilo in Österreich, 1,2 Tonnen in Deutschland, 744 Kilo in Spanien und 470 Kilo in Frankreich.

Ausfuhr von verarbeitetem Elfenbein

Die Ausfuhr von verarbeitetem Elfenbein ist zwar nach wie vor möglich, aber unter strengen Bedingungen. Elfenbeinprodukte – dazu gehören Jagdtrophäen, Schnitzereien oder etwa ein Klavier mit Elfenbeintasten – ­dürfen nur ausgeführt werden, wenn der Verkäufer nachweisen kann, dass er sie vor dem Jahr 1976 erworben hat; nur dann sollen nach dem Willen der EU Exportdokumente aus­gestellt werden.

Elfenbeinprodukte weiter im Handel

Auf vielen Online-Plattformen werden Produkte aus Elfenbein jedenfalls weiterhin verkauft. Der IFAW (International Fund for ­Animal Welfare) untersuchte im Jahr 2014 in einem Zeitraum von sechs Wochen 280 Online-Marktplätze in 16 Ländern und entdeckte 33.006 bedrohte Wildtiere, Wildtierteile oder -produkte. Über 32 Prozent der erfass­ten Anzeigen in der Studie boten Elfenbein oder mutmaßliches Elfenbein an.

Die Online-Plattform eBay dagegen hat bereits 2009 ein Handelsverbot für Elfenbein ausgesprochen. Auf dem Online-Anzeigenportal willhaben ist der Verkauf von Elfenbein nur mit einer CITES Bestätigung (Ausnahmebestätigung des Umweltministeriums) gestattet, wie willhaben-Sprecher Thomas Reiter erklärt. Der Inserent ist für das Angebot verantwortlich und sichert willhaben über die AGB zu, dass er nichts tut, was illegal ist", ergänzt Reiter.

Elfenbein erschnüffelt

Sollten Anzeigen gemeldet werden, die nicht den gesetzlichen Erfordernissen entsprechen, würden sie von will­haben entfernt. Das geht WWF-Experte Scattolin jedoch nicht weit genug: "Im Internet kann es keine glaubwürdigen Altersnachweise für Elfenbein geben", lautet seine Einschätzung. Er plädiert für die Sensibilisierung von Zollbehörden. Auf internationalen Flughäfen, auch in Wien, kommen zunehmend Artenschutzspürhunde zum Einsatz, die Wildtierprodukte wie Elfenbein erschnüffeln können.

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