KONSUMENT.AT - Kaffeeanbieter - Steckbriefe

Kaffeeanbieter

Das ist bitter!

Seite 7 von 10

Nächsten Inhalt anzeigen
KONSUMENT 7/2014 veröffentlicht: 25.06.2014, aktualisiert: 03.07.2014

Inhalt

Steckbriefe

Reihung nach erreichten Prozentpunkten

Illy

Das Familienunternehmen aus Triest zeigt sich sehr informationsfreudig. Branchenprimus im Sozialbereich; hausinterner Zertifizierungs-Standard (umfangreich, länderspezifisch). Was fehlt, ist eine unabhängige Kontrolle. Umweltanspruch beschränkt auf Gesetzeskonformität.

Nestlé

Einziges Unternehmen, das konsequent über Menschenrechts-Agenda ­berichtet. Bestes Umweltengagement. Aber auch Nestlé beschränkt sich auf einen internen Zertifizierungsstandard (AAA). Programm zur Unterstützung der Kaffeebauern (gemeinsam mit Rainforest Alliance).

Tchibo

Engagierte Umwelt-Politik und -Maßnahmen; intensiver Dialog mit Stake­holdern, hohe Transparenz; 30 % des Kaffees sind zertifiziert (auch Fairtrade). Tchibo verpasst allerdings bessere Bewertung wegen unzureichenden Kontrollsystems im Sozialbereich.

Starbucks

Die Kaffeehauskette aus Seattle kann vor allem auf weitreichendes Monito­ring (intern und durch unabhängige Stelle) verweisen: 100 % der Lieferanten erfasst. Aber kaum 10 % des Kaffees zertifiziert. Keine Kooperation bei der Erhebung, aber Nachhaltigkeitsreports sind ok.

DE Master Blenders (Senseo)

Die niederländische Kaffeefirma, die gemeinsam mit Philips das Senseo-Kaffeepadsystem betreibt, zeigt wenig Engagement. Beschränkt sich darauf, zu 25 % UTZ-zertifizierten Kaffee zu beziehen. Aber kein Kontrollsystem, auch der Verhaltenskodex ist schwach.

Mondelez (Jacobs, Tassimo, ...)

Der US-Konzern landet punktgleich mit DE im geschlagenen Feld. Kein Ruhmesblatt für den drittgrößten Nahrungsmittelproduzenten der Welt (35 Mrd. $). Erstaunlich, dass so ein Riesenkonzern nicht einmal einen akzeptablen Nachhaltigkeitsreport zusammenbringt.

Lavazza

Das Turiner Familienunternehmen scheint mit der Konkurrenz nicht mithalten zu können. Vor allem der Mangel an Kontrolle und das sehr bescheidene Berichtswesen werden kritisiert. Positiv: Die Analyse des Lebenszyklus sowie ein Förderprogramm für Kaffeebauern mit Unterstützung von Rainforest Alliance.

Segafredo

Ein weiteres italienisches Familienunternehmen, das eigenen Angaben zufolge in Brasilien die weltweit größte Kaffeeplantage besitzt. Offenbar nicht zum Vorteil der Arbeiter und der Umwelt: es existiert praktisch keine formale Nachhaltigkeitspolitik.

Bewertung

Wertung: 4 von 5 Sternen
14 Stimmen
Weiterlesen

Kommentare

  • Segafredo
    von pblazek am 04.11.2014 um 12:27
    Wenn eine Zertifizierung nur zu PR-Zwecken dient, was ist dann erst von einer Selbstdarstellung zu halten, die von keiner Seite bestätigt werden kann? Eine Zertifizierung durch eine unabhängige Organisation sollte heute selbstverständlich sein. Wer glaubt, ohne eine solche auszukommen, muss auf andere Weise belegen, dass er soziale und ökologische Mindeststandards einhält. Über Segafredo sind keine diesbezüglichen Informationen verfügbar. Ihr Konsument-Team
  • Kommentar von Segafredo
    von Thallingerm am 03.11.2014 um 22:43
    Guten Tag, vielen Dank für Ihr Mail, wir sind für alle Anregungen und Fragen unserer Kunden dankbar. Zu unserem Bedauern war der Artikel im Konsument nicht genau recherchiert. Segafredo Zanetti bzw. unsere Muttergesellschaft die Massimo Zanetti Beverage Group ist der einzige Kaffeeanbieter, der über eigene Anbauflächen verfügt. Wir besitzen eine Plantage in Brasilien, die „Nossa Senhora da Guia“, zudem Anbauflächen in Costa Rica (http://www.mzb-group.com/en/activities/roasted-coffee-roasting-plants/dettaglio/cafe-montana), Honduras und Hawaii (http://www.mzb-group.com/en/activities/roasted-coffee-roasting-plants/dettaglio/kauai-coffee ). Auf diesen Plantagen verfolgt Massimo Zanetti, unser Eigner, seine eigene Nachhaltigkeitspolitik. Die Arbeiter sind fix ganzjährig angestellt, verdienen sehr gut, für Unterbringung, Kost und Arbeitskleidung ist gesorgt. Es gibt eine medizinische Versorgung sowie eine Schultransport für die Kinder der Plantagenmitarbeiter. Dieses Engagement ist ein persönliches Anliegen unseres Eigentümers, der sich den Arbeitern auf unseren Anbauflächen verpflichtet fühlt. Daher wird es auch keine kostenintensive, aber lediglich zu PR-Zwecken dienende Zertifizierung unserer Plantagen geben. Um sein soziales Engagement noch besser koordinieren zu können, hat Herr Zanetti die Fondazione Zanetti Onlus gegründet (http://www.fondazionezanetti-onlus.org/en/), die humanitäre Projekte in Südamerika und Afrika fördert.
  • Meinl
    von REDAKTION am 30.06.2014 um 14:57

    Es handelt sich um einen internationalen Gemeinschaftstest, nationale Kaffeeanbieter konnten nur zum Teil berücksichtigt werden. Aus Kostengründen haben wir uns entschlossen, nur die bedeutendsten Anbieter auf dem heimischen Markt mittesten zu lassen. Wir bitten um Verständnis.

    Ihr Konsument-Team

  • kaffeetest
    von DorisG am 28.06.2014 um 10:20
    frage: wieso wurde meinl kaffee nicht erwähnt????