KONSUMENT.AT - Fischkauf: Karpfen & Co - Bio-Fisch, bedrohte Arten

Fischkauf: Karpfen & Co

Süßwasser oder Meer

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Konsument 12/2008 veröffentlicht: 14.11.2008, aktualisiert: 20.11.2008

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Nachhaltige Zucht

Fische aus Aquakulturen sind nicht automatisch die bessere Wahl. Forellen und Saiblinge können bei hoher Besatzdichte und mit viel Kraftfutter so gemästet werden, dass ihre Aufzucht der Intensivhaltung bei Hühnern und Schweinen entspricht. Es gibt aber auch Initiativen, die sich um Nachhaltigkeit bemühen. Beispiele dafür sind etwa in Niederösterreich die Marken „Ybbstal Forelle“ und „Ostarrichi Fisch“ (ebenfalls Forellen).

Bekannt sind auch die Marken „Alpenlachs“ sowie „Mariazeller Wildsaibling“. Schönheitsfehler beider Projekte ist, dass die Bezeichnungen nicht ganz korrekt sind: Der Alpenlachs ist in Wirklichkeit eine Saiblingsart. Die gehört zwar auch zur Familie der Salmoniden, ist aber kein Lachs. Der Mariazeller Wildsaibling wiederum wird zwar sehr extensiv gezüchtet, ist aber kein Wildfisch.

Bio-Fische

Auch Bio-Fisch wird inzwischen angeboten. Diese Zuchtfische aus biologischer Teichwirtschaft unterliegen strengen gesetzlichen Bestimmungen und Kontrollen bei der Fütterung und der Einhaltung von Umweltkriterien. Damit ist gewährleistet, dass die Besatzdichte reduziert ist, keine Arzneimittel routinemäßig verfüttert werden und die zur Fütterung verwendeten Fischmehle und -öle aus Wildfang oder Zucht kommen, die der Nachhaltigkeit verpflichtet sind.

Näheres dazu unter www.biofisch.at.

Bedrohter Meeresfisch

Wer statt Süßwasserfischen lieber Meeresfisch isst, findet sich zunehmend in der Zwickmühle. Die Überfischung der Meere bedroht immer mehr Arten. Nach Angaben der Welternährungsorganisation FAO gelten 77 Prozent der wirtschaftlich wichtigen Fischbestände als überfischt. Die Fischerei-Industrie weicht daher zunehmend auf Tiefseefische aus. Da sie sehr langsam wachsen, ist dieser Eingriff ins Ökosystem besonders gravierend.

Für zusätzliche Verwirrung sorgt, dass Speisefische teils unter unterschiedlichen Namen angeboten werden, obwohl es sich zoologisch um dieselbe Art handelt. Ein Beispiel dafür sind Alaska Seelachs und Pazifischer Polardorsch.

Beim St.-Petersfisch wiederum gilt es, genau zu lesen. Jener aus dem Mittelmeer und dem Atlantik (Zeus faber) lebt in Küs­tennähe in Tiefen zwischen 5 und 400 Metern, wird maximal 12 Jahre alt und ist ein beliebter Speisefisch, den man sich mit gutem Gewissen schmecken lassen darf.

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