Früchtetee

Ausschuss im Beutel

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Konsument 12/2010 veröffentlicht: 24.11.2010

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Probleme gab es auch bei den Hagebutten bzw. Hagebuttenschalen. Da sie vergleichsweise teuer sind, landeten in den Tees in einigen Fällen geringere Mengen als in den Zutatenlisten angegeben. Wir fanden zudem Hagebuttengranulat. Es enthält neben getrockneten Hagebuttenschalen – echt gschmackig – Samen und Haare der Hagebutte, früher einmal im Fasching als Juckpulver beliebt. Auch das hat unserer Ansicht nach in einem Früchtetee nichts verloren. Eine besonders aparte Mischung ist hier übrigens Hagebuttengranulat mit Apfeltrester.

Granulate auf dem Vormarsch

Apropos Granulat: Ohne kamen gerade einmal 4 Produkte aus. Bei den restlichen 26 war von Apfel über Hagebutte bis zu Hibiskus und Orangen- bzw. Zitronenschalen an Granulaten praktisch alles vertreten. Für diesen breiten Einsatz gibt es eine Erklärung: Was als Granulat gepresst wird, kann sich beim Befüllen des Teebeutels nicht verhaken. Keine Erklärung haben wir für die festgestellten Verunreinigungen. Nur bei knapp einem Drittel unserer Proben haben die Erzeuger sauber gearbeitet. Bei der Mehrzahl der Produkte mussten wir dagegen allerlei Stängel und Fremdsamen beanstanden.

Nicht nur uns werden die Ergebnisse dieses Tests sauer aufstoßen. Aufs Siegerstockerl schafften es lediglich zwei Produkte – die Früchtetees von Bio Primo (Müller) und Lebensbaum (Basic). Ebenfalls gut unterwegs: zwei Tees von Alnatura (dm), einer von Dennree, einem Bio-Grossisten aus Deutschland (Maran), sowie der Früchtetee von Ja! Natürlich. Alle diese Erzeugnisse sind Bioprodukte, die im Test übrigens wesentlich besser abschnitten als konventionell erzeugte. 

Sonnentor, Dungl, Demmer

Damit hat es sich schon. Bei 18 von 30 untersuchten Tees reichte es nur für ein mattes „Durchschnittlich“. Hier erwischte es auch Firmen, denen man viel mehr zugetraut hätte. Willi Dungl zum Beispiel, dessen Markenrechte inzwischen zum Imperium von Teekanne gehören. Oder Sonnentor, innovativer und hochgelobter Vorzeigebetrieb aus dem Waldviertel und mit 0,18 bzw. 0,17 Euro pro Teebeutel der teuerste Anbieter im Test. Auch Demmer, Pionier in Sachen Teekultur, konnte nicht überzeugen.

4% Verunreinigungen und Granulat

Noch trüber sieht es bei den Testverlierern aus. "Die Teekanne macht den Tee" - im Fall von FixFrutta und Apfel-Zimt leider keinen guten. In FixFrutta fanden wir vom Apfel hauptsächlich Kerngehäuse und Trester. Außerdem war deutlich mehr Hibiskus drin als auf der Verpackung steht. Beim Apfel-Zimt-Tee tauchen genau jene Bestandteile, die dem Tee seinen Namen geben, erst unter "ferner liefen" in der Zutatenliste auf. Auch hier fanden wir reichlich Apfeltrester. Mit dem Früchtebär von Natur aktiv (Hofer) und dem 6-Früchte natur von Milford gießen sich Teeliebhaber gleich einmal vier Prozent Verunreinigungen und jede Menge Granulat auf. Letzteres gilt auch für Meßmer (Lidl).

Schlusslicht Meinl

Am meisten Magenweh verursachte uns aber die Marke mit dem Mohren. Der Walderdbeeren- Tee von Julius Meinl enthält hauptsächlich Trester statt Äpfel, Granulate und jede Menge Aroma sowie Vitamine. Insgesamt 15 Prozent an Zusätzen konnten wir ausmachen. Von Wald keine Spur, von Natur schon gar nicht. Und sogar die bei den Zutaten angegebenen Erdbeeren, genauer ein Erdbeerfruchtgranulat, das dem Tee immerhin seinen Namen gibt, suchten wir vergebens.

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Kommentare

  • Herkunft
    von REDAKTION am 30.11.2010 um 16:38
    Wir haben für diesen Test die Herkunft der Rohstoffe nicht erhoben. Es findet sich auch auf der Verpackung der von uns untersuchten Charge kein Hinweis auf die Herkunft. Für Bio-Produkte gelten seit 1. Juli 2010 allerdings neue Kennzeichnungsbestimmungen, die die Hersteller zur Angabe der geographischen Herkunft verpflichten. Und das bedeuten die einzelnen Bezeichnungen: „EU-Landwirtschaft“: Die landwirtschaftlichen Ausgangsstoffe (mind. 98 %) werden in der EU erzeugt. „Nicht-EU-Landwirtschaft“: Die landwirtschaftlichen Ausgangsstoffe werden in Drittländern (Nicht-EU) hergestellt. .„EU-/Nicht-EU-Landwirtschaft“: Die landwirtschaftlichen Ausgangsstoffe werden in der EU und in Drittländern erzeugt. „Österreichische Landwirtschaft“: Die landwirtschaftlichen Ausgangsstoffe (mind. 98 %) stammen aus Österreich. Diese Bezeichnung ist analog auch für andere Länder möglich. Es gibt jedoch Übergangsbestimmungen. So darf z.B. altes Verpackungsmaterial aufgebraucht werden. Nach der Umstellung auf neues Verpackungsmaterial muss dann entsprechend gekennzeichnet werden. Ihr Konsument-Redaktionsteam
  • Herkunft
    von oxalis960 am 30.11.2010 um 11:39
    Kannetwas über die Herkunft der Inhaltsstoffe von Bio Primo Tee gesagt werden?
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