KONSUMENT.AT - Energiekosten-Stop: Anbieterwechsel - Fernwärme: keine alternativen Anbieter

Energiekosten-Stop: Anbieterwechsel

Keine Hexerei

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KONSUMENT 1/2020 veröffentlicht: 12.12.2019

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Die Strom- bzw. Gasrechnung ist sehr kompliziert aufgebaut. Sollen Konsumenten da verunsichert werden?

In Österreich hat sich der Gesetzgeber für einen sehr hohen Grad an Information bei der Rechnungslegung entschieden. Deswegen ist die Detailseite der Jahresabrechnung mit allen Kosten gespickt, die im Zuge der Strom- und Gasrechnung fakturiert werden. Durch die Fülle an einzelnen Posten ist einerseits sehr viel Information gegeben, aber andererseits die Nachvollziehbarkeit und Verständlichkeit strittig. Es steht dem Energielieferanten zudem frei, ob er eine gemeinsame Abrechnung von Energie- und Netzkosten anbietet oder nicht – hinsichtlich der Übersichtlichkeit ist das sicher nicht optimal.

Warum entspricht die Jahresabrechnung nicht grundsätzlich 365 Tagen?

Die Jahresabrechnung kommt zwar immer zum ungefähr gleichen Zeitpunkt und sie entspricht auch in der Regel ungefähr einem Jahr, also 365 Tagen. Die Abrechnungsperiode fällt allerdings nicht zwingend mit dem Kalenderjahr zusammen. Zu Abweichungen kann es aufgrund systemtechnischer Gründe kommen; beispielsweise, wenn die Ablesung des Zählerstandes durch den Netzbetreiber nicht im gleichen Zeitraum wie im Vorjahr stattfindet oder wenn in der Abrechnungsperiode ein Anbieterwechsel stattgefunden hat.

Wobei der Netzbetreiber nur dazu verpflichtet ist, alle drei Jahre vor Ort den Zählerstand abzulesen. In der Zwischenzeit können Jahresabrechnungen auf Hochrechnungen basieren. Auch bei einem Lieferantenwechsel wird nicht zwingend vor Ort abgelesen. Wir empfehlen daher, den Zählerstand zum Wechselstichtag selbst abzulesen und ihn dem Netzbetreiber per E-Mail oder online via Selbstableseportal zu übermitteln.

Keiler haben an der Haustür versucht, mich zum Anbieterwechsel zu überreden. Das ist doch unseriös, oder?

Immer wieder versuchen Energieanbieter, durch geschulte Keiler in sogenannten Haustürgeschäften oder auch auf der Straße Konsumenten zum Abschluss eines neuen Energievertrages und damit zum Wechsel des bisherigen Anbieters zu überreden. Es ist zu empfehlen, in einer solchen Situation nicht voreilig einen Vertrag zu unterschreiben. Sollte man doch zu einer Unterschrift verleitet oder überrumpelt worden sein, so kann man innerhalb von 14 Tagen ab Unterschrift von diesem Vertrag zurücktreten. Wichtig ist, den Rücktritt schriftlich und nachweislich (eingeschriebener Brief) zu erklären.

Kann ich auch meinen Fernwärmeanbieter wechseln?

Bei Bezug von Fernwärme kann der Anbieter leider nicht gewechselt werden, da dieser eine Monopolstellung innehat. Alternative Anbieter gibt es nicht. Aufgrund der notwendigen Leitungen und Infrastruktur für Fernwärme gibt es jeweils nur lokale Anbieter. Das ist aus Konsumentensicht natürlich wenig zufriedenstellend, denn die Angebots- und Preisstrukturen im Fernwärmesegment sind wenig transparent. Es kommt immer wieder zu Beschwerden über die Heizkostenabrechnung. In einer 2015 von der Arbeiterkammer erstellten Studie heißt es: „Es besteht auch der Verdacht, dass sich Fernwärmeanbieter den nur schwachen Wettbewerb zunutze machen.“

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