Lebensmittel-Check

Tarnen und täuschen

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KONSUMENT 2/2015 veröffentlicht: 28.01.2015, aktualisiert: 26.03.2015

Inhalt

Ein ständiges Ärgernis ist die tatsächliche Herkunft von Lebensmitteln. Vor allem, weil die Werbeschmähs hier besonders dreist sind.

Iglo Lachs-Forelle aus klaren Alpengewässern

Aqua statt Gebirgsbach

Iglo Lachs-Forelle aus klaren Alpenwässern (Bild: VKI)

Das steht drauf: Manche Auslobungen sind bemerkenswert unmissverständlich. So z.B. jene von der Forelle aus einem klaren Alpengewässer. Hier ist alles klar, oder?

Das ist drin: In Wahrheit stammt der Fisch aus einer Aquakultur im italienischen Friaul. Das erfährt aber nur, wer sich die Rückseite der Verpackung ansieht und auch das Kleingedruckte genau liest.

Das meinen wir: Man glaubt es kaum, aber rein rechtlich ist an dieser Kennzeichnung nichts auszusetzen. Neben der Fischart (Forelle) wird auch die Produktionsmethode (Aquakultur) und das Fanggebiet (Italien) angegeben. Alles richtig und trotzdem – komplett falsch, finden wir!

Lesen Sie hier den vollständigen Check: Iglo Lachs-Forelle aus klaren Alpengewässern 1/2013


Patros in Öl

Kuh im Schafspelz

Patros in Öl (Bild: VKI)

Das steht drauf: Ein schönes Bild von einem griechischen Salat mit Käsewürfeln, Oliven, Tomaten, Zwiebeln. Dazu ein Hirte in traditioneller Kleidung. Mehr Griechenland geht nicht.

Das ist drin: Statt Feta aus Hellas steckt aber nur ein deutscher Käse aus pasteurisierter Kuhmilch in diesem Glas. Und eingelegt ist er nicht in Olivenöl, sondern in Rapsöl, wie man auf Nachfrage erfährt.

Das meinen wir: Zwischen dem, was mit schönen Bildern vorgegaukelt wird, und dem, was tatsächlich angeboten wird, liegen Welten. Natürlich könnte man auch auf der Vorderseite klar und deutlich vermerken, worum es sich handelt. Davon will Patros aber nichts wissen und verkauft weiter Kuhmilchkäse im Schafsmäntelchen.

Lesen Sie hier den vollständigen Check: Patros in Öl 7/2012

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Kommentare

  • Vielen Dank für Ihre Arbeit!
    von 7112910 am 17.02.2015 um 10:07
    Ohne den Gegendruck bzw. die Kritik von solchen "Lebensmittelprüfern" wie Ihnen würde die Industrie wohl noch viel mehr tricksen. Ich bin froh, dass es die "Zitronen-Artikel" gibt. Auch werden Konsumenten angeregt, darüber nachzudenken, was sie da einkaufen. Das ist auch der Grund, warum ich nicht jede Zitrone lese. Denn manche "Lebensmittel"-Veränderungen regen mich nicht mehr auf. Wenn zum Beispiel Schokolade oder süße Riegel (Twix etc.) teurer werden, juckt mich das wenig. Das sollten immer Randerscheinungen der Ernährung sein - und da ist weniger sogar gesünder! Und dass fast alles teurer wird, ist keine Neuheit. Schlimm finde ich, dass ich trotz großem Interesse regelmäßig an Zutatenlisten scheitere, weil die Inhaltsstoffe Bezeichnungen enthält, die ich nicht kenne / verstehe. Meine Lösung: für den Hauptspeiseplan kaufe ich möglichst nur unverarbeitete Lebensmittel, also frisch. Es ist ohnehin gesünder. Auch da ist der Lebensmittelhandel - und wiederum Sie als Qualitätsprüfer - gefragt. Vielen Dank!
  • Tips sinnlos?
    von Freytagb am 05.02.2015 um 18:40
    Nein, ich gebe Ihnen nicht recht. Die Konsumenten haben es in der Hand ein Produkt zu kaufen oder nicht und es wird an der Kassa "abgestimmt".
  • Tipps teilweise sinnlos
    von eNTi am 31.01.2015 um 13:54
    es ist zwar nett, dass sie einkaufstipps geben, aber sein wir doch mal ehrlich. wer kann bitte etwas mit gramm-angaben anfangen? wer merkt sich vor allem, wieviel ein produkt vorher gewogen hat? das müsste man sich bei jedem produkt aufschreiben. ohne "hilfe" geht das höchstens, wenn man jahrelang das gleiche produkt kauft. dann fällt s einem vielleicht auf... und dazu kommt, dass man sehr schwer etwas dagegen tun kann? leserbrief an die firma schreiben? produkt nicht mehr kaufen? welche alternativen hat man den wirklich? viele leere floskeln, die leider stark an der realität vorbei gehen. die gesamte industrie ist krank... vom geld. die wirtschaft ist krank... vom geld. da kann man das einkaufen gleich sein lassen. ich jedenfalls fühle mich komplett überfordert und überrumpelt. man muss ja jeden hersteller als kriminiell ansehen. so lange es keine ernsthaften strafen gibt, wird das alles noch viel schlimmer.
Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo