Lebensmittel-Check

Tarnen und täuschen

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KONSUMENT 2/2015 veröffentlicht: 28.01.2015, aktualisiert: 26.03.2015

Inhalt

Mit Zutaten anzugeben, die kaum oder gar nicht im Produkt vorhanden sind, das ärgert Kunden fast so sehr wie eine Mogelpackung.

Römerquelle emotion jostabeere

Aromatisiert

Römerquelle emotion jostabeere (Bild: VKI)

Das steht drauf: Mineralwässer mit Geschmack (Flavoured Waters) sind ein Verkaufsschlager. Auf der Flasche von Römerquelle emotion kommt die Jostabeere, eine Kreuzung aus schwarzer Johannisbeere und Stachelbeere, groß ins Bild. Mindestens 12 Beeren finden sich auf dem vorderen Etikett.

Das ist drin: In der Sachbezeichnung ist nur noch von Jostabeerengeschmack die Rede. Und auch in der Zutatenliste sucht man die Beeren vergeblich. Tatsächlich enthalten ist ein Konzentrat aus Stachelbeer- und schwarzem Johannisbeersaft. Für zusätzlichen Geschmack sorgt Aroma.

Das meinen wir: Mit Jostabeeren angeben und dann nur zwei verschiedene Saftkonzentrate und Aroma einfüllen, das ist zu wenig.

Lesen Sie hier den vollständigen Check: Römerquelle emotion jostabeere 9/2012


Wasa Crisp’n Light Roggen

Roggen Mangelware

Wasa Crisp'n Light Roggen (Bild: VKI)

Das steht drauf: Eine Packung Knäckebrot mit Roggen samt „25 % Vollkorn, 13 % Ballaststoffen”. Dazu noch stilisierte Getreideähren. Was wenn nicht schwarzes Mehl, also Roggen, soll in diesem Brot stecken?

Das ist drin: Außer Roggen werden hier auch Weizenmehl, Magermilchpulver und etliche andere Zutaten verbacken. Und die groß angkündigten 25 % Vollkorn kommen ebenfalls nicht vom Roggen, sondern beziehen sich auf das Weizenmehl.

Das meinen wir: Unter einem Roggenknäcke stellen sich Kunden definitiv etwas anderes vor. Dass hier nicht zu knapp Weizenmehl verarbeitet wurde, sollte klar ersichtlich sein und nicht in der Zutatenliste versteckt werden.

Lesen Sie hier den vollständigen Check: Wasa Crisp'n Light Roggen 11/2014

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Kommentare

  • Vielen Dank für Ihre Arbeit!
    von 7112910 am 17.02.2015 um 10:07
    Ohne den Gegendruck bzw. die Kritik von solchen "Lebensmittelprüfern" wie Ihnen würde die Industrie wohl noch viel mehr tricksen. Ich bin froh, dass es die "Zitronen-Artikel" gibt. Auch werden Konsumenten angeregt, darüber nachzudenken, was sie da einkaufen. Das ist auch der Grund, warum ich nicht jede Zitrone lese. Denn manche "Lebensmittel"-Veränderungen regen mich nicht mehr auf. Wenn zum Beispiel Schokolade oder süße Riegel (Twix etc.) teurer werden, juckt mich das wenig. Das sollten immer Randerscheinungen der Ernährung sein - und da ist weniger sogar gesünder! Und dass fast alles teurer wird, ist keine Neuheit. Schlimm finde ich, dass ich trotz großem Interesse regelmäßig an Zutatenlisten scheitere, weil die Inhaltsstoffe Bezeichnungen enthält, die ich nicht kenne / verstehe. Meine Lösung: für den Hauptspeiseplan kaufe ich möglichst nur unverarbeitete Lebensmittel, also frisch. Es ist ohnehin gesünder. Auch da ist der Lebensmittelhandel - und wiederum Sie als Qualitätsprüfer - gefragt. Vielen Dank!
  • Tips sinnlos?
    von Freytagb am 05.02.2015 um 18:40
    Nein, ich gebe Ihnen nicht recht. Die Konsumenten haben es in der Hand ein Produkt zu kaufen oder nicht und es wird an der Kassa "abgestimmt".
  • Tipps teilweise sinnlos
    von eNTi am 31.01.2015 um 13:54
    es ist zwar nett, dass sie einkaufstipps geben, aber sein wir doch mal ehrlich. wer kann bitte etwas mit gramm-angaben anfangen? wer merkt sich vor allem, wieviel ein produkt vorher gewogen hat? das müsste man sich bei jedem produkt aufschreiben. ohne "hilfe" geht das höchstens, wenn man jahrelang das gleiche produkt kauft. dann fällt s einem vielleicht auf... und dazu kommt, dass man sehr schwer etwas dagegen tun kann? leserbrief an die firma schreiben? produkt nicht mehr kaufen? welche alternativen hat man den wirklich? viele leere floskeln, die leider stark an der realität vorbei gehen. die gesamte industrie ist krank... vom geld. die wirtschaft ist krank... vom geld. da kann man das einkaufen gleich sein lassen. ich jedenfalls fühle mich komplett überfordert und überrumpelt. man muss ja jeden hersteller als kriminiell ansehen. so lange es keine ernsthaften strafen gibt, wird das alles noch viel schlimmer.
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