KONSUMENT.AT - Kürbiskernöl: Kerne aus China - Chinesisch statt steirisch

Kürbiskernöl: Kerne aus China

Kein steirischer Brauch

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Konsument 6/2009 veröffentlicht: 05.06.2009

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Nach Informationen aus Insiderkreisen stammt die Rohware von zwei Drittel der im Lebensmittelhandel vermarkteten Öle aus dem Ausland, und da wieder zum Großteil aus China, was in krassem Widerspruch zu den uns genannten Herkunftsländern steht. Auf unsere Nachfrage hin hatten sich lediglich zwei Ölproduzenten zu chinesischen Kernen bekannt. Selbst in großen, bekannten steirischen Ölmühlen wird hauptsächlich chinesische Rohware verpresst. Selbstverständlich ohne es auf dem Etikett zu vermerken.

Öl für Gastronomie:  vermutlich aus China

Auch für das allermeiste Kernöl, das an die ­Gastronomie ausgeliefert wird, stammen die Kerne vermutlich aus China. Und so ­gießen sich die Gäste in und außerhalb der Grünen Mark vertrauensvoll „echt chine­sisches Kernöl“ über ihren original steirischen Käferbohnensalat, dessen Bohnen immer öfter importiert werden. Chinese Export ist auch vieles, was in die Back­warenindustrie geht und als gschmackiges Kürbiskernbrot oder resches bestreutes Weckerl im Brotkörbchen landet.

Zu billig für heimisches Öl

Dass hier einiges ranzig riecht, sagen einem gut informierten Konsumenten aber nicht nur wenig aussagekräftige Etiketten, sondern auch der Hausverstand. Gutes inländisches Kernöl hat einen Preis von rund 8 Euro aufwärts pro 0,5 Liter. Für ein Bio-Kürbiskernöl muss man noch einmal 2 Euro drauflegen. Die Kerne für diesen noch recht kleinen Markt kommen, falls es sich um österreichische Rohware handelt, überwiegend aus Niederösterreich. Um 5 Euro und einige Cent schafft mit Sicherheit kein österreichischer Kürbisbauer ­einen halben Liter Kernöl. Da kann auf ­einem schön gestalteten Flaschenetikett draufstehen was will.

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