Feta, Kalbswurst und Schriftgröße

Tarnen und täuschen

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KONSUMENT 8/2015 veröffentlicht: 30.07.2015

Inhalt

Das Kleingedruckte ist winzig, der Feta kommt aus Deutschland und die Kalbswurst ist vom Schwein. - Ein Intern von KONSUMENT-Chefredakteur Gerhard Früholz.

KONSUMENT-Chefredakteur Gerhard Früholz (Bild: U. Romstorfer/VKI)
Chefredakteur
Gerhard Früholz

Unleserlich oder falsch

Können Sie ganz kleine Schriften mit freiem Auge lesen? Ich nehme an, dass die wenigsten von Ihnen Kleingedrucktes ohne große Mühe entziffern können. Dabei gibt es Vorgaben wie klein die Mindestschriftgröße für bestimmte Angaben auf Lebensmittelverpackungen sein darf. Bei unserem Test von Feta haben drei Produkte aber nicht einmal diese Minimalanforderung erfüllt. Man könnte diese Kritik als kleinlich abtun, wären da nicht noch andere Kennzeichnungsprobleme.Da gibt es etwa bei der Angabe des Salzgehalts eine Toleranz von plus/minus 20 Prozent. Aber selbst auf die Einhaltung dieser ohnehin großzügigen Grenzen kann man nicht vertrauen. Prominente Beispiele sind der Feta von S-Budget und jener von Ja! Natürlich, die den deklarierten Salzgehalt bis zum Doppelten (!) überschreiten.

Ihr "Feta“ kommt aus Deutschland

Sie verlassen sich übrigens besser auch nicht auf die Abbildungen auf der Vorderseite der Verpackung. Tavernenstimmung, Farben und Symbole, die an Griechenland erinnern, sind keine Gewähr dafür, dass das Produkt echter Feta ist und wirklich aus Hellas stammt. Die Wahrheit steht meist nur auf der Rückseite und lautet: Was sich mit dem Flair einer griechischen Spezialität schmückt, ist bloß Kuhmilchkäse. Zum Beispiel aus Deutschland. Lesen Sie mehr Test: Feta-Käse 8/2015


Ihre "Kalbswurst“ kommt vom Schwein

Tarnen und täuschen ist bei Lebensmitteln branchenüblich. Ein weiteres Beispiel dafür liefert unser diesmaliger Beitrag für die Rubrik "Lebensmittel-Check“. Preisfrage: Woraus besteht denn eigentlich Kalbspariser? Mitnichten ist deren Hauptbestandteil Kalbfleisch. Die Kalbs-Pariser, die wir Ihnen auf Seite 9 vorstellen, besteht zu 55 (!) Prozent aus Schweinefleisch und zu lediglich 15 Prozent aus Kalb. Und die Bezeichnung "Kalbspariser" ist für diese Wurst lebensmittelrechtlich sogar in Ordnung. Noch eine Preisfrage: Warum heißt sie dann aber nicht "Schweins-Pariser"? Lesen Sie mehr Ja! Natürlich Kalbs-Pariser 8/2015

Als Konsument kommt man aus dem Staunen nicht heraus: Schmähs wie diese sind nicht nur branchenüblich, sondern sogar gesetzlich gedeckt.


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