KONSUMENT.AT - Lebensmittel-Checks 2018: dreiste Schmähs - Herkunftsangaben und Downsizing

Lebensmittel-Checks 2018: dreiste Schmähs

Bilanz des Ärgers: unsere LeserInnen haben gewählt!

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KONSUMENT 2/2019 veröffentlicht: 31.01.2019

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Unklare Herkunftsangaben 

Missverständliche oder falsche Angaben zur Produktherkunft sorgen bei vielen Kunden ebenfalls für Empörung. Ist auf der Verpackung eines Produktes beispielsweise eine österreichische Fahne abgedruckt, obwohl die Rohstoffe aus anderen Ländern stammen, ist Ärger vorprogrammiert; ebenso bei unklarer Herkunftskennzeichnung oder falscher Beschilderung von Obst und Gemüse in Geschäften. 

Angabe des Ursprungslandes nicht immer Pflicht

Wie wir aus einer unserer Umfragen wissen, sind für Konsumenten die Zutatenliste und die Herkunftsangabe die wichtigsten Informationen auf Lebensmittelpackungen (die Herkunftsangabe vor allem bei Fleisch, frischem Obst und Gemüse, Eiern, Milch und Milchprodukten). Bislang ist die Angabe des Ursprungslandes aber nur bei einigen Lebensmittelgruppen Pflicht. So etwa bei frischem, unverarbeitetem Rindfleisch, bei den meisten frischen Obst- und Gemüsesorten sowie bei frischen Eiern. 

Seit April 2015 muss verpacktes, unverarbeitetes, frisches, gekühltes oder gefrorenes Schweine-, Schaf-, Ziegen- und Geflügelfleisch ebenfalls gekennzeichnet werden. Verarbeitete oder unverpackte Fleischerzeugnisse sind nicht kennzeichnungspflichtig. In Hinkunft – genauer: ab 1. April 2020 – muss über die Herkunft der primären Zutat(en) informiert werden, wenn diese sich von der ausgelobten Herkunft des Lebensmittels selbst unterscheidet/unterscheiden. 

Versteckte Preiserhöhung: Downsizing

Nicht zuletzt ärgern sich Konsumenten immer wieder über versteckte Preiserhöhungen: Mit sogenanntem Downsizing (darunter versteht man das gezielte Verringern der Füllmenge, während der Preis des Produktes gleich bleibt oder zumindest nicht proportional zur Füllmengenänderung verringert wird) sind Teuerungen nicht auf den ersten Blick sichtbar – die Preiserhöhung ist nicht am Endpreis abzulesen. Werden Produkte oft gekauft, sind Kunden an den Preis gewöhnt. Dass plötzlich weniger Produkt in der Packung steckt, wird leicht übersehen.  

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Kommentare

  • Überregeliert?
    von dlder am 22.02.2019 um 07:47
    Man möchte meinen, dass Österreich und die EU von Gesetzen überschwemmt und überreguliert sei.
    Wenn man aber bedenkt wie man als Kunde belogen wird (nicht nur bei Lebensmittel), so muss selbst ich zugeben, dass ein mehr an Regeln/Gesetzen und strengeres vorgehen der Behörden zumindest im "lebenswichtigem" Lebensmittel-Bereich stark zu begrüßen wäre!
  • Trauriger Trend
    von santodomingo am 15.02.2019 um 19:47
    Irgendwie habe ich das Gefühl, dass die Konzerne mittlerweile mehr Geld ausgeben, um den Kunden in die Irre zu führen und die Zutatenliste so klein wie möglich auf den Produkten zu platzieren, als für das Produkt selbst. Ein trauriger Trend, denn man fühlt sich irgendwie immer belogen und getäuscht. Warum nicht ehrlich und gut lesbar draufschreiben, was drin ist? Mittlerweile sollten die Hersteller auch draufgekommen sein, dass die Kunden kritischer werden und sich nicht mehr für dumm verkaufen lassen.
    Ohne Brille kann ich gar nicht mehr einkaufen gehen...............
  • Marlenka Honigtorten-Kugeln
    von 0809brigitte am 06.02.2019 um 09:50
    Ich liebe seit Jahren tschechische Honigtorte, die vom Hersteller Marlenka inzwischen als rechteckige Torte z.B. bei Merkur, und seit Kurzem auch als Kugeln (z.B. bei Billa) erhältlich sind.
    Bei den Kugeln erlebte ich eine ärgerliche Überraschung: in einer großen Kartonverpackung, die mindestens 20 Stück, möglicherweise auch eine "2. Lage", vermuten lässt, sind lediglich 12 Stück enthalten. Diese sind noch umständlich auf einem Plastiktray mit Plastikdeckel angeordnet, und trotz Karton-Abstandhalter ist immer noch ein Teil der Verpackung leer. Wird wieder Zeit für ein Schreiben an den Hersteller...
  • Downsizing
    von ling am 01.02.2019 um 10:20
    Milka-Schokoladen (früher 300 g) sind mittlerweile nur mehr 270 g schwer, kosten aber nach wie vor soviel wie die ehemaligen 300-Gramm-Tafeln. Das Gewicht ist in sehr kleiner Schrift aufgedruckt und optisch ist der Unterschied natürlich nicht zu erkennen. Anfangs waren es nur einige Sorten und es gab auch welche mit 280 g, mittlerweile dürfte man jedoch generell nach unten "vereinheitlicht" haben.
    In solchen Fällen fragt sich der mündige Konsument natürlich: Wo bleibt hier die EU-Kommission mit ihrem Verordnungs- und Regulierungswahn? Bei diesen Produkten hätte es wenigstens einen Sinn!
    Böse Zungen werden vielleicht meinen, dass es sowieso gesünder sei, statt 300 g nur mehr 270 g zu essen. Das ist schon in Ordnung, doch dann möchte ich auch nur 270 g bezahlen.