Maroniofen und Messer

Helfer beim Maroni braten

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KONSUMENT 12/2015 veröffentlicht: 16.10.2015

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Mit dem Beginn der kälteren Jahreszeit hängt vielerorts schon der feine Duft gebratener Maroni in der Luft. In Wien haben etwa 180 Maronibrater am ersten Oktober ihre Stände eröffnet. Für jene, die das Aroma dieser Schalenfrüchte an gemütlichen Herbst- und Winterabenden in die eigenen vier Wände holen wollen, haben wir uns angeschaut, wie sich diese Köstlichkeiten am besten zu Hause zubereiten lassen.

Maroni anschneiden und braten

Maroni eignen sich gut für Süßspeisen, Suppen, zu Fleischgerichten und auch in Beilagen. Wie aber gelingt das Braten der Maroni daheim am besten?  Wir haben das kurz geprüft. Bevor das Aroma der bratenden Früchte durchs Haus ziehen kann, bedarf es einiger Vorbereitungen. Koch oder Köchin schneiden die Maroni auf der bauchigen Seite ein. Dazu haben wir zwei unterschiedliche Werkzeuge verwendet: das Maronimesser der Marke Victorinox, zu 15,50 Euro sowie einen Maronischneider von Snips zu 6,90 Euro, beide im Geschirrfachhandel erhältlich. Die angeschnittenen Früchte kamen zum Braten in einen Maroniofen. 

Gedeihen in warmem Klima

Bevor wir die Funktionsweise der Geräte genauer betrachten, werfen wir noch einen Blick auf die Herkunft der Esskastanie. Sie stammt ursprünglich aus Kleinasien. Ihr Name leitet sich von den Griechen ab, die dieser Frucht ihren Namen nach der am Schwarzen Meer gelegenen Stadt Kastana gaben. Esskastanienbäume gedeihen hauptsächlich in Mittelmeerländern wie Italien und Spanien. In Österreich wachsen die auch als Edelkastanien bekannten Früchte in Gegenden, die auch für gutes Weinbauklima bekannt sind, wie das südliche Burgenland, die West-, Süd- und Oststeiermark sowie wenige Gebiete im Kärntner Lavanttal und der Wachau.

Bei Esskastanien unterscheiden sich sogenannte gewöhnliche Esskastanien (Edelkastanien) von den Maroni (Maronen). Edelkastanien sind größer und runder als Maroni. Bei ersteren lässt sich die innere Haut, die die Frucht umgibt, schwer entfernen. Maroni sind herzförmig mit flacher, dreieckiger Unterseite. Sie sind zwar kleiner als Edelkastanien, allerdings schmackhafter.

Törggelen: südtiroler Brauch

In Südtirol sind die herrlichen Früchte auch im Zusammenhang mit der Törggele-Mahlzeit bekannt. Beim Brauch des Törggelen (lateinisch keltern, pressen) ging es darum, nach der Weinlese in geselliger Runde zu essen. Ursprünglich war es ein für die Lesehelfer veranstaltetes Fest. Bei einer Törggele-Mahlzeit werden zu Traubenmost und Wein, Nüsse, Speck, Kaminwurzen (Rohwurst) sowie auch geröstete Kastanien (Keschtn) und süße Krapfen serviert.

Bekömmlich, wenig Kalorien

Maroni enthalten Kohlenhydrate in Form von Stärke. Sie wird erst durch das Rösten aufgeschlossen, ist bekömmlich und leicht verdaubar. Maroni haben zudem einen niedrigen Kaloriengehalt (196 kcal je 100 Gramm). Der Fettanteil ist gering (nur 2 Prozent).

Messer schneidet sehr gut, höhere Verletzungsgefahr

Maroni zu Hause selbst zuzubereiten, macht Spaß, vorausgesetzt, das richtige Werkzeug ist vorhanden. Das

Maronimesser von Vicorinox: kleineres Messer mit gebogener Kling und Holzgriff; Bild: U. Payer/VKI

Anschneiden der Maroni haben wir mit dem Victorinox-Holzmesser geprüft. Und so geht’s: Die Spitze des Messers an der Schale ansetzen und mit leichtem Druck der Länge nach über die Rundung der Maroni ziehen. Das funktioniert sehr gut. Beim Schneiden möglichst darauf achten, die äußere feste und zusätzlich die weiche, innere Schale durchzuschneiden. Erfasst das Messer die innere Schale nicht, lässt sich die Maroni nach dem Braten schlechter schälen. Schneidet das Messer zu tief und verletzt die Frucht, kann sie später zerfallen. Das Arbeiten mit dem Messer erfordert eine gewisse Übung. Die Verletzungsgefahr ist durch die scharfe, spitze Klinge hoch.

Maronischneider: sehr gut, geringe Verletzungsgefahr

Das Gerät der Marke Snips, eine Kunststoffzange mit löffelartiger Ausnehmung auf einer Seite und einer gezackten Klinge aus Stahl gegenüber, arbeitet wie ein Nussknacker. Die Maroni kommt mit dem bauchigen Teil

Maronischneider: Kunsstoffzange mit löffelartigem Ende auf einer Seite und gezackter Klinge aus Stahl auf der anderen Seite; Bild: U. Payer/VKI

nach oben zwischen die Zangenteile und wird durch Zusammendrücken eingeritzt. Der Schnitt in der Schale soll möglichst lang sein, damit sich die Maroni nach dem Bratvorgang leichter aus der Schale löst. Es empfiehlt sich deshalb größere Maroni nach dem ersten Zudrücken herauszunehmen, nochmal andersrum in den Löffelteil zu legen und die Zange neuerlich zuzudrücken. Auch bei diesem Gerät gilt es darauf zu achten, dass die innere Schale mit eingeritzt wird. Die Verletzungsgefahr ist viel geringer als beim Messer. Kleine Kinder trotzdem nicht unbeaufsichtigt damit arbeiten lassen!

Fazit: Das Einschneiden der Früchte klappt mit beiden Werkzeugen. Aufgefallen ist aber: Die mit dem Messer bearbeiteten Maroni lassen sich durch die Möglichkeit des längeren Schnitts nach dem Braten etwas leichter aus der Schale entnehmen als jene mit der Maronizange geritzten. Trotzdem ist auch die Maronizange ein gut einsetzbarer Küchenhelfer mit dem Vorteil geringerer Verletzungsgefahr.

Nach diesen Vorbereitungsarbeiten kommen die Früchte entweder auf das Backblech oder in einen Maroniofen. In beiden Fällen besprüht man die Maroni vor dem Bratvorgang mit etwas Wasser zum Schutz vor dem Austrocknen. Im Backofen garen die Maroni bei 220 Grad Celsius mit eingestellter Ober- und Unterhitze etwa 25 Minuten. Nach der Hälfte der Zeit sollten sie nochmals besprüht werden oder der Koch stellt eine Schale mit Wasser auf das Backblech.

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