KONSUMENT.AT - Lebensmittel: Versteckte Fette - Gesund muss nicht immer mager sein

Lebensmittel: Versteckte Fette

Wer hätte das gedacht?

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KONSUMENT 9/2014 veröffentlicht: 28.08.2014

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Zu viel Fett macht fett

Dass die Fettzufuhr etwas mit Gesundheit – oder Krankheit – zu tun hat, weiß man schon lange. Zu viel Fett macht nach wie vor ganz einfach fett, verursacht also Übergewicht. Wer viele gesättigte Fettsäuren aufnimmt, riskiert außerdem einen gestörten Fettstoffwechsel und erhöht sein Risiko für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung, möglicherweise auch für Brustkrebs. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren dagegen senken das Risiko für Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfall.

Nicht in die Fettfalle tappen

Fett zu sparen und dazu noch auf eine güns­tige Fettzusammensetzung zu achten, ist daher angesagt. Klingt leider einfacher, als es ist. Gut zwei Drittel unserer Tagesration an Fett nehmen wir nämlich ausgerechnet in Form von versteckten Fetten zu uns – Fett, das quasi unsichtbar ist. Reichlich Fett verbirgt sich zum Beispiel in vielen Käsesorten, in Frittiertem und Paniertem, in Snacks und Backwaren sowie in Wurst- und Fleisch­waren. Dass Soletti wenger Fett enthalten als Chips, dass Bergkäse weit mehr Milchfett enthält als Quargeln, dass Pommes frisch aus der Fritteuse fetter sind als Ofen­kartoffeln, weiß vermutlich jeder, der sich ein wenig mit Ernährung beschäftigt. Doch was ist mit Produkten, die als gesund gelten oder so beworben werden? Müsliriegel zum Beispiel, vegetarische Aufstriche, gesunde Jausenweckerl, Bio-Knabbereien und Fertiggerichte mit viel Gemüse.

31 Produktarten wurden getestet

Wir gingen in die Supermärkte und suchten insgesamt 31 solche Produkte aus. Gekauft und anschließend im Labor untersucht wurde immer nur eine Marke einer bestimmten ­Produktart. Auf diese Weise versuchten wir, eine einigermaßen faire Verteilung über die Handelsketten zu erreichen. (Selbstverständlich gibt es Reiswaffeln mit Joghurt­überzug nicht nur von Ja! Natürlich und ­Bananenchips auch in anderen Geschäften als bei Spar.)

Gesund heißt nicht mager

Schon beim Studium der Zutatenliste zeigte sich: Fett steht bei vielen dieser Lebensmittel erstaunlich weit vorne, was eine erste Information über die tatsächlich enthaltene Fettmenge liefert. Nächstes Aha-Erlebnis: Nicht immer finden sich auf den Verpackungen Angaben zu Portionsgrößen. Und wenn doch, so sind diese häufig viel zu klein bemessen. Wir haben deshalb von Testper­sonen versuchsweise Brote mit Aufstrichen schmieren sowie Müsli, Fisch und Gemüse zubereiten lassen. Außerdem wurden alle Tester gefragt, wie viel sie von einem Produkt (etwa Müsliriegel) essen würden. Schließlich kann man mit den häufig auf den Verpackungen genannten Miniportionen selbst das fetteste Produkt schlanker rechnen, als es tatsächlich ist.

Einige schnitten gut ab, ...

Bei allen unseren untersuchten Lebensmitteln schwankte der Fettgehalt zwischen 5 und 34 Prozent. Am wenigsten üppig war das Activia crunchy von Danone, laut Sach­bezeichung ein „Joghurt mit 15 % Erdbeerzubereitung und 12 % Schokoladen-Müsli mit 3,5 % Fett im Milchanteil“, das 5 Prozent Fett bzw. 5 Gramm Fett pro 100 Gramm ­enthält (klingt vielleicht mager, liefert aber trotzdem doppelt so viel Fett wie ein vergleichbares herkömmliches Fruchtjoghurt).

... bei anderen entdeckten wir eine Menge Fett 

Am anderen Ende der Skala steht Yogurette, eine gefüllte Vollmilchschokolade, die es trotz ihrer Magermilchjoghurt-Erdbeer-Creme auf 34 Prozent Fett bzw. 34 Gramm Fett in 100 Gramm Schokolade bringt. (Die klassische Milka Alpenmilch enthält dagegen knappe 30 Prozent Fett.) Ebenfalls ganz schön fett: die Bio-Bananenchips von Spar, die mit einem Fettanteil von 32 Prozent förmlich in Kokosnussöl schwimmen. Auch Müsliriegel (Balisto, Corny), Aufstriche (Inzersdorfer, Zurück zum Ursprung) und belegte Weckerl (Billa, Der Mann) bringen ganz ordentlich Fett auf die Waage. Aufpassen heißt es auch beim Müsli. Das Bio basis ­Cluster Crunchy, ein geröstetes Müsli von Natürlich für uns, ist ebenfalls eine ganz schön fette Kalorienbombe.

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Kommentare

  • Nur die halbe Wahrheit
    von englitsch am 02.09.2014 um 12:47
    Die Verteufelung von Fett ist ja üblich, so auch hier. Allerdings wird ein (meiner Ansicht nach viel wichtigerer) Aspekt hier nicht mal am Rande erwähnt - der ZUCKER! Der ist viel mehr als das angeblich so böse Fett für gesundheitliche Probleme verantwortlich, und in dem "typischen Menü", das sie hier anführen, ist noch viel mehr Zucker als Fett drin, was zu hohen Insulinschwankungen und Fettspeicherung führt - Übergewicht, Diabetes, etc. Z.B. hat Hummus viel (gutes) Fett, aber keinen Zucker - gut! Ballisto hat viel (schlechtes) Fett UND viel Zucker - schlecht. So wäre es richtig. Nur Fett zu meiden ist grundfalsch! Der Zucker ist der Feind (und Weissbrot, weisser Reis etc.), nicht das Fett (mal abgesehen von Transfetten)!
  • Versteckte Fette
    von Benuzter gelöscht am 31.08.2014 um 06:06
    Aus leidvoller Erfahrung (Herzgefäßerkrankung - 3 Bypässe) kann ich nur jedem dringendst anraten, auf die Ernährung sehr zu achten. Wer dies nicht tut, dem wird die Rechnung höchstwahrscheinlich in Zeitabstand von Jahrzehnten gnadenlos präsentiert. Dann wird s jedoch nicht mehr "wurscht", sondern oftmals zu spät sein. Es ist ein Trauerspiel, daß sich so viele Menschen mit ungesunder Ernährung vergiften lassen. Lebensmittelkonzernen geht es nicht um die Gesundheit von Konsumenten, sondern immer(!) um das Hauptziel "Let s make money!". Nicht zuletzt deshalb ist größte Vorsicht angebracht.