KONSUMENT.AT - Lebensmittel-Check - Was ärgert am meisten?

Lebensmittel-Check

Tarnen und täuschen

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KONSUMENT 2/2015 veröffentlicht: 28.01.2015, aktualisiert: 26.03.2015

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Die größten Aufreger

Da wir jeden Hinweis auf ein mangelhaftes Produkt kategorisieren, wissen wir inzwischen auch sehr genau, was Konsumenten am meisten aufregt.

  • Ganz oben auf der Hitliste der Ärgernisse steht die überdimensionierte Verpackung, auch Mogelpackung genannt. Der Klassiker sind hier Schachteln, die viel Luft und wenig Ware enthalten.
  • Fast genauso groß ist der Unmut über die fragwürdige Zusammensetzung mancher Lebensmittel. Vor allem, wenn Zutaten auf der Verpackung besonders ausgelobt werden, im Produkt selbst aber kaum vorkommen, sorgt das für Zorn bei den Kunden.
  • Allergisch reagieren viele auch darauf, wenn ihnen etwas als „gesund“ angedient wird, es aber in Wahrheit nicht ist.
  • Oder Zutaten enthält, die man auf den ersten Blick gar nicht vermuten würde, wie etwa tierische Bestandteile in einem vegetarischen Produkt.
  • Genauso sauer sind Konsumenten über Schwindeleien bei der Herkunft. Mit einer rot-weiß-roten Flagge werben, obwohl das Produkt außerhalb von Österreich erzeugt wurde, geht gar nicht. Und auch unklare Herkunftsbezeichnungen bei Fleisch regen viele Kunden auf. Wer glaubt, österreichisches Schweinefleisch zu kaufen, und dann draufkommt, dass das Borstenvieh bei uns nur geschlachtet wurde, ist zu recht angespeist!

Wie Firmen reagieren

Mehr als 400 Lebensmittel-Checks wurden bisher veröffentlicht. Und noch immer sind wir stets aufs Neue überrascht darüber, was Hersteller den Konsumenten so alles zumuten. Auf den vorigen Seiten finden Sie zusammengefasst 12 Produkte, die unserer Meinung nach das Zeug für eine Goldene Zitrone haben. Vor allem deshalb, weil sich die Hersteller Kritik gegenüber taub stellen oder darauf hoffen, mit fadenscheinigen Argumenten durchzukommen. Manche lernen es offenbar nie!

Viele Firmen ändern ihr Produkt

Andere zum Glück schon. Seit 2012 haben die Hersteller nach Beanstandungen von uns 36 Produkte entweder vom Markt genommen oder Etiketten geändert. Da uns nicht jede Firma automatisch bekannt gibt, ob und was sie ändert, ist diese Zahl vermutlich noch höher.

Süßwaren fallen am ehesten auf

Am meisten fallen Konsumenten übrigens seltsame bis irreführende Kennzeichnungen bei Süßwaren auf. An zweiter Stelle stehen die alkoholfreien Getränke und an dritter Milch und Milchprodukte. Zu den Produktgruppen mit einem hohen Täuschungspotenzial zählen auch Fleisch und Fleischwaren. Hier wollen Kunden immer öfter wissen, was ihnen tatsächlich verkauft wird und woher die Rohstoffe kommen.

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Kommentare

  • Vielen Dank für Ihre Arbeit!
    von 7112910 am 17.02.2015 um 10:07
    Ohne den Gegendruck bzw. die Kritik von solchen "Lebensmittelprüfern" wie Ihnen würde die Industrie wohl noch viel mehr tricksen. Ich bin froh, dass es die "Zitronen-Artikel" gibt. Auch werden Konsumenten angeregt, darüber nachzudenken, was sie da einkaufen. Das ist auch der Grund, warum ich nicht jede Zitrone lese. Denn manche "Lebensmittel"-Veränderungen regen mich nicht mehr auf. Wenn zum Beispiel Schokolade oder süße Riegel (Twix etc.) teurer werden, juckt mich das wenig. Das sollten immer Randerscheinungen der Ernährung sein - und da ist weniger sogar gesünder! Und dass fast alles teurer wird, ist keine Neuheit. Schlimm finde ich, dass ich trotz großem Interesse regelmäßig an Zutatenlisten scheitere, weil die Inhaltsstoffe Bezeichnungen enthält, die ich nicht kenne / verstehe. Meine Lösung: für den Hauptspeiseplan kaufe ich möglichst nur unverarbeitete Lebensmittel, also frisch. Es ist ohnehin gesünder. Auch da ist der Lebensmittelhandel - und wiederum Sie als Qualitätsprüfer - gefragt. Vielen Dank!
  • Tips sinnlos?
    von Freytagb am 05.02.2015 um 18:40
    Nein, ich gebe Ihnen nicht recht. Die Konsumenten haben es in der Hand ein Produkt zu kaufen oder nicht und es wird an der Kassa "abgestimmt".
  • Tipps teilweise sinnlos
    von eNTi am 31.01.2015 um 13:54
    es ist zwar nett, dass sie einkaufstipps geben, aber sein wir doch mal ehrlich. wer kann bitte etwas mit gramm-angaben anfangen? wer merkt sich vor allem, wieviel ein produkt vorher gewogen hat? das müsste man sich bei jedem produkt aufschreiben. ohne "hilfe" geht das höchstens, wenn man jahrelang das gleiche produkt kauft. dann fällt s einem vielleicht auf... und dazu kommt, dass man sehr schwer etwas dagegen tun kann? leserbrief an die firma schreiben? produkt nicht mehr kaufen? welche alternativen hat man den wirklich? viele leere floskeln, die leider stark an der realität vorbei gehen. die gesamte industrie ist krank... vom geld. die wirtschaft ist krank... vom geld. da kann man das einkaufen gleich sein lassen. ich jedenfalls fühle mich komplett überfordert und überrumpelt. man muss ja jeden hersteller als kriminiell ansehen. so lange es keine ernsthaften strafen gibt, wird das alles noch viel schlimmer.