Kürbiskernöl

Von wegen steirisch!

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KONSUMENT 6/2012 veröffentlicht: 24.05.2012, aktualisiert: 28.06.2012

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Großteils aus Supermärkten und Bioläden

Für unseren Kernöl-Test haben wir also insgesamt 30 Öle ausgewählt. Die Proben stammen großteils aus Supermärkten und Bioläden. Apropos Bioläden: „Habt ihr Maran ausgelistet?“, wollte kürzlich ein langjähriger Abonnent wissen. Nein, haben wir natürlich nicht. Aus „Maran“ ist vor einiger Zeit „denn’s“ geworden. Der deutsche Biogroßhändler Dennree war schon länger Teilhaber bei Maran. Nun hat er das Unternehmen ganz übernommen und führt die Geschäfte unter eigenem Namen.Bezahlt haben wir für unsere Öle zwischen 11,98 und 61,90 Euro pro Liter. Am billigsten sind Kerngold von Hofer sowie S Budget von Interspar. Das teuerste Produkt ist ein Bio-Öl von Rapunzel, das wir aus dem Biosupermarkt Basic in Wien Meidling mitgenommen haben.

Elf "steirische Kürbiskernöle"

Elf Öle weisen eine g.g.A.-Kennzeichnung (geschützte geografische Angabe) auf. Sie kommen aus einem genau definierten Anbaugebiet und dürfen sich daher „steirisches Kürbiskernöl“ nennen. Mit Österreich als Verkaufsargument wirbt aber auch eine Reihe anderer Produkte.

Auf den Seiten 5-7 finden Sie zu jedem Öl einen Steckbrief. Er sagt Ihnen,

  • wo das jeweilige Produkt erhältlich ist,
  • wie viel es kostet,
  • was die Produzenten zur Herkunft der Rohware sagen und
  • woher sie laut Analyse tatsächlich kommt.

Um Ihnen den Überblick zu erleichtern, haben wir die untersuchten Öle nach Gruppen zusammengefasst.

Fettes Ergebnis

Als uns die Montanuniversität nach Abschluss der Untersuchungen ihre Prüfergebnisse übermittelte, mussten wir uns erst einmal setzen: Weniger als die Hälfte aller getesteten Kernöle stammt tatsächlich ausschließlich aus Österreich! Wie so oft bei wissenschaftlichen Tests: Die Forscher können zwar keine 100-prozentige Garantie geben, aber es besteht eine „hohe Wahrscheinlichkeit“, das bei den meisten Ölen die dafür verarbeiteten Kerne entweder überhaupt nicht oder nur zum Teil aus Österreich kommen!

Nur elf "echte" Österreicher

Gerade einmal 11 von 30 Ölen konnten als „echte“ Österreicher klassifiziert werden; der Großteil davon g.g.A.-Öle, darunter auch die Platzhirsche des Kernölgeschäfts wie Steirerkraft und Weinhandl. Zwischen 19,20 Euro (Trummer) und 39,96 Euro pro Liter (Biohof Martina Schmit) werden für diese Qualität verlangt. Bei zwei weiteren Ölen – Hamlitsch Bio und Spar Natur Pur – ist die Herkunft zwar nicht eindeutig bestimmbar, es deutet aber vieles darauf hin, dass sie aus Österreich stammen.

Bewertung

Wertung: 4 von 5 Sternen
110 Stimmen
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Kommentare

  • Irreführung
    von REDAKTION am 31.05.2012 um 14:58

    Die Juristen aus unserer Rechtsabteilung bleiben an diesem Thema natürlich dran.

    Ihr KONSUMENT-Team

  • Auswahl der Öle
    von REDAKTION am 31.05.2012 um 14:49

    Wir versuchen bei unseren Tests, eine möglichst große Marktabdeckung zu erreichen. Natürlich würden wir gerne auch Produkte direkt vom Kernölbauern unter die Lupe nehmen. Bei den von Ihnen angesprochenen g.g.A.-Ölen kämen dafür über 2.500 Landwirte in Frage. Leider ist das allein schon aus Kostengründen nicht möglich.

    Ihr KONSUMENT-Team

  • Ist das nicht Irreführung?
    von powerplana am 28.05.2012 um 15:00
    Wenn ich es richtig verstehe, werden Konsumenten damit ja getäuscht. Ist das nicht auch ein Fall für Ihre Rechtsabteilung?
  • Kürbiskernöl - von wegen steirisch
    von JoLor am 25.05.2012 um 22:39
    Das Ergebnis ist mehr als niederschmetternd! Meine subjektive Feststellung: Sie testeten hauptsächlich Öle industrieller Produktion. Meine Bitte: Haben Sie auch vor, ggA - Produkte direkt von den "Kernölbauern" unter die Lupe zu nehmen? ...fragt mit großem Interesse Josef L.
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